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Jan Wernke und das frühe Fußball-Highlight

Langenberger wurde 2000 mit dem SVL überraschend OM-Cup-Sieger – heute ist er ein erfolgreicher Springreiter. Die Aufstellung hat der heute 30-Jährige noch im Kopf.

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Die Erinnerung war ganz spontan wieder da. „Ja, das weiß ich noch genau“, sagt Jan Wernke, auf den OM-Cup der E-Jugendfußballer im Jahr 2000 in Lohne angesprochen. „Damme war der große Favorit – und dann gewinnen wir das Finale mit 2:0. Erst hat Matze Kümmel getroffen, dann ich. Das war ein cooles Gefühl.“ Vor fast 20 Jahren stand Jan Wernke in der Truppe des Außenseiters SV Langenberg und gewann bei der zweiten Turnierauflage den großen Siegerpokal. In Lohne sollte in diesem Sommer auch die 22. Auflage des OM-Cups stattfinden, ob es dazu kommt, ist allerdings fraglich; der Termin wurde erst mal verschoben. Jan Wernke ist inzwischen 30 und ein erfolgreicher Springreiter. Auf dem Langenberger Hof seiner Eltern Peter und Ruth ist er als Pferdewirt mit Schwerpunkt Reiten auf dem Sprung, einmal Hof und Firma zu übernehmen.

Aber damals, vor fast genau 20 Jahren, war der Fußball sein Ding. Jan Wernke kann auch noch mühelos die Aufstellung aufsagen, die die Trainer Martin Ruhe und Jürgen „Gaga“ Meyer damals aufs Feld geschickt haben. „Die kenn' ich alle noch, es kamen ja alle aus Langenberg. Zu einigen habe ich hin und wieder noch Kontakt“, erzählt Wernke. Als Kind ist er zweigleisig gefahren mit Fußball und Ponyreiten, dazu war er auch noch Messdiener. Das Pony verletzte sich eines Tages schwer, also gab es eine lange Reitpause und volle Konzentration auf Fußball.

Mit seinem Kapitän Jens Meyer war er montags immer beim Kreisauswahltraining in Langförden dabei. „Jens war ein überragendes Talent. Und ich habe auch gesehen, dass es einige gute Spieler im Kreis gibt“ sagt der Langenberger. Er selbst sah sich nicht so ambitioniert. Und als er 15 war und längst wieder mit Reiten angefangen hatte, entschied er sich angesichts ständiger Terminüberschneidungen, seine aktive Fußball-Laufbahn zu beenden und vollständig auf den Partner Pferd umzusatteln: „Am Ende war es eine relativ einfache Entscheidung.“

Hilfestellung gab es auch zu Hause. Er fand es gut, dass ihn seine Eltern nie dazu gedrängt haben. Aber eines haben sie ihm klar gemacht: „Wenn du es machst, dann richtig – mit der ganzen Verantwortung.“ Jan Wernke hat es gemacht. Und er ist froh darüber: „Das ist eine gute Sache. Man hat Verantwortung für ein Lebewesen.“ So nahm seine Karriere als erfolgreicher Springreiter Formen an. Zuletzt war er 2019 in Balve Deutscher Vizemeister auf Nashville. Und in Frankfurt holte er sich im Dezember auf Queen Mary den Großen Preis. Anschließend war er noch bei Turnieren in Münster, Leipzig, Neumünster und Braunschweig stark vertreten, ehe die Veranstaltung in Dortmund Mitte März wegen der beginnenden Corona-Krise abgebrochen wurde. „Jetzt haben wir Stillstand“, sagt Jan Wernke, „aber die Sorgen sind für alle gleich.“

Seite an Seite mit der Königin: Jan Wernke mit seinem Pferd Queen Mary im Langenberger Stall. Foto: LafrentzSeite an Seite mit der Königin: Jan Wernke mit seinem Pferd Queen Mary im Langenberger Stall. Foto: Lafrentz

Das eigene Turnier in Langenberg über den 1. Mai wurde längst abgesagt, die DM in Balve vorerst auf September verlegt. Beim Aachener CHIO, für den Wernke nach der DM qualifiziert ist, muss man sich auf einen Ausfall oder eine Verlegung einstellen. So bewegt Jan Wernke momentan daheim seine Pferde mit dem nötigen Abstand zu den anderen. „Das sind ja Hochleistungssportler“, sagt er, da dürfe man durch zu lange Pausen keine Koliken riskieren.

Trotz der Hinwendung zum Reitsport und der fortgeschrittenen Professionalisierung ist Jan Wernke Fußballfan geblieben. Als glühender Anhänger von Borussia Dortmund war er zuletzt beim Champions-League-Spiel gegen Paris St. Germain im Stadion. Und mit „Gaga“ Meyer unterhält er sich noch öfter über Fußball. Damals am 1. und 2 .Juli 2000 in Lohne, mit 91 Teams, 1000 Spielern und dem großen Zeltlager, war Jan Wernkes Triumph mit dem Team zunächst gar nicht absehbar. Denn eine Verletzung zwang ihn am ersten Tag zum Zuschauen. „Da war ich ziemlich traurig“, weiß Wernke noch. Aber an Tag zwei ging es los. Matthias Kümmel im Sturm, Jens Meyer und er dahinter im Mittelfeld. Ein Tor hat Jan Wernke im Halbfinale beim 4:0 gegen SV Petersdorf erzielt – und dann die Krönung. Der Reiter und Ex-Fußballer hat es noch vor Augen: „Ich weiß noch, dass wir nachher ziemlich kaputt waren. Aber bei Schanko in Langenberg gab's für alle noch ein Eis.“

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