Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Handball: Punktspielrunde in der 3. Liga ist beendet

Der Deutsche Handballbund hat eine Modusänderung zur Fortführung der Saison beschlossen. Die Frauen von SFN Vechta und vom BV Garrel sowie die Männer des TV Cloppenburg bleiben somit Drittligisten.

Artikel teilen:

Gewissheit für die Handballmänner des TV Cloppenburg sowie die Frauen des BV Garrel und von SFN Vechta: Die drei ranghöchsten Mannschaften der Landkreise Cloppenburg und Vechta werden auch in der kommenden Saison in der 3. Liga spielen. Der Vorstand des Deutschen Handballbundes hat eine Modusänderung für die 3. Liga sowohl der Frauen als auch der Männer beschlossen, die faktisch einem Saisonabbruch gleichkommt: In der aktuellen Saison 2020/21 wird es keine Absteiger geben. Wegen der Coronapandemie ist der Spielbetrieb seit November ausgesetzt, daher ist eine Durchführung der regulären Punktspielserie nicht mehr möglich.

"Alle Vereine haben mit dem Beschluss des Bundesrates Klarheit über ihre Ligazugehörigkeit und damit, in unsicheren Zeiten, diesbezüglich eine bestmögliche Planungssicherheit erhalten", sagt Benjamin Chatton, Vorstand Finanzen und Recht des DHB und zuständig für den Spielbetrieb.

Auch, wenn es keine Absteiger gibt, so erhalten die Vereine dennoch die Chance, in die 2. Liga hochzugehen. "Aufsteiger in die 2. Liga sollen nach Möglichkeit unter den interessierten Vereinen ermittelt werden. Zudem sollen alle anderen Vereine ein Spielangebot erhalten", sagt der DHB. Die 3. Liga der Männer kann 2 Aufsteiger in die 2. Liga stellen. An einer Aufstiegsrunde interessierte Vereine sollten sich sputen. Bis zum kommenden Montag, 1. März, müssen sie sich verbindlich bei der Handballbundesliga sowie der Spielleitenden Stelle melden und zudem ihre Lizenzierungsunterlagen bis zum 31. März beim Ligaverband HBL eingereicht haben. Bei den Frauen sind 3 Aufsteiger möglich. Als Teilnahmevoraussetzung gilt die Einreichung eines Lizenzantrags und der Lizenzierungsunterlagen beim Ligaverband HBF spätestens zum 15. April. Wie mögliche Aufstiegsrunden aussehen, hängt davon ab, wie viele Klubs ihr Interesse hinterlegen.

Christian BienChristian Bien

Im Männerbereich bietet der Verband allen Vereinen die Möglichkeit zum Spielbetrieb, sofern die Coronalage dies zulässt. Sie können sich zur Teilnahme an einer zusätzlichen Spielrunde bei der Spielleitenden Stelle melden. Die Ausspielung ist von April an vorgesehen, dabei winken als Anreiz Plätze im DHB-Pokal. Das Spielsystem für den inoffiziell "Corona-Cup" genannten Wettbewerb hängt ebenfalls von den Meldezahlen ab. Über die Verteilung der Qualifikationsplätze für den DHB-Pokal 2021/22 wird erst entschieden, wenn alle Meldezahlen bekannt sind. Ein freiwilliges Wettkampfangebot wird auch im Frauenbereich gemacht, allerdings stehen hier keine Plätze für den Pokalwettbewerb zur Verfügung.

Lang ists her: Patricia Akalovic von SFN Vechta beim letzten Drittligaspiel gegen Borussia Dortmund II – am 31. Oktober 2020. Foto: SchikoraLang ist's her: Patricia Akalovic von SFN Vechta beim letzten Drittligaspiel gegen Borussia Dortmund II – am 31. Oktober 2020. Foto: Schikora

Wie die 3. Ligen in der kommenden Saison aussehen werden, steht noch nicht fest. "Aus den Oberligen der Frauen und Männer sind weiterhin jeweils 12 Aufsteiger in die 3. Liga möglich", sagt der DHB. Die Menge der Drittligisten kann sich demnach bei den Männern von aktuell 72 auf 84 Teams und bei den Frauen von 59 auf 71 erhöhen. "Mannschaftszahlen, Zahl der Staffeln sowie Auf- und Abstiegsregelungen für die kommenden Spielzeiten ab 2021/22 werden erst zu einem späteren Zeitpunkt durch den Bundesrat festgelegt werden können", heißt es vom DHB.

