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Heimische Fußballer geraten ins Schwärmen

OM-Online hat eine Umfrage zum Tode von Diego Armando Maradona gestartet. Die fußballerische Extraklasse des am Mittwoch verstorbenen Argentiniers begeisterte seinerzeit alle befragten Trainer.

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Finalniederlage: Im WM-Endspiel 1990 mussten sich Diego Armando Maradona (vorne) und Argentinien der deutschen Nationalmannschaft (dahinter Guido Buchwald) geschlagen geben. Foto: DPA

Finalniederlage: Im WM-Endspiel 1990 mussten sich Diego Armando Maradona (vorne) und Argentinien der deutschen Nationalmannschaft (dahinter Guido Buchwald) geschlagen geben. Foto: DPA

Für viele war er DER beste Kicker aller Zeiten, ganz sicher zählt er zu den schillerndsten Persönlichkeiten im Fußball: Diego Armando Maradona Franco. Der Tod des legendären Offensiv-Zauberers aus Argentinien am Mittwoch hat für jede Menge Schlagzeilen in aller Welt gesorgt. Die MT wollte von Fußballexperten aus der Region wissen, wie sie die Karriere des Weltmeisters von 1986 wahrgenommen haben.

Martin Sommer (Trainer FC Lastrup): „Ich betrachte ihn erst einmal rein als Fußballer, und da habe ich mich damals sofort in ihn verliebt. Ich konnte mich nicht daran satt sehen, wie er Fußball gespielt hat. In seiner Heimat Argentinien hat er Kultstatus, das sieht man ja daran, dass es eine dreitägige Staatstrauer gibt. Abseits vom Fußball hat er totalen Raubbau an seinem Körper betrieben. Mit seinen Drogen-, Alkohol- und sonstigen Eskapaden war es klar, dass er keine 80 oder 100 Jahre alt wird. Aber dass er bereits jetzt gehen musste, ist schon tragisch.“

Ludger „Panzer“ Thoben (früher Spieler TuS Emstekerfeld): „Es gibt wohl keinen Fußballfan, der seine schnellen Bewegungen nicht mochte. Ich natürlich auch, er war genial. An zwei seiner Spiele erinnere ich mich noch besonders gut: an die Partie gegen England mit dem legendären Handtor bei der WM 1986 und an das Finale gegen Deutschland vier Jahre später, als ihn Guido Buchwald ausgeschaltet hat und wir auch deshalb Weltmeister wurden. Weil er abseits des Platzes diese andere Seite hatte, war abzusehen, dass er nicht allzu alt werden würde.“

Tanja Schulte. Foto: LangoschTanja Schulte. Foto: Langosch

Tanja Schulte (ehemalige Frauentrainerin BV Cloppenburg): „Maradona war ein genialer Fußballer, der mit seiner Art zu spielen für immer als einer der Weltbesten seiner Zunft in Erinnerung bleiben wird. Neben dem Platz war er leider kein Vorbild. Vielleicht verliert man aber – wenn man so verehrt wird – auch schnell die Bodenhaftung. Besonders nach seiner aktiven Karriere hat er es leider nicht hinbekommen, den Status wie beispielsweise Pelé weiter aufrechtzuerhalten. Ein tragisches Leben neben dem Fußball. Dennoch überwiegen bei mir die Erinnerungen an einen Fußballer, der mich von Kind an begeistert hat.“

Jörg-Uwe Klütz (früher BVC-Trainer und Spieler): „Bei ihm erinnere ich mich zuerst an die beiden Weltmeisterschaften 1986 und 1990, die er wie kein anderer geprägt hat. Dieser kleine Techniker hat auf dem Platz unfassbare Dinge gemacht – leider aber auch abseits des Spielfelds. Ich kann seine ganzen Eskapaden gar nicht alle aufzählen. Unter dem Strich bleibt aber, dass er zu seiner Zeit einer der besten Kicker der Welt war.

Sven Thoß. Foto: LangoschSven Thoß. Foto: Langosch

Sven Thoß (früher BVC-Frauentrainer): „Die Nachricht von Maradonas Tod hat mich regelrecht aus den Socken gehauen, ich habe ein paar Tränen vergossen. Es ist eine Katastrophe für den Fußball weltweit, nicht nur in Argentinien. Für mich ist Diego der beste Fußballer, den es je gegeben hat, wobei es schwierig ist, Spieler aus verschiedenen Epochen und Generationen miteinander zu vergleichen. Maradona hat dem Fußball eine ganz andere Note gegeben, leider hat er nach seiner Laufbahn nicht mehr viel auf die Reihe bekommen. Sein Lebenswandel hat zu seinem frühen Tod sicherlich einiges beigetragen. Ich war 2018 bei der WM in Russland schon schockiert, als ich ihn auf der Tribüne gesehen habe. In der kommenden Woche mache ich in ganz kleinem Rahmen mit Freunden einen Maradona-Abend. Wir gucken eine 130-minütige Dokumentation, außerdem habe ich noch eine DVD mit seinen 100 besten Toren. Die dauert fast zwei Stunden. Es wird also ein langer Abend...“

Uli Borchers (ehemaliger Coach TuS Emstekerfeld): „Für mich war Maradona ohne Frage einer der besten Fußballer aller Zeiten. Seine Dynamik mit Ball auf den ersten Metern, seine Schusstechnik – er war ein begnadeter Kicker und oft durch nichts und niemanden zu bremsen. Nur ,meinem‘ Lothar Matthäus gelang dies mal. Dass er bei seinem Lebenswandel überhaupt 60 Jahre alte wurde, hat er sicher seinen guten Ärzten zu verdanken. Schade, dass er sein Können wegen all der Drogen- und Alkoholgeschichten nicht wirklich weitergeben konnte.“

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