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Internationales Tennis-Flair und zwei Lokalmatadore

Die Herren des TV Lohne haben ambitionierte Ziele. Und sie freuen sich erst einmal auf das Abenteuer Nordliga. Am Sonntag geht es in Rotenburg los.

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Die neue Nummer eins beim TV Lohne: Felipe Rojas aus Kolumbien. Foto: Rojas / TVL

Die neue Nummer eins beim TV Lohne: Felipe Rojas aus Kolumbien. Foto: Rojas / TVL

Es wird ein kurzes Abenteuer, so viel ist schon mal klar. Nur zwei Heimspiele, dazu zwei Auswärtspartien, alles innerhalb eines Monats. Und dennoch ist die Vorfreude bei den Tennis-Herren des TV Lohne riesig. „Wir haben richtig Bock auf die Nordliga“, sagt Kai von der Assen, der Kapitän der Lohner Überflieger-Crew, die in den letzten acht Jahren sechsmal aufgestiegen ist.

Der Sprung in die Nordliga soll jedoch nicht das Ende des Höhenflugs sein. Im Schatten des Aussichtsturms gibt's ehrgeizige Ziele, hohe Ambitionen. Der TV Lohne will seinen Nummer-1-Status in der Tennis-Region weiter untermauern und liebäugelt mit der Regionalliga – nicht jetzt sofort, aber bald. „Als Aufsteiger müssen wir natürlich zunächst kleine Brötchen backen. Da es in diesem Jahr keine Absteiger geben wird, sind wir in der perfekten Situation, dass wir jetzt erst mal versuchen können, Fuß zu fassen und uns an das Niveau gewöhnen können“, sagt Kai von der Assen vor dem ersten Nordliga-Aufschlag am Sonntag (4. Juli, 11.00 Uhr) beim TC GW Rotenburg. Ohne Druck könne man „vielleicht sogar ein wenig in Richtung der vorderen Plätze schielen“, erklärt der 20 Jahre alte Steinfelder, der bereits seit 2013 in der 1. Herren der Lohner spielt und den gesamten Durchmarsch von der Bezirksklasse bis in die Nordliga mitgemacht hat.

Aufgrund der Corona-Pandemie besteht die Sommer-Nordliga 2021 nur aus zehn Mannschaften, verteilt auf zwei Gruppen à fünf Teams. Als Favorit auf den Aufstieg in der Lohner Gruppe A gilt der TC Alfeld aus dem Kreis Hildesheim. „Sie wollen zurück in die Regionalliga und haben auch den stärksten Kader“, sagt Matthias Soika aus dem Lohner Vorstand und freut sich auf das Heimspiel gegen Alfeld am 11. Juli. Eine Woche später steigt das zweite Heimspiel gegen den Harvestehuder THC, ehe es beim Saisonfinale am 25. Juli zum Club an der Alster II geht. Für die Hamburg-Tour an den Rothenbaum soll ein Bus eingesetzt werden, um ein paar Fans mitnehmen zu können.

Kapitän des TV Lohne: Kai von der Assen (20) aus Steinfeld. Foto: SchikoraKapitän des TV Lohne: Kai von der Assen (20) aus Steinfeld. Foto: Schikora

Auch der TV Lohne war auf dem Spielermarkt aktiv, um ein konkurrenzfähiges Team stellen zu können. Neue Nummer eins ist der Kolumbianer Felipe Rojas (26), der bereits auf der ATP-Tour gespielt hat und nach einer schweren Erkrankung (Hirntumor) nun sein Comeback feiert. „Felipe ist ganz klar unsere Speerspitze. Er wird uns enorm weiterhelfen“, sagt Lohnes Trainer Patrick Jersch im Saisonstart-Newsletter. Rojas bleibt für zwei Monate in Lohne; er lebt in der Familie von Kai von der Assen und wird in dieser Zeit auch als Vereinstrainer aktiv sein.

Ein weiterer Neuzugang ist der erst 16 Jahre alte Breno Rosetto, ein Argentinier mit italienischem Pass. „Er ist ein großes Talent“, so Jersch. Und Soika ergänzt: „Er lebt auf Mallorca und trainiert in der Akademie von Nadal.“ Aus dem Vorjahr sind der Tscheche Richard Pavluv (24) und der Schweizer Lars Aregger (20) weiter dabei. Eigentlich sollten auch Jelle Korthuis (19) als Nummer zwei hinter Rojas sowie Philippe Niewerth (35) in Lohne aufschlagen, doch die beiden Niederländer sagten kurzfristig am Mittwochabend ab. Wegen der Verlegung der Nordliga-Saison in den Juli gibt's nun eine Kollision mit der 1. Liga in Holland. „Da haben wir Pech gehabt, die Spielerliste ist jetzt geschlossen. Aber wir sind trotzdem gut aufgestellt“, so Soika.

Zweiter Lokalmatador neben von der Assen ist Arkadiy Kharenko (18) aus Vechta, der seit 2017 dem Team angehört. Komplettiert wird das Aufgebot durch Christian Braun (27) aus Delmenhorst, der in der vergangenen Oberliga-Saison alle Einzel gewonnen hat, und Lasse Tilbürger (20) aus Ganderkesee, der aus der 2. Herren hochgerückt ist. „Wir wollen hier in Lohne etwas Langfristiges aufbauen und wollen auch eine gewisse Kontinuität im Kader haben“, sagt Coach Jersch. Er ist guter Dinge, dass Lohne „die eine oder andere Mannschaft ärgern“ kann.

Das Budget dürfte im unteren fünfstelligen Bereich liegen

Natürlich gibt's Nordliga-Tennis mit vier ausländischen Spielern nicht zum Nulltarif. Über die Höhe des Etats hüllen sich Lohnes Macher in Schweigen, das Budget dürfte im unteren fünfstelligen Bereich liegen. Klar ist zudem: Das Nordliga-Team und die 2. Herren, die parallel von der Verbands- in die Landesliga aufsteigen soll, belasten nicht die Vereinskasse. Sie wurden ausgelagert und segeln finanziell unter der Flagge der Lohner Sportmarketing GmbH, die sich um das Sponsoring kümmert. Geschäftsführer Roland Krapp erklärt zum Saisonstart: „Noch nie spielte eine Herren-Mannschaft im Kreis so hoch wie unsere Jungs! Nach vielen Jahren Arbeit ein besonderer Lohn für unsere Mannschaft, den Verein und das Team hinter dem Team.“


Überblick

  • Lohner Nordliga-Kader
    Felipe Rojas (26/COL)
    Christian Braun (27/GER)
    Breno Rosetto (16/ITA)
    Richard Pavluv (24/CZE)
    Lars Aregger (20/SUI)
    Arkadiy Kharenko (18/GER)
    Kai von der Assen (20/GER)
    Lasse Tilbürger (20/GER)
  • Lohner Nordliga-Termine
    A -  TC GW Rotenburg - 04.07.
    H  - TC Alfeld - 11.07.
    H - Harvestehuder THC - 18.07.
    A  - Club an der Alster II - 25.07.
    (Spielbeginn jeweils 11.00 Uhr)

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