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Hamburg Towers zu stark für Rasta Vechta

Der heimische Basketball-Bundesligist unterliegt dem Team von Ex-Coach Pedro Calles mit 82:88 und bleibt Tabellenletzter.

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Allein gegen drei Towers: Rastas Josh Young. Foto: Schikora

Allein gegen drei Towers: Rastas Josh Young. Foto: Schikora

Gute Leistung, aber keine Überraschung: Die Basketballer von Rasta Vechta haben am Mittwochabend ihr Heimspiel gegen die Hamburg Towers mit 82:88 (41:49) verloren und bleiben damit Tabellenletzter in der 1. Bundesliga. Im Kampf um den Klassenerhalt gehen Rasta so allmählich die Spiele aus. Die Leistung gegen Hamburg war über weite Strecken in Ordnung, unterm Strich waren die Towers schlichtweg zu stark. Topscorer bei Rasta: Edgar Sosa (23 Punkte) und Josh Young (19). Überragender Hamburger war einmal mehr Center Maik Kotsar (22). Das Spiel und seine Etappen: 

Das Personal, Teil eins: Sha'Markus Kennedy, den Rasta als Ersatz für den verletzten Dennis Clifford verpflichtet hatte, stand nach einer Trainingseinheit am Dienstag erstmals im Kader. Der 22 Jahre alte Amerikaner soll im Saisonendspurt die extrem wackelige Rasta-Defense stabilisieren. Wunderdinge dürfe man im ersten Spiel aber nicht erwarten, betonte Rasta-Coach Derrick Allen vor der Premiere des Big Man. Durch die vierte Nachverpflichtung in dieser Saison hat Rasta Vechta nun neun Ausländer im Kader, es dürfen aber nur sechs eingesetzt werden. Neben den verletzten Clifford und Jean Salumu setzte auch Stefan Peno aus.

Das Personal, Teil zwei: Die Hamburg Towers mussten in Vechta auf Johannes Richter (Knie) verzichten. Der Gast, der bei seiner jüngsten Erfolgsserie (sechs Siege in Folge) auch Titelverteidiger Alba Berlin, Bayern München und Brose Bamberg düpiert hatte, trat in Vechta ohne Nachverpflichtungen an. Alle elf Spieler, die Towers-Coach Pedro Calles aufbot, standen auch bereits beim Saisonstart im Kader. 

Die Rückkehrer: Gut eine Stunde vor dem Sprungball gab's das große Wiedersehen im Mittelkreis. Rastas Josh Young und Philipp Herkenhoff trafen sich mit den Towers Max DiLeo und Miguel Zapata zum Smalltalk. Defense-Experte DiLeo und Co-Trainer Zapata waren von 2018 bis 2020 in Vechta. Towers-Coach Calles, der auf fünf Rasta-Jahre zurückblickt und auch erstmals an die alte Wirkungsstätte zurückkehrte, saß zu diesem Zeitpunkt in der Kabine und lenkte sich wie immer vor einem Spiel mit einem Buch ab. Calles' Abgang im Juni 2020 per Ausstiegsklausel liegt den Rasta-Verantwortlichen nach wie vor schwer im Magen liegt. Klubchef Stefan Niemeyer hatte zuletzt noch mal betont: „Pedro weiß, dass sein Wechsel zur Unzeit gekommen ist.“ Man habe nicht viel Zeit gehabt, „etwas Neues zu gestalten“. Darauf angesprochen, ließ Calles im Vorfeld der Rückkehr wissen, dass er mit sich im Reinen sei. „Von meiner Seite ist alles gut. Ich kann jedem in die Augen schauen“, sagte der Spanier am Dienstag beim digitalen Pressetalk der Towers: „Es gibt niemanden, vor dem ich mehr Respekt habe in Vechta als vor Stefan Niemeyer.“

