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In Laufschuhen auf Entdeckungsreise

Die „Trail Explorer“ erkunden den Landkreis Vechta und die Umgebung. Die Gruppe ist mittlerweile auf über 150 Mitglieder angewachsen – und hat nun 1281 Euro an „Sportler gegen Hunger“ gespendet.

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Im ganzen Landkreis unterwegs – auch für SgH: Von links Linda Rachel, Gerold Schwarberg, Ferdinand Erken, Arben Selimaj, Andre Brune-Suszka, Uwe Middendorf und Stefan Pille. Foto: Dressler

Im ganzen Landkreis unterwegs – auch für SgH: Von links Linda Rachel, Gerold Schwarberg, Ferdinand Erken, Arben Selimaj, Andre Brune-Suszka, Uwe Middendorf und Stefan Pille. Foto: Dressler

Es ist eine Mischung aus Sightseeing und Ausdauersport, so etwas wie eine Entdeckungsreise in Laufschuhen. Zehn- bis zwölfmal im Jahr starten die „Trail Explorer“ (Pfad-Entdecker) ihre kleinen Abenteuer. Meistens im Landkreis Vechta, hin und wieder geht es aber auch in bergigere Regionen im Umland. Immer mit demselben Ziel: interessante Orte passieren, an denen man auf den gängigen Laufrouten meistens nicht vorbeikommt. Der Dinklager Uwe Middendorf, der gemeinsam mit Ferdinand Erken aus Lohne 2016 die besondere Laufgruppe ins Leben gerufen hat, beschreibt das Ziel so: „Die Wiederentdeckung des natürlichen Laufens im Gelände.“

Auf den Entdeckungsreisen blieb im Übrigen auch noch die Zeit dafür, etwas Gutes zu tun: Im Rahmen der Aktion „Silvesterlauf meets Awedi Gulfa“ überreichten die Trail Explorer nun einen Spendenscheck in Höhe von 1281 Euro an die OV/KSB-Aktion „Sportler gegen Hunger“. Wie es dazu kam? „Irgendwann fingen die Leute an und haben mir fünf Euro in die Tasche gesteckt“, berichtet Uwe Middendorf von seinen Erfahrungen nach der Durchführung einiger Trailläufe. Vor zwei Jahren stellte er dann im Anschluss an die sportliche Betätigung erstmals eine Spendenbüchse auf. Stattliche 900 Euro kamen von da an bis Silvester zusammen – und weitere 381 Euro kamen dann beim insgesamt 76. Lauf der Trail Explorer noch hinzu.

Angefangen ist alles im Jahr 2016. Damals schrieben die Gründerväter der Trail Explorer die Lauftreffs der Region an und erklärten ihnen ihr Anliegen. „Wir sind keine Konkurrenz, sondern wollen eine Alternative bieten“, erklärt Uwe Middendorf. Das heißt: Die Gruppe ist offen für Mitglieder jeglicher Lauftreffs, die ergänzend zu ihren Läufen im normalen Habitat auch mit den Trailläufern auf Erkundungstouren gehen wollen.

Unter anderem geht es durch die Moore der Region

Diese führen die Ausdauersportler mit einer Pace von sechs Minuten pro Kilometer auf zehn bis 21 Kilometer langen Routen an einigen Sehenswürdigkeiten vorbei – an Kapellen, an Grenzsteinen, an Aussichtsplattformen. Oft geht es auch durch die Moore der Region.

Uwe Middendorf versichert: „Der Naturschutz ist immer im Hinterkopf.“ Ohnehin geht es nicht einfach kreuz und quer, sondern über sogenannte „Trails“. Das sind schmale Pfade auf natürlichem Untergrund, die nur 40 bis 80 Zentimeter breit sind. Uwe Middendorf weiß, dass auch viele andere Lauftreffs auf Waldwegen zu Hause sind. Den Anspruch des Trail Explorer beschreibt er daher so: „Wir versuchen Strecken einzubringen, die über die Grenzen hinausgehen.“ Dabei wird grundsätzlich in drei Kategorien eingeteilt: Bei „Urban Trails“ geht es von der Stadt in den Wald. Dann gibt es „Moorläufe“, die im Moor beginnen und auch enden. Und es gibt „Crosstrails“ durch bergige Regionen. „Das ist das Anstrengendste“, sagt Uwe Middendorf.

Das Angebot der Laufgruppe kommt bestens an. Sie ist mittlerweile auf über 150 Mitglieder angewachsen, die sich über Signal, WhatsApp und neuerdings über ein Instagram-Konto gegenseitig informieren. In Planung ist für die Zukunft auch ein 21-km-Lauf im „Nassen Dreieck“ im Teutoburger Land. Der „Standardlauf“, der jedes Jahr zum Programm gehört, sei hingegen der Stoppelmarktlauf, berichtet Uwe Middendorf.

Wie abwechslungsreich die Läufe der Trail Explorer sind, dafür ist ihre Route im Rahmen des Silvesterlaufs ein gutes Beispiel. Dort ging es in drei Zehner-Gruppen von der St.-Anna-Klus zuerst zum Bierhebewerk in Kroge, dann zum Kokenberg, über den Liederweg nach Ehrendorf, dann zum Königsstuhl und über den Pickerweg und den Jakobsweg zur Aussichtsplattform Südlohner Moorblick. Es war schon eine kleine Ausnahme, denn normalerweise wird von März bis November gelaufen. Im Winter und im Sommer gibt's jeweils kleine Laufpausen.

Weitere Entdeckungsreisen werden im Jahr 2022 auf jeden Fall folgen. Außerdem versichert Uwe Middendorf beim Gedanken an die geleerte Spendenbüchse: „Das Sammeln geht jetzt wieder von vorne los.“

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