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In Mühlen trifft Konstanz auf Talent

Der „ewige“ Coach Ingo Soremba erfreut sich auch im zehnten Amtsjahr an der Arbeit mit den jungen Wilden in der Fußball-Landesliga.

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GW Mühlen: Hinten von links Jonas Pöhlking, Thomas Wieferich, Alexander Landwehr, Benny Bloemen, Markus Stukenborg, Michael Kolbeck, Jan Bünnemeyer, Patrick Albers und Vladislav Aumann; Mitte von links Physiotherapeutin Sarah Kröger, Fitnesstrainer Jan Zerhusen, Teammanager Jonas Varwig, Patrick 	Hinxlage, Tom Ungemach, Hubertus Blömer, Simon Pille und Andre Balster; vorne von links Finn Plümer, Vincent von Lehmden, Dominik Soremba, Robert Kröger, Marvin Deters, Maurice Planteur, Paul Wessels, Kevin Steinfeld, Torsten Stukenborg und Bastian Benzien. Foto: Schikora

GW Mühlen: Hinten von links Jonas Pöhlking, Thomas Wieferich, Alexander Landwehr, Benny Bloemen, Markus Stukenborg, Michael Kolbeck, Jan Bünnemeyer, Patrick Albers und Vladislav Aumann; Mitte von links Physiotherapeutin Sarah Kröger, Fitnesstrainer Jan Zerhusen, Teammanager Jonas Varwig, Patrick Hinxlage, Tom Ungemach, Hubertus Blömer, Simon Pille und Andre Balster; vorne von links Finn Plümer, Vincent von Lehmden, Dominik Soremba, Robert Kröger, Marvin Deters, Maurice Planteur, Paul Wessels, Kevin Steinfeld, Torsten Stukenborg und Bastian Benzien. Foto: Schikora

Alles beim Alten – in Mühlen wertet man diesen Umstand als durchweg positives Zeichen. Klar: Es gab Abgänge, es gab Zugänge. Aber die Ansprüche sind nicht gewachsen, der Enthusiasmus und der Teamgeist sind gleichbleibend hoch – und der Trainer Ingo Soremba macht in wenigen Monaten die zehn Amtsjahre voll. Wobei der sportlich Verantwortliche wesentlich lieber von einem Trainerteam spricht. „Maurice und ich sind bestzufrieden“, sagt er denn auch zum Status quo. Mit Keeper Maurice Planteur führt Soremba die Geschicke – ein absolut eingespieltes Duo. GWM setzt auf Konstanz und will mit vollem Einsatz, aber ohne übermäßigen Druck die Liga halten.

Zwölf Spieler aus dem 26er-Kader sind 21 Jahre alt oder jünger. „Natürlich würde man mal gerne in die Oberliga gehen und sagen: 'Dich hätte ich gerne, und dich auch.' Aber die Möglichkeit haben wir in Mühlen gar nicht. Und wenn ich ehrlich bin, macht mir die Arbeit mit jungen Spielern auch viel mehr Spaß“, sagt Soremba. Er will lernwillige, talentierte Spieler formen, die auch für Veränderungen bereit sind.

Die Neulinge bei den Grün-Weißen passen hier genau ins Schema. Den größten Sprung wagte Alexander Landwehr, ehemals SV Kroge. Von der Kreisklasse in die Landesliga – und dort gleich in den Fokus. „Er ist überragend“, sagt Soremba über den flinken 20-Jährigen, der aktuell als Linksverteidiger gesetzt ist. Auch Innenverteidiger Michael Kolbeck (zuvor BW Lohne) ist in der Vorbereitung durchgestartet. „Er stopft das Loch von Meese“, so der Coach. Jan „Meese“ Bünnemeyer fehlt nach einer Kreuzbandglättung noch bis zum Winter. Kolbeck bezeichnet der Coach als „unglaublich zweikampfstark“. Auch Finn Plümer und Bastian Benzien (beide vorher St. Hülfe-Heede) zählen zu den jungen Neuen. Plümer, ein Spieler fürs Zentrum, sei „sehr torgefährlich“, Verteidiger Benzien „engagiert und zweikampfstark“. Das Duo kam aus der Diepholzer Kreisliga. „Sie haben das Zeug dazu“, sagt Soremba zum Sprung in die Landesliga. Hinzu kommen mit Simon Pille (Berlin) und Patrick Hinxlage (Mühlen II) zwei Rückkehrer.

Landwehr, Kolbeck und Steinfeld als Gewinner der Vorbereitung

Die Neuen treffen in Mühlen auf ein starkes Gerüst, auf Spieler wie Markus Stukenborg, Tom Ungemach, Vincent von Lehmden und Nico Files. „Das sind die Spieler, die sich nicht verletzen dürfen“, meint Soremba, wenngleich GWM auf jeder Position doppelt besetzt sei. Files – oftmals offensiver Dreh- und Angelpunkt – befindet sich nach Knieproblemen im Wiederaufbau. Darüber ist auch das Trainerteam sehr glücklich.

Innenverteidiger Markus Stukenborg und Sechser Vincent von Lehmden sind nicht nur auf dem Platz verlässliche Größen. „Sie führen die Mannschaft“, erklärt Soremba. So hilft Markus beispielsweise auch seinem Bruder Torsten, der in den letzten zwei Jahren verletzungsbedingt kaum spielen konnte, aber die „Stukenborg-Qualitäten“ mitbringe.

