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Handballverband hält an Planungen fest

An der Basis jedoch herrscht Skepsis, ob die Punktspielrunde noch vernünftig zu Ende zu bringen ist. Höltinghausens Coach David Tabeling beispielsweise würde eine Annullierung der Saison befürworten.

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Warten auf Spielbetrieb: Bis Heike Kruse und die HSG Friesoythe (links) wieder in die Halle dürfen, um dem Handballsport nachzugehen, könnte es noch eine Weile dauern. Foto: Langosch

Warten auf Spielbetrieb: Bis Heike Kruse und die HSG Friesoythe (links) wieder in die Halle dürfen, um dem Handballsport nachzugehen, könnte es noch eine Weile dauern. Foto: Langosch

Gibt es noch eine Chance, die Handballsaison auf Landesebene fortzusetzen? Das Präsidium des Handballverbandes Niedersachsen (HVN) und die Vorsitzenden der Gliederungen stochern auf der Suche nach konkreten Terminen für eine mögliche Wiederaufnahme des Spielbetriebes weiter im Nebel: Einigkeit herrscht darüber, „möglichst schnell wieder den Ball in die Hand zu nehmen“, sagen HVN-Präsident Stefan Hüdepohl und Vizepräsident Spieltechnik, Jens Schoof, unisono.

Wobei auf Landesbene besagter Spielbetrieb im Grunde noch gar nicht stattgefunden hat. Am „besten“ sieht es noch in der Oberliga Nordsee der Männer aus, in der einige Mannschaften dreimal im Einsatz gewesen sind. In den Landesligen (Männer wie Frauen) hat noch gar keine Begegung stattgefunden, in den Landesklassen sind jeweils gerade einmal zwei Partien über die Bühne gegangen.

Verband und Vereine tagen in Online-Konferenz

Am vergangenen Wochenende diskutierten Verband und Gliederungen in einer Online-Konferenz mögliche Szenarien, um bei etwaigen Lockerungen der aktuellen Coronaverordnungen möglichst schnell reagieren zu können. „Egal ob mit Ziel Wiederaufnahme des Spielbetriebes oder Bereitstellung von Alternativangeboten“, sagt Hüdepohl.

David Tabeling. Foto: LangoschDavid Tabeling. Foto: Langosch

Grundsätzlich halte der Verband an den bisherigen Planungen fest, den Spielbetrieb Anfang bis Mitte März wiederaufzunehmen; für die Verbands- und Oberligisten in der Form einer Einfachspielrunde. „Eine Umsetzung einer Einfachspielrunde wäre auch noch mit Spielbeginn im März möglich“, beteuert Hüdepohl. „Fakt ist aber auch, dass am 27. Juni das letzte Saisonspiel ausgetragen sein soll.“

Hüdepohl ist nicht nur Präsident des Handball-Verbandes Niedersachsen, sondern auch Mitglied im Präsidium des Deutschen Handballbundes. Die Spieltechniker des DHB hätten, ähnlich wie die des HVN, für die 3. Ligen bereits verschiedene Szenarien für die Saisonfortsetzung entworfen, aber auch für einen möglichen Saisonabbruch.

Schoof spricht von einer Art HVN-Pokal

HVN-Vizepräsident Schoof: „Entscheiden sich DHB und wir tatsächlich für einen Saisonabbruch und müssen wir Aufsteiger etwa für die 3. Ligen ermitteln, könnten wir den Oberligisten eine Aufstiegsrunde mit Spielen auf freiwilliger Basis anbieten. Wer nicht mehr spielen möchte, steigt auch nicht ab.“ Ähnlich könne man gegebenenfalls mit den Verbands- und Landesligen verfahren – und auch die Gliederungen mit ihren Spielklassen.

"Das ist aber alles noch Zukunftsmusik."Jens Schoof

Denkbar wäre genauso ein Spielbetrieb für alle nicht ambitionierten Mannschaften. Schoof spricht von einer Art HVN-Pokal; zunächst auf regionaler Ebene; „also in den Grenzen der politischen Landkreise“, um die Absprachen mit den jeweiligen Gesundheitsämtern zu vereinfachen. „Das ist aber alles noch Zukunftsmusik.“

Genauso wie die Planungen des Jugendspielbetriebes auf Verbandsebene: Jugendspielwart Olaf Bunge hat das Ziel, noch vor den Sommerferien die Relegationen zu den Jugendklassen des Verbandes der Saison 2021/2022 zu Ende zu bringen.

Präsidium und Gliederungen verabredeten darüber hinaus einen weiteren Austausch kurz nach der nächsten Zusammenkunft der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten der Länder; genauso den Dialog mit den Vereinen. Stefan Hüdepohl: „Wir hoffen, dass wir dann schon konkreter werden können.“

Stefan Stratmann. Foto: LangoschStefan Stratmann. Foto: Langosch

Für David Tabeling, Trainer der Landesligafrauen vom SV Höltinghausen, hat eine Fortsetzung der Saison abgeschrieben: „Wir haben sehr heterogene Voraussetzungen. Die Inzidenzzahlen im Kreis Cloppenburg etwa sind ganz anders als im Kreis Vechta. Deshalb sehe ich nicht, dass landkreisübergreifend die Saison gespielt werden kann. Ich finde den Gedanken des HVN sehr gut, da, wo es geht, auf freiwilliger Basis ohne Auf- und Abstieg zu spielen. Ich halte nichts davon, eine gewertete Kurzsaison übers Knie zu brechen. Selbst, wenn der Lockdown wieder aufgehoben werden würde, müssten wir uns ja erst einmal an Sport mit Körperkontakt gewöhnen.“

Für sein Team stellt der SVH-Coach fest: „Wir haben für unsere Verhältnisse sehr professionell trainiert, die Spielerinnen sind alle topfit. Aber das Handballspezifische fehlt natürlich. Deswegen plädiere ich dafür, dass wir die Saison abschreiben und im Herbst mit den gleichen Ligen und gleichen Mannschaften wieder starten. In der Zwischenzeit wären Freundschaftsspiele oder Turniere natürlich hoch willkommen. Zum einen wollen wir wieder Handball spielen, zum anderen aber geht es auch um Kontakte. Gemeinsam nach dem Spiel eine Bratwurst zu essen und auch befreundete Mannschaften wiederzusehen, ist ganz wichtig. Es geht um den Spaß und die Freude am Sport.“

Wertung der Serie für Stratmann kaum möglich

Stefan Stratmann, Trainer der Landesklassenfrauen der HSG Friesoythe, hat ebenfalls wenig Hoffnung auf Spielbetrieb in dieser Saison: „Ich glaube, dass es noch etwas wird. Zumal ich denke, dass der Lockdown über den 14. Februar hinaus noch verlängert wird. Ob dann die Saison nicht gewertet wird oder vielleicht – ähnlich wie im Jugendbereich – Qualifikationen oder Aufstiegsturniere ausgetragen werden, kann man diskutieren.“ Eine Wertung der aktuellen Serie ist für Stratmann kaum möglich: „Du kannst ja nicht an drei oder vier Spielen die Entscheidung über Auf- und Abstieg festmachen.“

Besonderes Problem in den Landesklassen: Diese Liga soll nach dieser Saison ersatzlos aufgelöst werden. Hielte der HVN daran fest, fände er beim Friesoyther Coach kein Verständnis. Vielmehr plädiert Stratmann für eine Verschiebung: „Die Auflösung sollte erst in einem Jahr passieren, wenn wir eine vernünftige Saison gespielt haben.“

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