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In der Abwehr und zu Hause hapert es noch

Seit Dienstag haben die Handballerinnen von SFN Vechta Gewissheit: Die Saison in der 3. Liga West wird abgebrochen. Zeit für eine Bilanz.

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Eine feste Größe bei SFN: Mette Müller. Foto: Schikora

Eine feste Größe bei SFN: Mette Müller. Foto: Schikora

Die Saisonbilanz
Aufsteiger Vechta spielte lange gegen den Abstieg. Am Ende steht nun jedoch ein starker vierter Platz. Denn aufgrund der Quotientenregelung (Pluspunkte geteilt durch Anzahl der Spiele) machte Vechta noch zwei Plätze gut. „Wir haben eine gute Saison gespielt“, findet Trainer Kai Freese: „Zu Beginn hatten wir Schwierigkeiten, als Luca Vodde lange verletzt ausfiel. Aber dafür, dass der Kader nicht so breit war, sind wir ganz gut durchgekommen. Ansonsten hatten wir nur noch die Bänderrisse bei Nele Müller und Ute Zimmermann.“

Das war gut
„Von der Spieltaktik und der Disziplin her haben wir uns gesteigert“, findet Kai Freese. Dies habe sich vor allem in engen Spielen gezeigt. „Einige Spiele waren bis zur 50. Minute ausgeglichen. Die hätten wir vor zwei Jahren noch verloren, weil uns die Coolness fehlte. Da sind wir extrem besser geworden.“ Zudem sei SFN im Angriff variabler geworden. Freese spricht von „15 standardisierten Auslösehandlungen – das haben viele andere Mannschaften nicht“.

Das war nicht so gut
Im Schnitt kassierte SFN 25,56 Tore pro Spiel. „Das ist zu viel“, so Freeses Urteil: „Leider hatten wir immer noch extreme Schwankungen in der Abwehrleistung. Während die 5-1-Abwehr gut funktionierte, wurden in der 6-0 zu viele Duelle auf den Halbpositionen verloren. Auch die Torhüterleistung sei „ausbaufähig und schwankend“, gewesen, so der Coach.

Ein Spiel zum Vergessen
Im Januar verlor SFN beim späteren Meister Aldekerk mit 27:28. „Da waren wir die klar bessere Mannschaft und sind gnadenlos verpfiffen worden“, ärgert sich Freese immer noch.

Das Highlight
Der 36:30-Sieg im letzten Auswärtsspiel bei Leverkusen II. Bis zur 41. Minute hatte Vechta da noch zurückgelegen. „Da sind wir bis zum Ende ganz ruhig geblieben“, erinnert sich Freese.

Auswärts und zu Hause
„Wir müssen heimstärker werden“, findet Freese. In der Tat hatte man bei Spielen in der Halle West oft den Eindruck, dass die Mannschaft verkrampfte. „Die machen sich alle zu viel Druck“, glaubt Freese: „Auswärts hat die Mannschaft befreiter gespielt als zu Hause. Da müssen wir ruhiger und geduldiger werden.“

Lob vom Trainer
Ein Extra-Lob spricht Kai Freese den Schwestern Jane und Nele Müller aus. Beide hätten vor allem als Spitzen in der 5-1-Deckung einen „Superjob gemacht“. Jane sei eine „extrem wichtige Spielerin, vorne bekommt sie auf Linksaußen leider noch zu wenig verwertbare Bälle“, so Freese. „Und Nele bringt als Spielmacherin vorne Ruhe ins Spiel, auch wenn sie etwas weniger Spielzeit bekommen hat.“ Und dann ist da natürlich noch Luca Vodde. Das Rückraumtalent aus Dinklage spielte nach überstandener Handverletzung eine starke Saison. Freese: „Sie ist vorne wie hinten ein ganz wichtiger Faktor.“

Zwei, die fehlen werden
Mette Müller und Ute Zimmermann werden Vechta wohl aus beruflichen Gründen verlassen. Ein Verlust für SFN – sportlich wie menschlich. „Mette und Ute waren in meiner Zeit hier vom ersten Tag an dabei. Sie sind eigentlich gar nicht wegzudenken“, sagt Freese: „Sie sind absolute Teamplayer und haben extrem viel für die Mannschaft getan.“

Die Planung für 2020/21
Neben diesem Duo wird auch die aus dem Raum Hannover pendelnde Torfrau Celina Friede SFN verlassen. Im Gegenzug stehen mit Lisa Noack (BV Garrel) und Torfrau Carolin Tiedeken (TV Cloppenburg II) zwei Neuzugänge fest. Freese sucht jetzt noch eine Torfrau sowie „mindestens zwei Außen“. Freese selbst macht als Trainer weiter, auch wenn der Vertrag noch nicht unterschrieben ist.

Wie geht es weiter?
Freese ist da mit Blick auf Corona skeptisch. „Vor Ende der Sommerferien wird in Vechta keine Halle aufgemacht“, glaubt er. „Ich bin mir sicher: Vor Oktober wird im Amateurbereich kein Ball rollen – weder im Fußball noch im Handball.“

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