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Jahresrückblick Sport: Lea Meyers Traum von Olympia geht in Erfüllung

Die Pandemie hatte das heimische Sportgeschehen mal weniger, meistens aber mal mehr im Griff. Dennoch machten die Athleten zum Teil mit herausragenden Resultaten auf sich aufmerksam.

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Corona und immer noch kein Ende: Die Pandemie hatte und hat auch im abgelaufenen Jahr das Sportgeschehen im Kreis Cloppenburg mal weniger, meistens aber mal mehr im Griff. Nach Delta nun also Omikron. Und was kommt dann? Ob, wann und in welcher Form es hoffentlich irgendwann weitergehen wird – die Herren Lauterbach, Drosten und Wieler werden es uns erklären. Zumindest in einigen Monaten war im vergangenen so etwas wie „normaler Lokalsport“ möglich, mit teilweise herausragenden Resultaten der hiesigen Einzel- oder Mannschaftssportler. Ein Rückblick:

Leichtathletik: Als Lea Meyer den bislang größten Auftritt ihrer Karriere hatte, war es in ihrer Heimatstadt Löningen tiefe Nacht. Um 9.40 Uhr (Ortszeit, 2.40 Uhr MESZ) fiel in der japanischen Hauptstadt Tokio der Startschuss für Meyers Olympiadebüt. Im ersten Vorlauf über 3000-Meter-Hindernis schlug sich die seinerzeit 23-Jährige beachtlich und blieb mit 9:33,00 Sekunden nur knapp über ihrer Bestzeit. Die Olympianorm (9:30 Minuten) hatte die Mittelstrecklerin wenige Wochen zuvor in Nizza unterboten. Platz sieben in Tokio bedeutete zwar das Aus und das Verfehlen des Finallaufes, aber dennoch war das olympische Rennen der Höhepunkt in Meyers starkem Jahr 2021. Zwei Silbermedaillen auf nationaler Ebene waren ihren weiteren großen Erfolge: Bei den Deutschen Leichtathletikmeisterschaften in Braunschweig wurde sie – ebenfalls über 3000-Meter-Hindernis – wie im Jahr zuvor Zweite. Und kurz vor Weihnachten gelang ihr bei der Cross-DM in Sonsbeck ebenfalls der Sprung auf das Treppchen. Zwei weitere CLP-Läuferinnern betraten die internationale Bühne.

Beherztes Rennen: Lea Meyer vom VfL Löningen (rechts) erfüllte sich ihren Olympiatraum und startete in Tokio über 3000 m Hindernis. Den Finallauf verfehlte die damals 23-Jährige am 1. August jedoch knapp. Foto: picture alliancedpaMichael KappelerBeherztes Rennen: Lea Meyer vom VfL Löningen (rechts) erfüllte sich ihren Olympiatraum und startete in Tokio über 3000 m Hindernis. Den Finallauf verfehlte die damals 23-Jährige am 1. August jedoch knapp. Foto: picture alliance/dpa/Michael Kappeler

Talea Prepens gewann bei der U-23-EM in Tallinn mit der 4x100-m-Staffel Gold. Im Einzel über 200 Meter sprintete sie in neuer persönlicher Bestleistung von 23,15 Sekunden auf Platz vier. Die Löningerin Caroline Hinrichs hätte bei der U-18-EM in Rieti (Italien) starten wollen, diese Titelkämpe aber wurden coronabedingt abgesagt. Statt dessen meldete sie für die kontinentalen Wettkämpfe der U20 in Tallinn. Gesundheitlich angeschlagen, stand sie aber gegen die fast durchweg ältere Konkurrenz auf verlorenem Posten und schied als Zehnte ihres Vorlaufes aus.

Fußball: Nach wochenlangem Hin und her gab's Anfang April dann doch die erwartete Entscheidung. Die Saison 2020/21 wurde mit sofortiger Wirkung abgebrochen. Kuriosum: Die ranghöchsten Teams des Kreises, Hansa Friesoythe und SV Bevern, hatten in der Landesliga gerade einmal zwei bzw. eine Saisonpartie absolviert. Nur unwesentlich mehr Begegnungen trugen die Bezirksligisten sowie sämtliche Teams auf Kreisebene aus. Eine Wertung entfiel logischerweise, so dass es weder Auf- noch Absteiger gab. Anfang August dann der herbeigesehnte Restart. Reduzierte Anzahl der Mannschaften, einfache Runde, Doppelrunde, Unterteilung in Auf- und Abstiegsrunde: Kreativität war bei den Spiel- und Staffelleitern gefragt, die nicht immer auf ungeteilte Zustimmung stieß. Immerhin wurde wieder gespielt und bis auf wenige Ausnahmen nahezu die gesamte Hinrunde absolviert. Dabei schwang sich Hansa Friesoythe als Nummer eins im Kreis auf. Neben der souveränen Staffelmeisterschaft verbuchte das Team von Trainer Hammad El-Arab einen Rekord der besonderen Art. Nach zuvor 21 (!) Siegen in Folge gab's erst am 1. Oktober mit dem 0:2 bei Frisia Wilhelmshaven mal wieder eine Niederlage.

