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Handball-Verband Niedersachsen schafft den Pokal ab

Er war ein ungeliebtes Kind, jetzt wird er abgeschafft: Den Pokalwettbewerb des Handball-Verbandes Niedersachsen (HVN) wird es künftig nicht mehr geben.

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Im Handball hatte der HVN-Pokal nie viele Freunde. Foto: dpa/Klahn 

Im Handball hatte der HVN-Pokal nie viele Freunde. Foto: dpa/Klahn 

Für die meisten Vereine war er lange eine lästige Pflicht. Und auch auf freiwilliger Basis erfreute sich der Landespokal im Handball keiner großen Beliebtheit. Jetzt hat der Handball-Verband Niedersachsen (HVN) daraus die Konsequenzen gezogen und den Pokalwettbewerb komplett abgeschafft.

Wie der HVN-Vizepräsident Spieltechnik Jens Schoof (Bremen) gegenüber OM Medien mitteilte, hat das Erweiterte Präsidium des Landesverbandes in einer Onlinesitzung beschlossen, dass es ab sofort keinen HVN-Pokal mehr geben wird – weder bei den Männern noch bei den Frauen. Der Grund ist in diesem Fall nicht die Corona-Krise, sondern „das geringe Interesse“, wie Jens Schoof betonte.

Der seit Jahrzehnten ausgespielte HVN-Pokal war bereits vor einigen Jahren dahingehend reformiert worden, dass die Teilnahme für die Vereine nicht mehr verpflichtend war. Die Resonanz hielt sich jedoch in Grenzen. Viele Klubs betrachteten den Wettbewerb eher als Testspiel unter Wettkampfbedingungen. Andere verzichteten ganz auf die Teilnahme.

Die Trainer im Kreis Vechta weinen dem Pokal keine Träne nach

Auch im Kreis Vechta trauert man dem Pokal nicht wirklich hinterher. „Ich bin da nicht böse drum. Der Pokal war sowieso immer ein Stiefkind. Da wollte eh keiner spielen“, sagt Trainer Markus Gabler vom Herren-Landesligisten TV Dinklage: „Die erste Runde war eine Woche vor dem Saisonstart immer als Test ganz gut. Aber am Ende war es dann auch schon mal so, dass man nach 50 Minuten gesagt hat, wir stellen die Abwehrarbeit ein, damit wir nicht weiterkommen.“ Und Gabler gibt auch zu: „In der Saison freut man sich auch über die Wochenenden, die man mal frei hat.“

Auch Andreas Espelage vom Damen-Oberligisten GW Mühlen begrüßt die Abschaffung. Er findet: „Die Meldezahlen sprechen ja, seitdem der Pokal nicht mehr verpflichtend ist, für sich. Zudem bringt der Pokal den Vereinen Kosten, aber wenig Nutzen ein.“

Die Auflösung der Landesklassen wird um ein Jahr verschoben

Verschärft worden wäre die Pokal-Problematik durch die beschlossene Abschaffung der Landesklassen. Durch deren Wegfall reduziert sich die Zahl der Vereine, die am Pokal teilnehmen können. Diese Auflösung der Landesklassen hat der HVN jetzt nach dem coronabedingten Saisonabbruch wie erwartet um ein Jahr auf 2022 verschoben. Die Herren von SFN Vechta und RW Damme sowie die Damen von Frisia Goldenstedt, SV Holdorf, TV Dinklage II, BW Lohne und Falke Steinfeld dürfen damit ein weiteres Jahr in der Landesklasse spielen. Auf- und Absteiger gibt es 2021 nicht.

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