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Handball: Vechtas Männer wollen hoch, Damme verschwindet im Hobby-Bereich

Der Rest der Saison steht für die beiden VEC-Teams unter komplett gegensätzlichen Vorzeichen. SFN strebt in die Landesliga - und will am Donnerstag (20.30 Uhr/Halle Nord) den nächsten Schritt machen.

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Am Donnerstag fliegt er wieder: Marius Ignat trifft um 20.30 Uhr mit SFN in der Halle Nord auf die HSG Friesoythe.  Foto: Schikora

Am Donnerstag fliegt er wieder: Marius Ignat trifft um 20.30 Uhr mit SFN in der Halle Nord auf die HSG Friesoythe.  Foto: Schikora

Die einen träumen vom Aufstieg in die Landesliga, für die anderen liegt die Zukunft im Bereich Hobby-Handball: Der Rest der Saison 2021/22 steht für die Herren-Landesklassisten SFN Vechta und RW Damme unter komplett gegensätzlichen Vorzeichen.

SFN Vechta (Landesklasse Nord)

So schnell kann es gehen. Gerade grüßte Vechta noch mit 14:2 Punkten von der Tabellenspitze, und plötzlich findet sich das Team mit 10:2 Zählern auf Rang drei wieder. Wie das geht? Innerhalb von zwei Tagen zogen mit der HSG Hude II und der HSG Neuenburg zwei Teams aus der Nordstaffel mangels Personal zurück – wodurch Vechta zwei Siege verliert.

Trainer Raul Ferent nimmt es gelassen. „Für uns hat sich nichts geändert. Wir müssen unsere Spiele gewinnen“, sagt der Coach, der seit Ende Januar Inhaber der DHB-B-Trainerlizenz ist: Wenn wir aufsteigen wollen, müssen wir zeigen, dass wir es verdient haben.“

Und aufsteigen, das wollen sie bei SFN Vechta. „Wir wollen auf jeden Fall hoch in die Landesliga“, sagt Klubchef und Abteilungsleiter Jörn Borchardt. Das hat auch mit der Auflösung der Landesklassen nach dieser Spielzeit zu tun. Wer nicht aufsteigt, verschwindet in der Regionsoberliga. „Und die wird nächstes Jahr wahrscheinlich super stark“, ahnt Jörn Borchardt.

Am Donnerstag wollen die Vechtaer den nächsten Schritt machen. Um 20.30 Uhr (Halle Nord/2G+ und Maske) kommt die HSG Friesoythe zum Nachholspiel. Nach dem wichtigen 27:22 gegen den Aufstiegsrivalen VfL Oldenburg, durch das Vechta auch den direkten Vergleich gewann, ist es das zweite Spiel aus einer Reihe von vier Heimspielen in Serie. Danach folgt am 12. März das schwere Auswärtsspiel bei der SG Obenstrohe. „Wenn wir aus den nächsten vier Spielen acht Punkte holen, sind wir auf einem guten Weg“, glaubt Raul Ferent.

Der 38-Jährige, der zurzeit auch die A-Jugend und zum Teil auch die zweite Mannschaft coacht, soll und will Vechtas Herren auch in Zukunft betreuen. „Raul soll auf jeden Fall weitermachen. Geplant ist, dass er sich dabei auf die Erste konzentriert“, sagt Borchardt.

Ferent selbst denkt dabei sogar an die nächsten „zwei bis drei Jahre“. Für die nächste Saison ist er bereits mit Verstärkungen im Gespräch. Schließlich gilt es, die Abgänge der Rückraumspieler Marc Clausing (TuS Bramsche) und Christopher Herrmann (private Gründe) zu kompensieren.

Der jetzige Kader bleibt laut Borchardt „zu 90 Prozent“ zusammen. Gut für Vechta ist, dass die punktgleiche HG Jever II voraussichtlich nicht aufsteigen darf, da Jevers Erste bereits in der Landesliga spielt.

Trotzdem ist der Weg zum Aufstieg noch weit. Nach dem doppelten Rückzug besteht die Staffel nur noch aus zehn Teams. Und Vechta hat erst 6 von 18 Spielen absolviert.

Den Umweg über Platz zwei und die Relegation würde sich SFN unterdessen gerne ersparen. „Wir wollen Platz eins. Dann haben wir keinen Stress mehr“, sagt Raul Ferent.

Am liebsten wäre ihm, wenn der Aufstieg schon vor dem letzten Spiel gegen Jever II feststünde. Aber so weit will der Coach noch nicht denken: „Das wäre ein Traum.“

RW Damme (Landesklasse Süd)

In Damme hat man unterdessen ganz andere Sorgen. Zu den letzten zwei Auswärtsspielen bei Union Emlichheim und der HSG Haselünne/Herzlake traten die Dammer gar nicht erst an, da sie aus verschiedenen Gründen keine spielfähige Mannschaft zusammenbekamen.

„Einige wollen coronabedingt nicht spielen“, berichtet Trainer Allain Quach. Andere seien privat oder dienstlich verhindert gewesen. „Wir versuchen, von Spiel zu Spiel zu denken“, sagt Quach. Zur Not will er den ohnehin sehr kleinen Kader mit Spielern aus der Reserve auffüllen. Ein Rückzug soll vorerst kein Thema sein.

Quach gibt zu, dass durch Corona und die bevorstehende Auflösung der Landesklassen auch die Motivation gelitten hat. Der Aufstieg ist für Damme kein Thema und einen Abstiegskampf gibt es nicht. „Die Saison ist für uns sowieso gelaufen“, sagt Allain Quach. Der 34-Jährige wird in Kürze Vater. Ob er Trainer bleibt, ist noch ungewiss.

Fest steht: RW Damme, das 2007/08 sogar mal für ein Jahr in der Oberliga zu Gast war, wird nach der Saison vorerst von der Landkarte des Leistungshandballs verschwinden und nur noch auf Regionsebene antreten. Die Abschiedstour wird lang. Von den 22 Spielen hat RWD erst neun absolviert (darunter drei Wertungen). Bis Ende Mai stehen noch 13 Partien an.

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