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Hula-Hoop-Reifen erobert viele Herzen

Die Online-Nachfrage stieg innerhalb eines Jahres um 6000 Prozent. Seit Beginn der Corona-Pandemie wird der Trendsport auch im Kreis Cloppenburg bei Groß und Klein immer beliebter.

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Im Hula-Hoop-Fieber: Der 7 Jahre alte Manuel Hagedorn aus Garrel (von links) und seine Schwestern Isabell (sieben), Sarah (14) sowie  Laura (11) lassen den Reifen täglich um ihre Hüften kreisen. Foto: Bettenstaedt

Im Hula-Hoop-Fieber: Der 7 Jahre alte Manuel Hagedorn aus Garrel (von links) und seine Schwestern Isabell (sieben), Sarah (14) sowie Laura (11) lassen den Reifen täglich um ihre Hüften kreisen. Foto: Bettenstaedt

Die Sportanlage des BV Garrel ist vom Haus der Hagedorns nur wenige hunderte Meter entfernt und im Moment doch unerreichbar weit weg. Gefühlt jedenfalls. "Normalerweise spielen wir alle Fußball, aber wegen Corona ist das ja leider schon lange nicht mehr möglich", sagt die 14 Jahre alte Sarah. Glücklicherweise hat vor einigen Wochen ein anderes rundes Sportgerät die Herzen von Sarah und ihren jüngeren Geschwistern Manuel, Isabell (beide 7) und Laura (11) erobert: der Hula-Hoop-Reifen. Mehrmals am Tag lassen sie ihn mit jeder Menge Spaß um die Hüften kreisen – meistens im Wohnzimmer, manchmal im Garten. Die 4 Kinder aus Garrel sind Teil des Hula-Hoop-Booms, der seit Beginn der Pandemie immer größer wird.

Dass die Hagedorn-Sprösslinge nach der Online-Bestellung von Mama Bettina rund einen Monat lang auf ihren ersten Reifen, der 48 Euro gekostet hat, warten mussten, verwundert nicht. Denn die Nachfrage ist riesig. Laut des Internetportals vergleich.org ist der Verkauf von Dezember 2019 (ca. 33.000) bis Januar 2021 um mehr als
6000 (!) Prozent auf nun rund zwei Millionen Exemplare gestiegen.

Der aktuelle Hula-Wahnsinn hat einen Namen: Corona. Weil seit vielen Monaten ein Sportverbot herrscht, Fitnessstudios geschlossen sind und das Vereinsleben quasi zum Erliegen gekommen ist, trainieren viele Sportler in den eigenen vier Wänden. In sozialen Medien wie Instagram und TikTok präsentieren etliche Menschen – vor allem auch Influencer – ihr Können mit dem Reifen und schwärmen von den Vorteilen: Beine, Po, Bauch sowie Rücken werden trainiert und auf der Waage fallen nach einiger Zeit die Kilos.

Spaß beim Hulern: Katharina Ahrens aus Cloppenburg hat den Trendsport vor fast einem Jahr für sich entdeckt. Foto: ©AhrensSpaß beim "Hulern": Katharina Ahrens aus Cloppenburg hat den Trendsport vor fast einem Jahr für sich entdeckt. Foto: ©Ahrens

Auch Katharina Ahrens aus Cloppenburg ist seit fast einem Jahr Feuer und Flamme. "Am Anfang habe ich mir noch blaue Flecken geholt und das Ding fiel ständig auf den Boden. Irgendwann hat es aber dank der richtigen Technik 'Klick gemacht' – mittlerweile schaffe ich 20 Minuten am Stück", sagt die 32-Jährige. Ahrens "hulert" in der Regel viermal in der Woche zwischen zehn und 20 Minuten. "Meistens vorm Fernseher, wenn ich mir meine Serien ansehe." Blaue Flecken gehören auch bei ihr der Vergangenheit an. Dies liegt sicher auch daran, dass die Hula-Hoop-Reifen dicker und wegen ihrer Schaumstoffummantelung auch weicher als noch vor einigen Jahrzehnten sind.

Sowohl Katharina Ahrens als auch die vier Kinder von Bettina Hagedorn werden ihre bunten Sportgeräte nicht in die Ecke schmeißen, wenn Fitnessstudios wieder öffnen dürfen und beim BV Garrel wieder gekickt werden darf. "Ich möchte dann trotzdem weitermachen", sagt der 7 Jahre alte Manuel, der sich schon nach kurzer Zeit zu einem echten Hula-Hoop-Crack entpuppt hat.


Fakten:

  • Ende der 1950er Jahre erreichte Hula Hoop (Hula: hawaiischer Tanz, Hoop: englisch für Reifen) in den USA dank einer Marketingkampagne große Beliebtheit. In den 60er und 70er Jahren schwappte die Welle dann nach Deutschland herüber. Im Laufe der Zeit verlor das anfangs so kultige Sportgerät immer mehr an Bedeutung.
  • Hula Hoop gibt es im eigentlichen Sinne nicht erst seit den 1950er Jahren. Bereits 500 Jahre vor Christus spielten im alten Ägypten Kinder mit Reifen, die aus Weinreben gefertigt waren. Später, im 14. Jahrhundert, sollen Hula-Hoop-Reifen in Großbritannien auch bei Erwachsenen äußerst beliebt gewesen sein.

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