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Haaland – das Versprechen auf mehr Spannung

In der ersten Folge der Bundesliga-Kolumne "Kopfball zum großen Kick" geht's um eine nordische Naturgewalt und das Festgeldkonto der Bayern.

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War‘s das schon mit der Bayern-Dominanz? Kein Sieg, keine Tabellenführung. Und die unfassbare Erling-Haaland-Show bei der Dortmunder Gala gegen desaströse Frankfurter bestärkt jene Hoffnungen, dass die bisherigen Bayern-Jäger wie Dortmund und Leipzig besser besetzt sind. Haaland, der während der EM in der Sonne auf Mykonos weitere Kraft tankte und schon durch seine modischen Outfits furchteinflößend war. Die nordische Naturgewalt ist ein Versprechen, dass im 10. Jahr der Bayern-Regentschaft mehr Spannung aufkommt. Das Kraftpaket kennt nur vorwärts, will alles gewinnen und reißt alle mit. Der unverzichtbare Leader, denn die edlen BVB-Supertechniker glänzen beim Feuerwerk, winken aber allzu gerne mit der weißen Fahne, wenn‘s hart auf hart geht.

Aber: Ein Haaland und ein Spieltag machen noch keinen Meister. Und piano: Münchens gierige Titelsammler springen nach anderthalb Jahren Dauereinsatz inklusive Champions League und EM aus ihrem Kurzurlaub quasi ohne Vorbereitung direkt aufs Grün und scheitern nur an Yann Sommer im Gladbach-Tor. Okay, hätte Schiri Fritz den Mumm gehabt und sich auch mal eine unklare Fehlentscheidung im Video angeschaut, wäre es vielleicht ein Punkt weniger gewesen.

Die Bayern sind immer noch die Bayern. Einer Handschrift des Julian Nagelsmann bedarf es zurzeit nicht. Die große Taktiktafel, auf der er in der sieglosen Vorbereitung seinen Schülerteams diverse Ideen erklärte, durfte er in Gladbach bedenkenlos zur Seite legen. Wenn er einem Thomas Müller irgendwelche Laufwege zeigen will, um imaginäre Linien des Gegners zu überwinden, dann ist der Raumdeuter schon längst da. Nagelsmanns derzeit einziger Job: Für den arbeitslosen Boateng, der vielleicht als Teilzeitprofi in Flicks Nationalteam einsteigen kann, und Geldhai-Jünger Alaba muss ein funktionierendes Innenverteidiger-Duo her. Mit dem verdammt tapsigen Upamecano, dem ungelenken Süle, Weltmeister Hernandez oder den Talenten Nianzou und Richards lässt sich sicher was formen, das nationalen Ansprüchen genügen kann. Das dürfen wir von einem Trainer mit der Weltrekordablöse von 25 Millionen Euro erwarten.

Aber es hapert bei den Nummern 15, 16 und höher. Die Chance für die Verfolger. Für Dortmund vielleicht die einzige, denn Haaland ist im nächsten Jahr per Ausstiegsklausel weg. Vor zehn Jahren hätten die Bayern ihn längst an der Angel, um die Konkurrenz zu schwächen und einen Lewandowski-Nachfolger zu installieren. Zumindest dieses Duell mit Dortmund haben die Münchner schon verloren, denn über das Festgeldkonto der Bayern schmunzeln heute die Scheich-Klubs. Daher bleibt Julian Nagelsmann auf Sicht maximal der deutsche Titel. Dafür kriegt er in München keinen Applaus.


Zur Person:

  • Franz-Josef Schlömer war vom 1. März 1995 bis Oktober 2018 Leiter der OV-Sportredaktion.
  • Der 65 Jahre alte Langfördener beleuchtet immer montags in seiner Kopfball-Kolumne das Geschehen in der Fußball-Bundesliga.
  • Kontakt: sport@om-medien.de.

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