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Heimspiel - Der Corona-Fragebogen

Heute mit: Marie-Charlot Lonnemann

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Fühlt sich in Spanien wohl: Tennisspielerin Marie-Charlot Lonnemann. Foto: Lonnemann

Fühlt sich in Spanien wohl: Tennisspielerin Marie-Charlot Lonnemann. Foto: Lonnemann

Marie-Charlot Lonnemann kommt aus Vechta und spielt mit dem TV Visbek in der 2. Tennis-Bundesliga. Die 22-Jährige wohnt mit ihrem Freund, dem Tennisspieler Nicola Kuhn, im spanischen Alicante. Sie studiert International Sports Management in Valencia und arbeitet als Business Development Intern bei der Spanish Pro Football Academy, einer internationalen Fußballakademie. Im Juli will sie ihren Master machen – und danach gerne in Spanien bleiben und im Sport-Eventmanagement arbeiten. Tennis spielt sie seit ihrem sechsten Lebensjahr. Aktuell trainiert sie in Alicante beim Club Atlético Montemar bei Ivan Navarro, einem früheren spanischen Top-100-Spieler.

Stellt sich bei Ihnen auch schon der Corona-Koller ein? Der hat sich bei mir speziell im letzten Jahr bemerkbar gemacht, als alles online stattgefunden hat, als auch das Tennisspielen nur eingeschränkt möglich war und es keine Turniere gab. Mittlerweile ist bei mir ein relativ normales Leben wieder eingekehrt, da hier in Spanien vieles wieder möglich ist. Restaurants, Fitnessstudios – alles ist wieder offen. Wir müssen nur um 22.00 Uhr zu Hause sein. Am Anfang war das hier aber auch eine Katastrophe. Die Leute durften fast zwei Monate ihre Wohnungen nicht verlassen. Da war ich zum Glück in Deutschland.

Was haben Sie in der Corona-Krise am meisten vermisst? Mit Freunden treffen – auf einen Kaffee, in einer Tapas-Bar oder am Strand. Spontan etwas unternehmen und natürlich das unbeschwerte Sportgeschehen im Verein oder auch bei Turnieren. Dass man Zuschauer hat und sich zusammensetzt. Die soziale Komponente geht leider auf vielen Ebenen verloren.

Und was vermissen Sie gar nicht? Meinen Besuch in der Disco (so einmal im Jahr).

Was mussten Sie bislang absagen? Zahlreiche Preisgeldturniere und auch ITF-Turniere in Deutschland. Auch Familienfeiern wie Weihnachten, die mir als Familienmensch sehr viel Freude bereiten, mussten leider online stattfinden.

Ihr Lesetipp für die Krise? „The Inner Game of Tennis“ von W. Timothy Gallwey. In dem Buch kann man nicht nur Psychologie für den Tennisplatz lernen, sondern auch sehr viel für das alltägliche Leben und die Motivation. Gerade in dieser Zeit können kleine Hilfen und Worte Wunder bewirken.

Welche Musik hilft Ihnen durch diese Zeit? Das kommt ganz auf meine Stimmung an, mit der ich am Morgen aufstehe. Da kann es passieren, dass ich „Liebeslieder“ (vor allem von Lea), Eminem oder dann doch die 80er-Hits brauche.

Ihr Film-/Serientipp für lange Abende zu Hause? Bei mir geht nichts ohne Grey's Anatomy.

Sonst noch einen Tipp gegen die Langeweile? Neue Sportarten ausprobieren – Beachvolleyball, Schwimmen, mit dem Fahrrad in die Berge. Bei Tagesausflügen neue Orte oder mal einen anderen Strand entdecken. Und Torten backen.

Welche Lebensmittel würden Ihnen am meisten fehlen, wenn es sie nicht mehr im Laden gäbe? Ich könnte nicht ohne meinen Kaffee am Morgen. Schwarz.

14 Tage Quarantäne – wo würden Sie die am liebsten verbringen? Auf den Malediven, da war ich noch nie. Dann kann man das Ganze als Urlaub nehmen.

Und welche drei Prominenten (oder andere Menschen) würden Sie mitnehmen? Meine Familie, da diese Menschen meine größten Vorbilder und „Prominenten“ sind. Meine Eltern, meinen Freund und meine zwei Brüder. Auch wenn das dann mehr als drei wären.

Ihre Lehre aus Corona? Wie wichtig Geduld ist. Und dass man sich unter einem Dach ziemlich auf den Geist gehen kann, wenn man nirgendwohin fliehen kann.

Hat die Krise für Sie auch etwas Gutes? Die Krise hat ein wenig entschleunigt und einem bewusst gemacht, auf was es ankommt. Nicht das Partyleben oder einen riesen Freundeskreis zu haben. Man hat gesehen, was man wirklich braucht, auch im Berufsleben. Und auf wen man sich verlassen kann.

Wohin würden Sie gerne als Erstes reisen, wenn es wieder geht? Ich würde wieder öfter nach Deutschland fliegen. Und ich möchte unbedingt mal nach Amerika, da war ich noch nie. Vielleicht eine Rundreise an der Westküste oder für ein paar Tage nach New York.

Wenn die Krise vorbei ist – worauf freuen Sie sich am meisten? Nichts Spezielles. Außer eventuell etwas zu unternehmen, ohne immer auf die Uhr zu gucken. Wir müssen hier schon seit etlichen Monaten immer um 22.00 Uhr zu Hause sein. Dabei findet das Leben hier eher später statt. Wir Essen zu Abend um neun, halb zehn. Essen gehen geht eigentlich nur noch mittags.

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