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GW Mühlen kommt auf Betriebstemperatur

Der Fußball-Landesligist trainiert seit Pfingsten wieder dreimal die Woche. Es gibt vier Neue und ein Rückkehrer.

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Ball voraus, Fans im Rücken: Mühlens Benny Bloemen. Foto: Schikora

Ball voraus, Fans im Rücken: Mühlens Benny Bloemen. Foto: Schikora

Mit 28 Mann dreimal die Woche im Training: Dieses Pensum absolviert Fußball-Landesligist GW Mühlen seit Dienstag nach Pfingsten. Ingo Soremba, der im kommenden März sein zehnjähriges Trainer-Jubiläum bei GWM I feiern wird, will damit für den Tag X vorbereitet sein – den Start in die Saison 2020/21, wann immer der auch kommen wird. Soremba sagt: „Wir wollen auf Betriebstemperatur sein.“ Der NFV habe mitgeteilt, den Saisonstart mit zwei Wochen Vorlaufzeit anzukündigen. Das heißt für GW Mühlen: bereit sein, um dann in der heißen Phase vor dem ersten Spieltag entscheidend nachlegen zu können. Zuvor muss noch am 27. Juni der erwartete und offizielle Saisonabbruch-Beschluss vom Verband kommen, mit Aufsteigern und ohne Absteiger.

Alle Spieler wurden vor der Trainingsaufnahme schriftlich über die Corona-Situation belehrt und auch gefragt, ob sie teilnehmen möchten. Alle Spieler wollten – auch die Neuzugänge sind schon dabei. Trainiert wird in einer Torwart- und vier Spielergruppen, wobei Ingo Soremba die Schwerpunkte Technik, Schnelligkeit und Koordination nennt. „Wir wollen unsere Defizite aufarbeiten, das können wir jetzt ohne Zeitnot tun“, erklärt Soremba. Der Verein hat ihm für seine Mannschaft komplett Platz drei zur Verfügung gestellt, mit der Möglichkeit zur Nutzung von Annehmlichkeiten wie Fußballtennis, Dribbelparcours und Menschenkicker. Die Spieler nehmen die Leibchen mit nach Hause und duschen auch dort.

Deswegen muss Ingo Soremba im Einzelfall zurzeit auch etwas genauer hinsehen, wenn er den körperlichen Zustand der Spieler beurteilen will. Er weiß, dass nach „der härtesten Saisonvorbereitung aller Zeiten“ im Winter durch Corona viel wieder verpufft ist. Mühlen hatte in diesem Jahr kein Spiel mehr. Unter anderem war das Spiel am 1. März in Schüttorf abgesagt worden, als ein Corona-Verdachtsfall im Mühlener Mannschafts-Umfeld die Partie stoppte und damals für Aufregung sorgte, noch ehe die Pandemie ihren Lauf nahm; der Corona-Test war dann letztlich negativ. So datiert das letzte Punktspiel auf den 1. Dezember 2019 (1:5 beim SV Holthausen-Biene).

Feiert bald Jubiläum: Ingo Soremba. Foto: SchikoraFeiert bald Jubiläum: Ingo Soremba. Foto: Schikora

Es sei schwer gewesen, die Spieler bei Laune zu halten, räumt Soremba ein. Umso erfreuter war er, dass die Motivation zum Training jetzt so hoch gewesen sei. „Ich habe aber auch klar gesagt: 'Wenn wir trainieren, dann machen alle richtig mit'“, sagt Soremba, der sich nicht als „Bespaßer“ der Truppe sehen wollte. Trotzdem wolle man Spaß im Training haben. Für den Neustart, den sich der Mühlener für den 1. September durchaus vorstellen kann, „wollen wir jetzt die Grundlagen legen“.

Mit Blick auf die vergangene Saison, der zweiten nach Bezirksliga-Titel und Aufstieg, hat Ingo Soremba vor allem die vielen längerfristigen Ausfälle von „Eckpfeilern“ als stilprägend und ausschlaggebend für den 14. Tabellenplatz gemacht, mit nur einem Punkt Rückstand auf Rang acht. Nico Files, Tom Ungemach, Jan Bünnemeyer und Nico Söhlke sind hier zuerst zu nennen. Der Trainer macht der stets willigen Mannschaft ansonsten keinen Vorwurf.

„Es ist ein hoher Aufwand, aber man macht es gerne. Und: Die Spieler wollen ja lernen.“ Ingo Soremba zum Geben und Nehmen 

Zurzeit sind alle Spieler fit. Und die Neuen werden schon beim Training integriert. Innenverteidiger Michael Kolbeck von BW Lohne und Linksverteidiger Alexander Landwehr, der nach der Lohner A-Jugend ein Jahr beim SV Kroge aktiv war, gehören beide dem Jahrgang 2000 an, also genau der Altersklasse, die Ingo Soremba durch seine lange Mühlener Jugendtrainerzeit besonders gut kennt. Auch Basti Benzin (2000/Außenverteidiger) und Finn Plümer (2001/linke Außenbahn) vom Diepholzer Kreisligisten TuS St. Hülfe-Heede machen das Team jünger; für beide gab es Empfehlungen von früheren Mühlener Spielern. Als Rückkehrer begrüßen die Grün-Weißen Angreifer Simon Pille nach vier Jahren Studium in Berlin wieder in ihren Reihen. Aus dem aktuellen Trainingskader ausscheiden werden Jochen Thobe, der zu BW Lüsche wechselt, und der im Winter reaktivierte Frank Willenbring, der in die Reserve zurückkehrt.

Ingo Soremba gesteht, dass er sich auch nach über neun Jahren Trainer-Dasein in Mühlen auf das erste Training direkt nach Pfingsten „richtig gefreut“ habe. „Es ist ein hoher Aufwand, aber man macht es gerne. Und: Die Spieler wollen ja lernen“, sieht er genügend Anreize, um an der Mühlener Erfolgsgeschichte weiterzuschreiben. Egal, wann es wieder losgeht.

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