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Irgendwo in Peking den Löninger Marathon laufen

Karl Kicker nimmt in China am virtuellen VfL-Laufevent teil. Der 46-Jährige lebt seit mehreren Jahren in Peking.

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Geschafft: Karl Kicker vor dem Olympiastadion (Vogelnest) in Peking nach dem Peking-Marathon im Jahr 2019. Foto: Karl Kicker.

Geschafft: Karl Kicker vor dem Olympiastadion (Vogelnest) in Peking nach dem Peking-Marathon im Jahr 2019. Foto: Karl Kicker.

Fast so unglaublich wie der Ort, an dem Karl Kicker den Online-Hasetal-Marathon des VfL Löningen absolvieren wird, ist die Laufgeschichte, die hinter dieser Anmeldung steckt und über die sich die Löninger Organisatoren freuen. „Wie so oft, hat auch hier alles bei einer Flasche Wein begonnen“, erzählt der 46-jährige Kicker, der eigentlich aus Eggersdorf bei Graz in Österreich kommt und berufsbedingt seit mehreren Jahren in Peking in China lebt. Peking, die Hauptstadt Chinas, ist mit rund 21,5 Millionen Einwohnern eine der größten Städte der Welt.

Mit ein paar Studienfreunden habe er damals beschlossen, sich aus dem Nichts bei einem Marathon anzumelden. „Wir haben uns sechs Monate Zeit gegeben, um uns für den ersten Wettkampf vorzubereiten. Bei genauerer Betrachtung am nächsten Tag schien die Idee nicht mehr ganz so gut, aber beschlossen ist beschlossen und so begannen harte Monate mit vielen Wehwehchen, die aber mit dem ersten absolvierten Marathon wie weggeblasen waren“, erzählt er.

25 Jahre sind seit damals vergangen und noch immer nimmt er jedes Jahr an genau einem Marathon teil. „Die jährliche Routine und schlussendlich die schriftliche Fixierung des Starts mit der offiziellen Anmeldung geben die notwendige Motivation, das ganze Jahr über zumindest ein wenig für den Körper zu tun.“ Die Bestzeit, gelaufen in Mailand vor einigen Jahren, sei seit Langem außer Reichweite, aber es wären zahlreiche Marathonstarts in Deutschland, Italien, Kroatien, Österreich – aber auch in Shanghai und Peking – dazugekommen. „Je weniger Druck man sich macht, eine gewisse Zeit zu erreichen, desto entspannter wird das Laufen“. Mittlerweile würden auch die absoluten Platzierungen wieder besser werden, wenn auch seit einiger Zeit tatsächlich in der Seniorenklasse.

Seit einigen Jahren verbindet Kicker Marathonstarts mit Geschäftsreisen

Nachdem die beruflichen Herausforderungen deutlich zugenommen hätten, würde er seit einigen Jahren Marathonstarts mit Geschäftsreisen verbinden und so sei er im Jahr 2018 auch bereits beim Remmers-Hasetal-Marathon live vor Ort in Löningen dabei gewesen. „Das Ergebnis war alles andere als optimal, aber 12 Stunden Flug aus Peking, sechs Stunden Zeitverschiebung, schnell ins Hotel, Rennklamotten anziehen und weiter zum Lauf, das sind nicht die Bedingungen, die man sich wünscht“, weiß er heute, warum er mit dem damaligen Marathon-Sieger Elias Sansar von der LG Lage Detmold Bad Salzuflen nicht standhalten konnte. Die gelaufene Zeit von 4:10:41 Stunden und der 46. Platz unter allen Männern kann sich dennoch sehen lassen. „Macht aber nichts, das Rennen war dennoch ein schönes Ereignis und der jährliche Marathon konnte wieder abgehakt werden“, fügt er lächelnd hinzu.

Im Jahr 2020 hat Kicker aufgrund der Corona-Pandemie dann erstmals online an einem Marathon teilgenommen. Während er im Olympiapark in Peking seine Runden zog, konnte er mittels einer App live in seiner Heimatstadt Graz in Österreich dabei sein. „Auch wenn es interessant ist, über das Handy jederzeit die aktuelle Position, Zeit und Platzierung sehen zu können, hätte ich mich dennoch wieder auf ein Live-Event in diesem Jahr gefreut“, beschreibt er die Situation, die so viele Läufer in der aktuellen Lage nachvollziehen können. Mitten in der Zeit der ersten längeren Läufe im Frühling habe er den Newsletter vom diesjährigen Online-Marathon im Hasetal in Löningen erhalten. „Die gut gemachte Website sowie die einfache und schnelle Anmeldemöglichkeit haben mich dazu bewogen, die Chance zu nutzen und teilzunehmen“.

So wird Kicker irgendwann in der Zeit vom 13. bis zum 26. Juni 2021 seine Runden durch Peking drehen. „Ob ich wieder im Olympiapark laufe oder eher meine Heimstrecke in der Nähe des Flughafens, ist noch offen.“ Bei Temperaturen in China im Juni von bis über 35 Grad Celsius überlegt er noch, ob er früh morgens oder spät abends starten wird. „Die Strecken in Peking sind ähnlich flach wie im Hasetal und auch hier führt mein Weg an zwei Pferdeställen sowie Koppeln und an einem Fluss, dem Wenyu River, entlang“. „Ich freue mich sehr auf den Lauf und darauf, nach dem Rennen Rückmeldungen zu bekommen, wie und wo andere Teilnehmer gestartet sind“, fügt er hinzu.

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