Kabinenjubel bei Friesoythes Fußballern: In der Hinrunde der laufenden Saison fast schon ein gewohntes Bild. Foto: Hansa FriesoytheKabinenjubel bei Friesoythes Fußballern: In der Hinrunde der laufenden Saison fast schon ein gewohntes Bild. Foto: Hansa Friesoythe

Handball: Für die TVC-Männer ergab sich nach monatelanger Zwangspause eine Rückkehr in den Spielbetrieb. Der DHB installierte im April und Mai für die 3. Liga den Ligapokal, in dem Plätze für den DHB-Pokal ausgespielt wurden. Gegen die Konkurrenz, die teilweise komplett hatte durchtrainieren könne, war für den TVC nicht viel zu holen. Nur ein einziger Punkt sprang aus fünf Spielen heraus. Besser lief es im Herbst auch nicht, als die reguläre Saison 2021/22 begann. Es setzte elf Niederlagen am Stück, bevor der erste Sieg gelang (24:18 gegen Hamm-Westfalen II). Kurz vor Weihnachten kam mit dem 35:34 über Bissendorf-Holte ein zweiter hinzu. Der Modus gibt es her, dass der TVC trotz einer Bilanz von 4:24 Punkten noch auf den Klassenerhalt hoffen darf.

Die Drittligafrauen des BV Garrel sorgen derweil in ihrer Staffel A für Furore. Nach zwölf von 22 Spielen rangiert der BVG auf Platz zwei. Der Abstand zur Abstiegsrunde (von Platz sieben abwärts) ist groß, aktuell würde Garrel sogar an der Aufstiegsrunde teilnehmen. Volleyball Für die Frauen des TV Cloppenburg ging es erst am 16. Oktober mit der Saison los. Der erheblich erweiterte Kader schlägt sich in der Staffel 2 der Dritten Liga West achtbar, auch wenn er keine Chance mehr hat, die Aufstiegsrunde zu erreichen. Aber die Cloppenburger haben im Januar noch die Chance, einige wichtige Punkte zu holen, die sie in der Abstiegsrunde (beginnt im Februar) gut gebrauchen können.

Pure Freude: Im Juni sicherte sich Roman Fress seinen ersten internationalen Titel, als er in Magdeburg den Belgier Kamel Kouaouc K.o. schlug. Foto: SESPeter GerkePure Freude: Im Juni sicherte sich Roman Fress seinen ersten internationalen Titel, als er in Magdeburg den Belgier Kamel Kouaouc K.o. schlug. Foto: SES/Peter Gerke

Boxen: Roman Fress bewies 2021 eindrucksvoll und gleich dreimal, dass er zu den besten Cruisergewichtlern Deutschlands gehört. Anfang Juni kämpfte der in Garrel wohnhafte Profiboxer erstmals um einen internationalen Titel. Auf der Seebühne in Magdeburg schlug Fress den Belgier Kamel Kouaouch in der sechsten Runde K.o. und holte sich so den Interkontinental-Gürtel des Weltverbandes WBO. Im Oktober glückte dem 27-Jährigen ebenfalls in Magdeburg die Titelverteidigung, als er gegen Luca D'Ortenzi aus Italien nach Punkten gewann. Mitte Dezember setzte er sich dann noch im Duell um die internationale Deutsche Meisterschaft gegen Adam Usumov durch. 15 Kämpfe, 15 Siege lautet Roman Fress' imposante Bilanz.

Basketball: 2020 waren die Basketballer des VfL Löningen von der Oberliga in die 2. Regionalliga Nord aufgestiegen. Doch aufgrund der Pandemie mussten sie sich fast eineinhalb Jahre gedulden, bis sie in dieser Klasse endlich ihr Können zeigen durften. Höhepunkt der Hinrunde war zweifellos die 88:61-Galavorstellung im Derby gegen den TSV Quakenbrück am zweiten Spieltag. Zwar tat sich das Team von Coach Guido Thöle in der Folge schwer und kassierte sechs Niederlagen in Serie, dank des 88:78-Erfolgs gegen den BBC Osnabrück dürfen die Löninger aber noch auf den Klassenerhalt hoffen.

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