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Hinrich Arkenaus Hoffnung heißt Adamstal

Das Coronavirus legt auch den Golfsport lahm: Der Lohner Golfprofi Hinrich Arkenau ist ohne Einnahmen und Umsatz. Er glaubt, dass sich das bald ändert. Die Challenge Tour ruft.

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Als es noch Turniere gab: Hinrich Arkenau in der Vor-Coronazeit. Foto: Club zur Vahr

Als es noch Turniere gab: Hinrich Arkenau in der Vor-Coronazeit. Foto: Club zur Vahr

Die Golfplätze waren für die Professionals in der Corona-Krise nur für gut zwei Wochen gesperrt – dennoch hat die Pandemie die Berufsspieler mit voller Härte getroffen. „Bis Mitte Juli geht nichts – alles abgesagt“, berichtet Hinrich Arkenau (30). Der Lohner Profi vom Club zur Vahr Bremen wollte nach seinem Aufstieg in die europäische Challenge Tour und zwei Vorbereitungsturnieren in Südafrika eigentlich Mitte Mai in Prag beim ersten Turnier der Serie so richtig durchstarten. Aber schon lange vorher gab es ein rigoroses Stoppsignal.

Jetzt lebt die Hoffnung auf einen Re-Start ab Mitte Juli in Adamstal in Niederösterreich. „Österreich, das klingt realistisch, da könnte wirklich etwas möglich sein“, sagt Hinrich Arkenau. Und die Spieler der 2. europäischen Liga wären damit noch gut dran, denn im Oberhaus European Tour soll bis in den September hinein nicht mehr gespielt werden.

Corona-Beschränkungen legen den Golf-Sport lahm

Die Challenge Tour mit 156 Teilnehmern könnte also in gut acht Wochen wieder losgehen. Aber dazu müssten auch die im internationalen Flugverkehr gültigen Einschränkungen wieder aufgehoben sein. „Im Moment wäre ein fairer sportlicher Wettbewerb gar nicht möglich“, stellt Arkenau auch wegen unterschiedlicher nationaler Regelungen im Sportbetrieb oder zu Reisevorschriften fest.

Zudem seien auf der Tour noch drei Turniere in China und eine Veranstaltung in der Lombardei geplant – auch da stehen große Fragezeichen. Wie ein fester Tross von über 300 Leuten – Spieler, Caddies, Trainer, Volunteers, Familienmitglieder und andere – teilweise von Turnier zu Turnier und damit von Land zu Land fliegen solle, sei zurzeit ebenfalls nicht vorstellbar.

Die Challenge Tour hat zudem noch keinerlei Regelungen verabschiedet, ob und wie die Saison gewertet wird; da tappt man noch völlig im Dunkeln. Hinrich Arkenaus ursprüngliches Ziel war, in die Top 70 zu kommen, um die Tourkarte für das kommende Jahr zu lösen.

Arkenau trainiert derzeit auf Plätzen in Niedersachsen

Immerhin kann Arkenau zurzeit ordentlich trainieren. Nicht in Bremen, sondern auf den niedersächsischen Golfplätzen in Verden und in Osterholz-Scharmbeck, wo sein Verein Club zur Vahr eine seiner zwei Anlagen betreibt, spielt er schon seit dem 7. April wieder regelmäßig. Es ist inzwischen auch wieder erlaubt, zu dritt oder zur viert bzw. mit Coach zu trainieren. Als Einzelsportler sind die Corona-Auflagen auch nicht besonders gewöhnungsbedürftig – außer das Tragen des Mundschutzes oder dass man den Ball nach dem erfolgreichen Putten nicht mehr einfach so aus dem Loch nehmen darf.

Keine Ahnung, wo er sportlich steht: Hinrich Arkenau. Foto: Club zur Vahr Keine Ahnung, wo er sportlich steht: Hinrich Arkenau. Foto: Club zur Vahr

Aber wo er sportlich genau steht, das weiß Hinrich Arkenau nicht. „Frag mal einen Fußballer, wo er acht Wochen vor Saisonbeginn steht“, wirft er ein. Acht Wochen bis Adamstal, und erst weitere vier Wochen später würde das nächste Turnier kommen. Ohne sportlichen Ernstfall verwendet der Lohner dafür viel Zeit für das Fitnesstraining. Da habe er zugelegt, „obwohl ich nicht der Typ bin, der schnell Muskeln aufbaut“, sagt er mit einem Augenzwinkern.

„Ich glaube, dass ich durch die Krise hindurch kommen sollte.“ Hinrich Arkenau, professioneller Golfer

Und wie läuft es finanziell bei einem Golfprofi ohne Gewinnaussichten? „Ich habe null Umsatz und kein Einkommen mehr“, bringt es Hinrich Arkenau auf den Punkt. Es gebe auch keine Hilfe von außen, keine Fördertöpfe etwa vom Deutschen Olympischen Sportbund oder aus der Politik. Aber durch zuverlässige Sponsoren und durch Rücklagen aus den letzten Jahren sei er eigentlich gut gewappnet.

„Ich glaube, dass ich durch die Krise hindurch kommen sollte“, sagt Hinrich Arkenau, der als Werder-Fan fußballtechnisch wieder eine sportliche Ablenkung sieht, wenngleich er bei der Beurteilung der Chancen im Abstiegskampf ähnlich skeptisch ist wie beim Blick auf die Lage im Profigolf.

„Aber man muss die Situation so annehmen und das Beste daraus machen“, sagt Hinrich Arkenau, dessen Feier zum 30. Geburtstag am 24. April ebenfalls ins Wasser gefallen ist – was ihn aber nicht sonderlich gestört hat. Viel lieber würde er wieder richtig zum Golfspielen kommen. Von daher lässt sich die Hoffnung vorläufig auf ein Wort reduzieren: Adamstal.

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