Ein echter Gewinner der Vorbereitung ist für Soremba neben Alexander Landwehr und Michael Kolbeck auch Kevin Steinfeld. „Er hat die Corona-Zeit wirklich genutzt, um körperlich an seinen Defiziten zu arbeiten“, freut sich Soremba. Der Angreifer habe durch Fleißarbeit Standfestigkeit dazugewonnen und sehe aus „wie ein Ritter“. Der schnelle Youngster ist damit quasi so etwas wie der Leon Goretzka von GW Mühlen. Wenn man so will, dann ist Landwehr der Alphonso Davies – ein extrem schneller Verteidiger, den keiner so richtig auf dem Zettel hatte.

Den drei Gewinnern der Vorbereitung kommt auch zugute, dass sie eine gewisse Schnelligkeit mitbringen. Die sei für das Spielsystem auch nötig, betont Soremba. Er will, dass die Abwehrkette bei Ballbesitz schnell hochschiebt, um das Spiel weit vom eigenen Tor fernzuhalten.

Auch in diesem Jahr wollen und müssen die Mühlener wieder viel Aufwand betreiben. „Das ist unsere einzige Chance“, bekräftigt Soremba. „Wir müssen drei Kilometer mehr laufen als der Gegner.“ Umso glücklicher ist der 54-Jährige über seinen Trainerstab, in dem Jan Zerhusen das Fitnesstraining übernimmt. „Da heulen sie immer, wenn sie ihn sehen“, scherzt der Coach. Physiotherapeutin Sarah Kröger nennt Soremba „unser Superglück“. Sie verhalf unter anderem Torsten Stukenborg zum Comeback und setzt bei Regenerationseinheiten neue Impulse mit verschiedenen Übungsformen.

Und jetzt ein Heber: Mühlens Jonas Pöhlking (links) im Test gegen Eintracht Nordhorn.  Foto: SchikoraUnd jetzt ein Heber: Mühlens Jonas Pöhlking (links) im Test gegen Eintracht Nordhorn.  Foto: Schikora

Im Fitnessbereich will Mühlen weiterhin alles rausholen. Das hält Soremba gerade auch nach der Corona-Pause für notwendig. Er plädiert zudem dafür, dass die Teams fünfmal wechseln dürfen – erstens wegen des Rückstands durch Corona, zweitens wegen der höheren Belastung. „Es werden auch Spiele unter der Woche dazukommen“, erläutert er.

Sein Trainerpartner Maurice Planteur, mittlerweile 34 Jahre alt, kommt mit der Belastung aktuell noch gut zurecht. Für die Nachfolge wurde ohnehin längst gesorgt. Marvin Deters lernt viel von Planteur und Torwarttrainer Frank Heyden, er hat sich zuletzt auch spielerisch gesteigert. „Mit Marvin haben wir einen zweiten Mann, auf den wir uns verlassen können“, lobt Soremba.

Der Trainer selbst ist auch im zehnten Amtsjahr noch Feuer und Flamme für GWM. „Die Mannschaft gibt mir viel, sie schenkt mir auch viel“, erklärt er seine Motivation. Hinzu komme die Loyalität von Klubchef Ralf Kröger. Apropos Geschenk: Im nächsten Jahr feiert GW Mühlen seinen 100. Geburtstag. Soremba wünscht sich nicht viel. Nur dass die Feierlichkeiten ohne Einschränkungen möglich sind. Und dass Mühlen in der Liga bleibt. Das ist kein Muss, aber das Ziel.


Zur Übersicht der Fußballsaison 20/21


GW Mühlen - Kader 20/21

  • Abgänge: Gerrit Pöhlking, Leo Westermann (beide 2. Herren), Jochen Thobe (BW Lüsche), Nico Söhlke (Karriereende).
  • Zugänge: Simon Pille (FV Erkner), Alexander Landwehr (SV Kroge-Ehrendorf), Michael Kolbeck (BW Lohne), Finn Plümer, Bastian Benzien (beide St. Hülfe-Heede), Patrick Hinxlage (2. Herren).
  • Tor: Maurice Planteur (34), Marvin Deters (20).
  • Abwehr: Andre Balster (27), Bastian Benzien (20), Jan Bünnemeyer (24), Michael Kolbeck (20), Dominik Soremba (20), Torsten Stukenborg (20), Paul Wessels (21), Thomas Wieferich (21), Benny Bloemen (22).
  • Mittelfeld: Patrick Hinxlage (28), Robert Kröger (20), Alexander Landwehr (20), Finn Plümer (19), Markus Stukenborg (25), Tom Ungemach (26), Simon Pille (24), Vincent von Lehmden (24), Constantin Westermann (23).
  • Angriff: Patrick Albers (22), Vladi Aumann (27), Hubertus Blömer (25), Jonas Pöhlking (20), Nico Files (28), Kevin Steinfeld (20).
  • Trainer: Ingo Soremba (54), seit März 2011.
  • Saisonziel: Klassenerhalt.
  • Meistertipp: Holthausen, Melle.
  • Der "Anstoß 20/21" der Oldenburgischen Volkszeitung mit den Vereinen aus dem Landkreis Vechta ist mit der Ausgabe am Samstag, 5. September erschienen - gedruckt oder als ePaper in der App und hier im Online-Kiosk.

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