Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Heimspiel - Der Corona-Fragebogen

Heute mit: Michael "Pussy" Ostendorf

Artikel teilen:
Bloß kein Dachgeschoss: Michael Ostendorf. Foto: Mucker

Bloß kein Dachgeschoss: Michael Ostendorf. Foto: Mucker

Michael Ostendorf kennen alle nur unter seinem Spitznamen „Pussy“ – so wurde schon sein Vater genannt. Der 31-Jährige spielt Fußball bei seinem Heimatklub SV Carum und ist dort im Vorstand aktiv. Er wohnt in Münster, arbeitet als Unternehmensberater für ein Finanztechnologie-Unternehmen in Emsdetten und steht trotzdem regelmäßig auf dem Carumer Sportplatz.

Was vermissen Sie in der Corona-Krise am meisten? Diese Unbekümmertheit, zu tun und zu lassen, was man möchte. Jede Entscheidung, die man trifft, wird aktuell diskutiert und hinterfragt, inwiefern es erlaubt ist.

Und was vermissen Sie gar nicht? Überfüllte Kalender mit irgendwelchen Pflichtterminen, privat und beruflich.

Was mussten Sie bislang absagen? Ich hätte dieses Jahr ein Konzert und die Comedians Markus Krebs und Chris Tall gesehen. Obendrein einige Stadionbesuche und eigene Spiele. Mein Skiurlaub konnte zum Glück kurz zuvor noch stattfinden (nein, es war nicht Ischgl).

Ihr Lesetipp für die Krise? Sascha Lobos „Realitätsschock: Zehn Lehren aus der Gegenwart.“ Ein interessantes Buch über Rechtsruck, Klimakrise etc. außerhalb von Corona.

Welche Musik hilft Ihnen durch diese Zeit? Das Album von Jacob Fortyhands – sprich Indiepop, aber auch Pop.

Ihr Film-/Serientipp für lange Abende zu Hause? Die Serie Designated Survivor – es geht ums Weiße Haus. Aber auch eine spannende Talkshow mit Markus Lanz darf's gern mal sein.

Gibt es ein Sportereignis, das Sie sich gerne noch einmal auf Video anschauen würden? Gerne: Es ist die Saison 2004, das Spiel von Werder in München. Ailton … er versucht den Kunstschuss … sie lassen ihn ziehen. Die wohl vorerst letzte Meisterschaft. Ungerne: Den damaligen eigenen verschossenen Elfmeter im letzten Spiel kurz vor Schluss, der den Abstieg zur Folge hatte.

Sonst noch einen Tipp gegen die Langeweile? Ich habe das Laufen wieder für mich entdeckt. Einfach mal direkt zum Aasee um die Ecke und ein paar Meter zwischen Bäumen, Enten und Wasser drehen.

Welche Lebensmittel würden Ihnen am meisten fehlen, wenn es sie nicht mehr im Laden gäbe? Paprika, Milch, Eis und Pizza.

14 Tage Quarantäne - an welchem Ort würden Sie diese Zeit am liebsten verbringen, wenn Sie es sich aussuchen könnten? Auf jeden Fall nicht, wie bereits geschehen, in einer Dachgeschosswohnung – womöglich noch bei Hochsommertemperaturen und abgeschnitten von der Außenwelt.

Und welche drei Prominenten würden Sie mitnehmen? Mir fallen zwei ein: Felix Lobrecht und Tommi Schmitt, einfach weil „Gemischtes Hack“ zurzeit das Beste ist, um von einem stressigen Alltag per Podcast abzuschalten und über diverse Dinge zu philosophieren. Ich finde es amüsant, wenn die beiden sich unterhalten und darüber spekulieren, welcher Politiker wohl am besten sein Tanzbein schwingen kann.

Ihre Lehre aus Corona? Im Grunde ist es doch die Gewissheit, sich auf unseren Staat verlassen zu können. Bei aller gesellschaftlicher Kritik und politischer Angreifbarkeit muss man unterm Strich auch mal festhalten, dass das alles nicht so falsch gewesen sein kann, was die Politik beschlossen hat. Verlierer gibt es bei jeglichen Formen von Restriktionen immer, aber im Vergleich zu anderen Staaten, die von egozentrischen Machthabern getrieben werden, sind wir bis dato nun wirklich hervorragend weggekommen.

Hat die Krise für Sie auch etwas Gutes? Die Erkenntnis, dass der Wachstumskurs „immer schneller, größer und mehr“ nachhaltig nicht der richtige Weg ist. Das beste Beispiel ist doch u.a. das Aufdecken der Missstände in der Fleischindustrie. Die Krise zeigt mal wieder, dass es doch nicht sein kann, moderne Sklaverei und Ausbeutung im 21. Jahrhundert überhaupt noch vorzufinden. Globalisierung hat in dieser Branche nicht nur Vorteile.

Wohin würden Sie gerne als Erstes reisen, wenn es wieder problemlos möglich ist? Ich glaube, es ist erst mal eines der skandinavischen Länder dran. Ich mag deren Kultur und die ausgedehnten Wälder.

Der neue Newsletter für Friesoythe. Immer am Donnerstag das Wichtigste aus der Eisenstadt in ihrem Postfach. So verpassen Sie nichts mehr.  Jetzt hier kostenlos anmelden

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Heimspiel - Der Corona-Fragebogen - OM online