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In Visbek tummelt sich viel Laufkundschaft

Außen vor: In einer Serie rückt OM online ehrenamtliche Mitarbeiter heimischer Sportvereine in den Vordergrund. Heute die 2. Vorsitzende von RW Visbek.

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Regelmäßiges Highlight: Alle zwei bis drei Jahre nimmt Pia bei der Hake am Mallorca-Marathon teil. Hier steht sie vor der Kathedrale in Palma, während der 16. Auflage im Jahr 2019. Foto: bei der Hake

Regelmäßiges Highlight: Alle zwei bis drei Jahre nimmt Pia bei der Hake am Mallorca-Marathon teil. Hier steht sie vor der Kathedrale in Palma, während der 16. Auflage im Jahr 2019. Foto: bei der Hake

"Du musst dir irgendwas suchen, damit du runterkommst und einen Ausgleich findest." So lautete die Empfehlung des Hausarztes vor zehn Jahren. Und Pia bei der Hake fand eine Droge. Und von der ist sie auch im Jahr 2020 noch abhängig: Laufen. Nach einem schweren Motorrad-Unfall ihres Mannes Manfred im Jahr 2010 "war mein Akku ziemlich leer", beschreibt die 50-Jährige.

RW Visbek bot zu der Zeit einen Anfänger-Laufkurs an, dem sie beitrat und der ihr gerade recht kam. "Diese Entscheidung hat mir gesundheitlich sehr gut getan." Auch, um nach dem benannten Schicksalsschlag in ihrem Leben "den Kopf freizubekommen", sagt bei der Hake.

2012 entstand dann die Idee, einen Lauftreff zu gründen. Pia bei der Hake entwarf einen Flyer und lud zu einem ersten Treffen im Sportlerheim. Zwölf künftige Mitstreiter erschienen, mittlerweile sind daraus 22 geworden. Inzwischen leitet sie die Abteilung Breitensport und ist seit 2017 die 2. Vorsitzende bei RW Visbek.

Corona-Krise bremst die Visbeker Lauffreunde aus

Ihr Mann ist heute wieder vollständig genesen und betreibt ein Motorradfachgeschäft, in dem bei der Hake als Steuerfachgehilfin arbeitet. Und von der Droge Laufen, wie die Visbekerin den Sport selbst bezeichnet, kommt sie so schnell nicht los: "Das ist die Sportart Nummer eins", sagt sie.

"Wenn man da morgens vor der Kathedrale am Start steht, kribbelt es im ganzen Körper." Pia bei der Hake, 2. Vorsitzende von Rot-Weiß Visbek

Derzeit gibt es in Visbek eine Damen- und eine Herren-Laufgruppe, die sich jeweils zweimal die Woche treffen und Distanzen zwischen sechs und zehn Kilometern zurücklegen. Die Gruppe ist auch emsig beim heimischen Volksbanken-Laufcup dabei und nimmt regelmäßig größere Reisen in Angriff, um an Laufevents außerhalb der Kreisgrenzen teilzunehmen. Die Corona-Krise hat Pia bei der Hake und ihre Lauffreunde natürlich jetzt eingebremst. An gemeinsame Touren ist noch nicht zu denken.

Wenn sich die Lage normalisiert, kann die Truppe aber wieder ein Event in Angriff nehmen, das alle zwei bis drei Jahre im Visbeker Laufkalender auftaucht: Der Mallorca-Marathon in Palma. "Das ist unser Highlight", sagt die Visbekerin, die jetzt bereits viermal auf der Insel angetreten ist: "Wenn man da morgens vor der Kathedrale am Start steht, kribbelt es im ganzen Körper", sagt sie.

Zuletzt nahmen die Visbeker im Herbst 2019 an dem spanischen Marathon teil. Pia bei der Hake schränkt allerdings ein: "An einen Marathon traue ich mich nicht mehr ran." Sie startet meist über die halbe Strecke oder über zehn Kilometer. Acht bis zehn Mitstreiter begleiten sie in der Regel auf die Balearen. Darüber hinaus geht's aber auch mal nach Magdeburg, Löningen oder Amsterdam.

Der größte sportliche Wunsch bleibt vorerst unerfüllt

Abseits der Piste koordiniert Pia bei der Hake als Breitensport-Leiterin verschiedene Sportangebote von RW Visbek, darunter Fitnessprogramme, Leichtathletik, Yoga und Kinderturnen. Auf ein Angebot ist sie besonders stolz: Jumping Fitness – ein Kraft-Ausdauer-Training auf dem Trampolin. Die Sparte würde sie gern ausbauen oder zumindest noch ein bis zwei weitere etablieren. Zum einen macht Corona auch diesen Plänen im Moment einen Strich durch die Rechnung, zum anderen kommen die Visbeker langsam an ihre Kapazitätsgrenze. Die Räumlichkeiten sind begrenzt. "Wir können so gut wie nichts Neues mehr anbieten" sagt bei der Hake.

Ihr sportlich größter Wunsch sei der Neubau einer Sportstätte oder eines Fitnessraums in Visbek. "Leider haben wir dafür aber im Gemeinderat nicht die richtigen Ohren", sagt sie etwas resigniert. Mit diesem Stillstand hat die 50-Jährige so ihre Probleme. "Ich probiere gern etwas aus oder rufe etwas Neues ins Leben. Ich gebe mich nie zufrieden", sagt die Sportlerin.

Neben der Betreuung und Neueinführung von Sportprogrammen kümmert sich Pia bei der Hake auch um das Mitgliederwesen sowie um finanzielle Belange des Klubs – alle vier Wochen trifft sich der Vorstand zu einer Besprechung. Der Zusammenhalt sei sehr gut, auf die Leute sei Verlass: "Eine große Familie", sagt die 50-Jährige über RW Visbek.

Ostsee oder Italien? Hauptsache mit dem Wohnmobil

Wenn dann noch Zeit bleibt und Laufschuhe sowie Aktenordner mal im Schrank bleiben, begibt sich die 2. Vorsitzende auch gern mal auf Räder. Allerdings nicht auf zwei, wie man angesichts des eigenen Familienbetriebs vermuten könnte, sondern auf vier. Mit dem Wohnmobil geht's oft auf Reisen, vorzugsweise ans Meer. Bei Kurztrips favorisiert die Visbekerin die Ostsee, ansonsten steht Italien hoch im Kurs. Zumindest in Deutschland rollt der Verkehr zu den Campingplätzen nach der Corona-Unterbrechung wieder. Pia bei der Hake und ihre Mitstreiter wären froh, wenn es in absehbarer Zeit auch für die Visbeker Sportgruppe wieder hieße: läuft.

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