Überraschend kommen diese Entscheidungen nicht, sie hatten sich schon seit geraumer Zeit abgezeichnet. "Wir würden an der Runde teilnehmen, in der die Plätze für den DHB-Pokal ausgespielt werden, teilnehmen", sagt TVC-Handballabteilungsleiter Christian Bien. Ein Melden für die Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga kommt für den Aufsteiger in die dritthöchste deutsche Klasse, der bislang erst 3 Begegnungen in der 3. Liga bestritten hat, nicht infrage.

"Wir werden dokumentieren, dass wir diese Vorgaben auch erfüllen. Außerdem geht es um ein Testkonzept, um den Hygienevorschriften Genüge zu tun."Christian Bien, TVC

Die Cloppenburger haben vom Landkreis die Vorgaben bekommen, um wieder in den Spielbetrieb – beginnend mit Trainingseinheiten – einzusteigen. "Wir werden dokumentieren, dass wir diese Vorgaben auch erfüllen. Außerdem geht es um ein Testkonzept, um den Hygienevorschriften Genüge zu tun", sagt Bien.

Sollte der TVC die Partien im „Corona-Cup“ bestreiten, würde er sie in der Halle an der Leharstraße bestreiten müssen. Ohne Zuschauer wäre vom Hygienekonzept her auch die vereinseigene Halle an der Schulstraße denkbar, aber die TVC-Halle ist von den Ausmaßen zu klein. Die „Auslaufzone“ hinter den Toren ist zu eng bemessen, die Sicherheitsauflagen wären nicht erfüllt.

Garrel und Vechta wollen kein freiwilliges Turnier spielen

Für die Frauen des BV Garrel und von SFN Vechta ist die Teilnahme am freiwilligen Wettkampfangebot des DHB kein Thema. "Neben den Kosten für Tests müssten wir auch die Schiedsrichter bezahlen, das ist für uns nicht zu stemmen", sagt Jonas Kettmann aus dem Teammanagement, der mit einer Summe von "700 bis 900 Euro pro Spiel" rechnet. Alternativ planen die Garrelerinnen, auf Freundschaftsspiele gegen benachbarte Vereine (SFN Vechta, TV Oyten. VfL Oldenburg II aus der 3. Liga und die Oberligisten TV Dinklage und GW Mühlen).

Auch Vechtas Trainer Kai Freese sagt: „Für uns ist das erst mal nicht interessant. Zumal kein Mensch weiß, wann wir wieder in die Halle dürfen.“ Zudem sieht er bei einer freiwilligen Spielrunde keinen Vorteil gegenüber selbst organisierten Test- und Vorbereitungsspielen. Grundsätzlich hält Freese den vom DHB gewählten Begriff „Modusänderung“ für eine Mogelpackung. „Die haben die Tabelle eingefroren und fertig. Ich habe aber auch mit nichts anderem gerechnet“, sagt er.

Der für die 3. Liga der Frauen zuständige DHB-Spielleiter Horst Keppler hatte schon Mitte Januar auf Anfrage von "OM online" mitgeteilt, dass eine Fortsetzung der Saison bei den Frauen angesichts der Termin-Not „vom Tisch“ sei. Selbst eine zunächst angedachte einfache Runde mit anschließenden Playoffs/Playdowns sei zeitlich nicht mehr durchführbar. Ein Grund für die Terminenge bei den Frauen ist auch die parallel stattfindende Jugend-Bundesliga, in der zahlreiche Spielerinnen aus den Drittliga-Teams im Einsatz sind.

Für den BV Garrel taucht in der Vorbereitung auf die Saison 2021/2022 noch ein anderes Problem auf: Die Garreler Sporthalle bekommt einen neuen Boden und wird daher für 3 Monate nicht zur Verfügung stehen. Aber die BVG-Verantwortlichen arbeiten bereits an Alternativen, Garrels Bürgermeister, Thomas Höffmann, hat Unterstützung zugesagt. Die Hallen in Bösel und Großenkneten sind als Ausweichquartiere denkbar.

Verpassen Sie nichts von der Landtagswahl in Niedersachsen am Sonntag. Wer regiert in den nächsten 5 Jahren? Wer zieht in den Landtag in Hannover ein?  Alle Ergebnisse aus allen Wahlkreisen und den Städten und Gemeinden im OM finden Sie auf unserer Themenseite, inklusive Liveticker. 

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Handball: Punktspielrunde in der 3. Liga ist beendet - OM online