Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Höhenflug der Bührener Fußballfrauen

Nach dem Durchmarsch durch die Kreisliga sind die BVB-Kickerinnen inzwischen in der Bezirksliga angekommen.

Artikel teilen:
BV Bühren: Hinten von links: Cotrainer Olaf Arlinghaus, Lara Lüdemann, Julia Siemer, Laura Gerdes, Jessica Meyer, Malin Evers, Nele Schlömer. Mitte von links: Trainer Heinz Schmedes, Jana Abeln, Ellen Evers, Stephanie Schmedes, Dörte Gerdes, Elke Eckhoff, Merle Kordon, Paula Wegmann, Betreuer Ludger Hüsing. Vorne von links: Ellen Gerken, Merle Moormann, Lisa Haupt, Rebecca Hüsing, Saskia Koch, Jasmin Koch, Celina Koch, Pia Koch, Jacqueline Menze. Foto: BV Bühren

BV Bühren: Hinten von links: Cotrainer Olaf Arlinghaus, Lara Lüdemann, Julia Siemer, Laura Gerdes, Jessica Meyer, Malin Evers, Nele Schlömer. Mitte von links: Trainer Heinz Schmedes, Jana Abeln, Ellen Evers, Stephanie Schmedes, Dörte Gerdes, Elke Eckhoff, Merle Kordon, Paula Wegmann, Betreuer Ludger Hüsing. Vorne von links: Ellen Gerken, Merle Moormann, Lisa Haupt, Rebecca Hüsing, Saskia Koch, Jasmin Koch, Celina Koch, Pia Koch, Jacqueline Menze. Foto: BV Bühren

Vor zwei Jahren haben sich die Fußballfrauen des BV Bühren inhal tlich neu aufgestellt. Heinz Schmedes übernahm den Trainerposten und gab eine neue Richtung vor: „Ich haben den Spielerinnen gesagt: ,Wenn wir etwas machen, dann richtig.‘ Ich wollte nicht weiter in der Kreisklasse Vierter oder Fünfter werden und weder mit oben noch unten etwas zu tun haben.“

Bei seinem Team stieß er damit auf offene Ohren. „Wir haben das Training intensiviert, mehr Einheiten absolviert, manchmal auch am Wochenende“, erzählt Schmedes, der vor allem auf die Stabilisierung der Abwehr Wert legte. „In den ersten Jahren hatten wir pro Saison annähernd 100 Gegentore bekommen, das sind natürlich viel zu viele.“

Der „neue Weg“ sollte schon bald Erfolg zeitigen. In der Saison 2018/2019 holte sich der BVB ganz souverän den Titel. Keines der 14 Spiele verloren die Bührenerinnen, sie holten 40 von 42 möglichen Punkten. Nach einem 2:2 bei Fortuna Einen II zum Auftakt ging es ab. Es folgten 13 Siege hintereinander, und Bühren ließ nur noch acht Gegentreffer zu – der Aufstieg in die Kreisliga war perfekt.

Das BVB-Team besteht zu allergrößten Teilen aus echten Bührenerinnen. „Das hat bei der WM 2006 angefangen. Da hatten wir eine E-, eine D- und eine C-Jugend bei den Mädchen. Als die dann alle in die B-Jugend gekommen wären, gingen sie sofort in den Frauenbereich“, sagt Schmedes. So war es von Anfang an eine verschworene Gemeinschaft, die nun durchgestartet ist. Denn die Kreisliga sollte nur ein kurzes Intermezzo werden.

Der BV Bühren marschierte durch und hatte sich zum Zeitpunkt des Abbruchs im März schon einen gehörigen Vorsprung vor der Konkurrenz verschafft. Zehn der 13 Spiele hatte die Elf von Trainer Schmedes gewonnen, dazu gesellten sich drei Unentschieden. Mit 33 Punkten hatten sie acht Zähler mehr auf dem Konto als die nächsten Verfolger, FC Huntlosen und TuS Lutten II. Später wurde die Tabelle nach der Quotientenregelung berechnet und Bühren stieg wiederum auf.

Die Bührener Fußballfrauen wecken das Interesse im Ort. „Wir bekommen viel Unterstützung vom Vorstand sowie auch und vor allem aus der ersten Herrenmannschaft. Außerdem werden unsere Leistungen von den Bührenern honoriert. 50 bis 60 Zuschauer haben wir in unseren Heimspielen immer“, sagt Schmedes.

Nun ist die Mannschaft in der Bezirksliga angekommen. „Man merkt schon, dass dort ein wesentlich schärferer Wind weht“, findet Schmedes. „Fehler werden rigoros bestraft.“ Zum Auftakt gab es ein klares 1:5 gegen Titelfavorit BW Lohne, es folgte ein 2:2 gegen Fortuna Einen. „Die Niederlage gegen Lohne ist etwas zu hoch ausgefallen, gegen Einen haben wir in der ersten Halbzeit unsere Chancen nicht genutzt. Dann musst du froh sein, wenn du am Ende einen Punkt rettest“, sagt Schmedes. Zu den ersten beiden Spielen ohne Sieg in der Punktrunde kommt ein 0:3 im Bezirkspokal gegen den Landesligisten TuS Lutten. Eine ungewohnte Situation für den zuletzt so erfolgsverwöhnten BV Bühren. Doch Trainer Schmedes relativiert: „Wir sind zwar in den letzten beiden Jahren in den Punktspielen ungeschlagen geblieben, aber wir haben auch viele Testspiele bestritten, von denen wir einige verloren haben. Deswegen kam uns die Serie gar nicht so lang vor. Und dass es jetzt mal Niederlagen setzt, damit haben wir gerechnet.“

Saisonziel ist der Klassenerhalt. Am liebsten würden die Bührenerinnen in der Staffel A der zweigeteilten Bezirksliga Mitte unter die ersten drei kommen, um dann in der Meisterrunde weiterzuspielen. „Aber das wird schwer“, meint Schmedes und schließt nicht aus, dass der BVB sich letztlich in der Abstiegsrunde wiederfindet.

Aber egal, wie es kommt: Die Bührenerinnen lassen sich die Freude am Fußball nicht nehmen. „Die ersten Spiele ohne Sieg werfen uns nicht um. Die Stimmung im Team ist immer noch klasse“, meint Schmedes. Allein der Fakt, dass die aktuelle, bis zum Monatsende verhängte coronabedingte Pause im Kreis Cloppenburg ihn und seine Mannschaft aktuell ausbremst, nervt. „Es ist schade, dass es im Moment nicht weitergeht, wir hängen schon ein bisschen durch“, stellt Schmedes fest.

Abseits vom aktuellen sportlichen Geschehen würden die Bührenerinnen die Jugendarbeit gerne verstärken. „Einen Unterbau haben wir derzeit nicht, aber wir wollen damit anfangen, etwas aufzubauen“, sagt Schmedes. „Es wäre schön, wenn wir zum 100-jährigen Bestehen des BV Bühren im nächsten Jahr wieder eine Jugendmannschaft hätten.“

Sie wollen nichts verpassen, worüber das Oldenburger Münsterland spricht? Dann abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter „Moin, OM!“. Er fasst für Sie das Wichtigste für den Tag auf einen Blick zusammen – immer montags bis freitags zum Start in den Tag.  Hier geht es zur Anmeldung

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Höhenflug der Bührener Fußballfrauen - OM online