Rein ins Getümmel: Jannes Hundt (links) gegen Hamburg. Foto: SchikoraRein ins Getümmel: Jannes Hundt (links) gegen Hamburg. Foto: Schikora

Das 1. Viertel: Rasta erwischte einen soliden Start. Die Defense war giftig, und im Angriff fiel der verstärkte Zug zum Korb auf. Die Führung wechselte in den ersten sieben Minuten neunmal. Rasta war voll drin im Spiel; angeführt von Josh Young, der acht der ersten 16 Punkte machte. Beim 16:22 nahm Trainer Derrick Allen eine Auszeit, gefolgt von einem Ballverlust beim Einwurf – wie bitter. Rasta fiel auf 16:26 zurück, insgesamt war's eine 0:11-Serie.

Das 2. Viertel: Rasta schüttelte das schwache Ende des 1. Viertels ab. Beim 27:31 war der krasse Außenseiter wieder auf vier Punkte dran. Hamburg zeigte sich davon aber unbeeindruckt. Der estnische 2,11-m-Center Maik Kotsar, seit Wochen in überragender Form, war nicht zu stoppen. Folge: Rasta fiel wieder deutlicher zur��ck (27:37, 34:45). Dass die Allen-Crew im Spiel blieb, war ein Verdienst von Guard Edgar Sosa, der zwischen dem 29:39 und 41:47 zehn Punkte machte.

Das 3. Viertel: Hamburg trat gleich auf das Gaspedal, machte Philipp Herkenhoff als Schwachpunkt in Rastas Defense aus und schlug eiskalt zu. Zwei Dreier von Terry Allen, vier Punkte von Kotsar – und schon lag Rasta mit 16 Punkten zurück (43:59), kurz danach hieß es 45:62. Es war eine Demonstration der Stärke der Towers. Rastas kurzes Aufbäumen zum 56:64 konterte Hamburg per 6:0-Lauf. In der Folgezeit verwaltete Hamburg das Polster, ohne nachlässig zu sein.

Das 4. Viertel: Rasta ließ nicht locker. 65:73, 68:76 und 73:82 – der Rückstand hielt sich in Grenzen und ließ Vechta von einer späten Wende träumen. Das Problem in dieser entscheidenden Phase: Hamburg traf seine freien Dreier (3x), Rasta nicht (7x). Und anstatt noch näher ranzukommen, lag Vechta nach Terry Allens Punkten 18 und 19 anderthalb Minuten vor dem Ende mit 77:88 zurück. Das war's – der Rest war Formsache für die Towers, die ihren siebten Sieg in Serie landeten.

Gesprächsbedarf: Rasta-Coach Derrick Allen mit Schiedsrichter Gentian Cici. Foto: SchikoraGesprächsbedarf: Rasta-Coach Derrick Allen mit Schiedsrichter Gentian Cici. Foto: Schikora

Der Ausblick: Für Rasta geht's am kommenden Samstag (10. April, 20.30 Uhr) mit einem Heimspiel gegen die Niners Chemnitz weiter. Der Aufsteiger hat 20:32 Punkte auf dem Konto und damit den Klassenerhalt zu 99 Prozent in der Tasche. 


Rasta Vechta - Hamburg Towers  82:88 (41:49)

  • Viertel: 16:26, 25:23, 22:24, 19:15
  • Punkte Vechta: Sha'Markus Kennedy (4), Tim Hasbargen (3), Josh Young (19), Edgar Sosa (23), Philipp Herkenhoff (8), Jannes Hundt (0), Jordan Barnett (4), Björn Rohwer (kein Einsatz), Robin Christen (4), Jesse Hunt (6), Will Vorhees (11).
  • Punkte Hamburg: T.J. Shorts (13), Jordan Swing (3), Max DiLeo (0), Osaro Rich (0), Kameron Taylor (14), Maik Kotsar (22), Justus Hollatz (8), Terry Allen (19), Marvin Ogunsipe (4), Zac Cuthbertson (4), Bryce Taylor (1).

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