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Hinrich Arkenaus Achterbahnfahrt im südafrikanischen Herbst

Der Lohner Golfprofi startet mit einem besonderen Turnier-Dreierpack in die Saison. Weiter geht's in Schweden und Irland.

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Das nächste Loch im Visier: Golfprofi Hinrich Arkenau (links). Foto: Club zur Vahr

Das nächste Loch im Visier: Golfprofi Hinrich Arkenau (links). Foto: Club zur Vahr

Drei Wochen Südafrika im April und Mai, danach fünf Tage daheim in Bremen und Lohne, am Sonntag dann der Flug nach Stockholm, ehe Ende des Monats Dublin folgt: Der Saisonbeginn für den Lohner Profigolfer Hinrich Arkenau ist turbulent – und er kam ein bisschen plötzlich. Der 31-Jährige vom Bremer Club zur Vahr hatte eigentlich vor, angesichts der eingeschränkten Trainingsmöglichkeiten im kühlen Norddeutschland zur praxisnahen Saisonvorbereitung nach Spanien zu fliegen. Aber dann ging es direkt zu drei Turnieren in den Herbst nach Südafrika. Bei 25 bis 30 Grad ließ sich auf gepflegten Grüns trefflich spielen. „Es waren tolle Bedingungen“, schwärmt Arkenau.

Geplant war dort ursprünglich nur eine Woche, da Hinrich Arkenau im Ranking der Challenge Tour weiter hinten liegt und teilweise über die Warteliste kommt. Challenge Tour (Herausforderungs-Tour) – so heißt die Serie mit Turnieren in Europa, Südafrika (in Kooperation mit der Sunshine-Tour) und am Saisonende im Oktober/November auch in China. Da er für die Einreise nach Südafrika nicht im Besitz einer geforderten, speziellen Corona-App war, herrschte anfangs große Ungewissheit über seine Startmöglichkeit. „Dann sagte mein Sponsor: 'Flieg einfach runter und klär das vor Ort'“, berichtet Hinrich Arkenau. Gesagt, getan. In Südafrika gab es dann keine behördlichen Probleme. Und statt des Trainingslagers in Spanien gab es einen unverhofften Turnier-Kaltstart; regulär hatte er damit erst im Juni geplant.

Der Lohner mit Wohnsitz Bremen hatte in Südafrika zunächst nur mit der Limpopo Championship im Norden des Landes kalkuliert. Doch dann spielte er auch noch die Bain's Whisky Cape Town Open in Kapstadt und das Dimension Data Pro-Am im Fancourt Golf Estate in George, rund 400 Kilometer östlich von Kapstadt. Bei den ersten beiden Klassements scheiterte Arkenau am Cut – nur die bessere Hälfte des Turnierfeldes spielt die Runden drei und vier bis zur Entscheidung. „Da war noch zu viel Achterbahn, es fehlte die Konstanz“, blickt Hinrich Arkenau zurück. In George spielte er dann zwei starke 69er Runden auf dem Par-72-Kurs, womit er den Cut schaffte. In den beiden Folgerunden kam jeweils eine 74 heraus (gesamt 286) – damit landete er am Ende auf dem geteilten 52. Platz und nahm noch 1835 Euro Preisgeld mit. „Damit kommt man natürlich nicht mit einer Null heraus“, resümiert Hinrich Arkenau mit Blick auf die Gesamtkosten. Zum Vergleich: Sieger Wilco Nienaber (Südafrika/269 Schläge) erhielt rund 55 500 Euro.

Im Training: Hinrich Arkenau am vergangenen Wochenende im Club zur Vahr. Foto: HornungIm Training: Hinrich Arkenau am vergangenen Wochenende im Club zur Vahr. Foto: Hornung

Das Südafrika-Fazit des seit 2015 als Profigolfer startenden Lohners fiel in sportlicher Hinsicht positiv aus: „Es hat sich ein Grundkonstrukt gebildet.“ Im Winter hat Hinrich Arkenau intensiv an Fitnessgeräten gearbeitet und dadurch vor allem seine Schlaggeschwindigkeit verbessert. Er urteilt: „Da bin ich rund zehn Prozent im Plus.“

Nachdem Hinrich Arkenau im Jahr 2020 coronabedingt nur zu einer Handvoll Turniereinsätzen kam, hat er jetzt schon drei Klassements hinter sich, und die nächsten beiden sind schon gebucht. Nahe der schwedischen Hauptstadt Stockholm wird er ab diesem Mittwoch (19. Mai) an den Dormy Open in Akersberga teilnehmen, in Portmanock bei Dublin folgt für den Berufssportler ab dem 27. Mai die Irish Challenge. In der Regel sind jeweils 156 Teilnehmer dabei.

Anders als in Europa zurzeit üblich, befanden sich die Spieler in Südafrika nicht in einer „Bubble“. Hinrich Arkenau erläutert: „Die Corona-Zahlen sind zurzeit in Südafrika niedrig. Dennoch begibt man sich auch dort möglichst in Isolation.“ Regelmäßige Corona-Tests seien obligatorisch. In Europa müssten alle Spieler wieder in ein Hotel, bei strengeren Hygiene-Auflagen und erhöhter Testfrequenz. Hinrich Arkenau sagt zu seinen Planungen: „Normalerweise macht man drei Turniere am Stück und dann eine Pause.“ Im Turnierplan der Challenge Tour stehen 28 Termine; Arkenaus Ziel ist ein Platz unter den besten 70 Spielern, um sich das volle Spielrecht für 2022 zu sichern. Die Top 25 steigen auf in die European Tour.

Dank an den Physio: „Das ist Gold wert"

Nach dem langen Rückflug von der Südspitze Afrikas („14 Stunden Economy“) war Hinrich Arkenau dankbar, dass sein Visbeker Physiotherapeut Hermann-Josef Wigger ihn alsbald unter seine Fittiche nahm. Auch Verspannungen oder Entzündungen müssten am besten vorsorglich behandelt werden, sagt Arkenau. Anfällige Bereiche wie Rücken, Schulter, Handgelenke oder Knie gebe es viele: „Das ist Gold wert“, sagt er zu den Physio-Maßnahmen. Hinrich Arkenau lobt auch seine „sensationellen Sponsoren“, die ihn gut durch die Corona-Krise begleiteten. So plane Wilmering Reisen alle seine Golf-Touren.

Von denen er trotz der weiter ungewissen Corona-Entwicklung hofft, dass sie in diesem Jahr zahlreich kommen werden. „Homeschooling“ gibt's in abgewandelter Form aber auch im Golf. In der vergangenen Woche stand er wieder beim Training in Bremen auf dem Platz. In Lohne, wo er regelmäßig bei seiner Mutter zu Besuch ist, hat er es in diesem Jahr auf Gut Brettberg allerdings nur zu einer Runde mit seinem alten Nachbarn Tobias Grote gebracht.

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