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GW Mühlen: Gegentor-Flut wurmt den Trainer

Der VEC-Landesligist verliert gegen BW Papenburg mit 3:7. Das Titel- und Aufstiegsrennen ist nun noch spannender. Mittendrin: der SV Bevern und Hansa Friesoythe.

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Sieben Gegentore als Ärgernis: Mühlens Trainer Andreas Hinrichs. Foto: Wenzel

Sieben Gegentore als Ärgernis: Mühlens Trainer Andreas Hinrichs. Foto: Wenzel

Andreas Hinrichs hatte an der Gegentor-Flut zu knabbern, das war nicht zu überhören. „Der Stachel sitzt tief“, erklärte der Trainer des Fußball-Landesligisten GW Mühlen, als er am späten Mittwochabend über das gerade Erlebte sprach. „Sieben Gegentreffer – das darf einfach nicht passieren, und das ärgert mich schon“, ergänzte er. Mit 3:7 (1:3) hatte sein Team das vorletzte Spiel in der Aufstiegsrunde gegen BW Papenburg verloren. Mühlens Versuch, den 3:1-Sieg in Papenburg drei Tage zuvor zu wiederholen, scheiterte krachend. Nicht kläglich, „denn wir haben 60 Minuten lang ein gutes Spiel gemacht“, so Hinrichs, „aber wenn du am Ende sieben Tore kriegst, hört sich das natürlich komisch an.“

In der ersten Halbzeit war die grün-weiße Welt lange in Ordnung. Das 1:0 durch Jan Leiber (22., Elfmeter nach Foul an Westermann) war verdient, mit dem Zwischenstand war Papenburg sogar gut bedient. Das 2:0 lag in der Luft, fiel aber nicht. Und dann leisteten sich die Gastgeber einen Kurzzeit-Blackout. 1:1 durch Eric Bruns, 1:2 durch Torben Lange, 1:3 durch David Schiller – und das alles zwischen der 39. und 43. Minute, also drei Gegentreffer binnen fünf Minuten. „Wie eine Kindermannschaft“, habe sein Team in dieser chaotischen Phase agiert, haderte Hinrichs später. Ja, man sei ein junges Team, aber das entschuldige nicht alles: „Wir haben den Kopf verloren und überdreht, wir waren viel zu ungestüm, wir sind nach dem ersten Gegentor einfach nicht ruhig geblieben.“

Zur zweiten Halbzeit musste Hinrichs umstellen, für den gesundheitlich angeschlagenen Abwehrspieler Tom Olberding ging es nicht mehr weiter – aus einem 3-6-1-System (wie beim Sieg in Papenburg) wurde das bewährte 4-2-3-1. Und GW Mühlen kam beherzt zurück ins Spiel, nach einem Doppelpack von Leiber (55./58., Elfmeter nach Foul an ihm selbst) stand es wieder 3:3.

Mühlens Abschluss am Sonntag gegen Wildeshausen

Hinrichs freute sich über eine „starke Reaktion“ – aber nur kurz. Denn drei Minuten nach dem Ausgleich lag Mühlen wieder zurück, Niklas Papen hatte die GWM-Euphorie humorlos abgekühlt (61.). Das Gegentor wurmte Hinrichs gewaltig, „weil wir gerade dabei waren, das Spiel zu drehen“. Hinten raus gingen die Gastgeber dann „All-in“ und kassierten noch drei Konter-Gegentore durch Janek de Buhr (80.), Papen (88.) und Bruns (90.).

Papenburg, das sich einen Tag vor dem Rückspiel in Mühlen von Trainer Alo Weusthof getrennt hatte, ist nun eine von drei Mannschaften, die noch auf den Meistertitel hoffen kann – und eines von vier Teams, das für den Aufstieg in die Oberliga in Frage kommt. Hinter Spitzenreiter SV Bevern (25 Punkte), der mangels Oberliga-Lizenzantrag nicht aufsteigen kann, sind der SC Melle, Papenburg (je 22), Hansa Friesoythe und der SV Holthausen/Biene (je 21) fast gleichauf. Papenburg gastiert am Sonntag in Schüttorf, Bevern in Holthausen, Friesoythe in Melle – mehr Spannung geht nicht.

Abseits der Aufstiegsentscheidung absolviert GWM sein letztes Saisonspiel gegen den VfL Wildeshausen (Sonntag, 15.00 Uhr). „Wir wollen uns mit einem guten Spiel und einem guten Ergebnis von unseren Zuschauern verabschieden“, sagt Hinrichs. Sein Credo: Der letzte Eindruck bleibt – und dieses Gefühl nehme man auch mit in die nächste Saison. Platz sechs soll gehalten werden, „mehr geht ja nicht mehr“, sagt Hinrichs. Er wolle „ein bisschen rotieren“, so der Coach, der bereits vor den letzten 90 Minuten festhält: „Wir haben eine super Saison gespielt. Wir haben als einziges VEC-Team die Aufstiegsrunde erreicht, das haben vorher nicht viele für möglich gehalten. Wir können stolz auf das Erreichte sein.“


GW Mühlen - BW Papenburg 3:7 (1:3)

  • Mühlen: Deters - Kolbeck (78. Klaphake), Schillmöller, Olberding (46. Albers) - Westermann, von Lehmden, Sieve (72. Ungemach), Kröger (70. Hinxlage), Pöhlking - Leiber - Willenbrink.
  • Tore: 1:0 Leiber (22., Foulelfmeter), 1:1 Bruns (39.), 1:2 Lange (40.), 1:3 Schiller (43.), 2:3, 3:3 Leiber (55./58., Foulelfmeter), 3:4 Papen (61.), 3:5 de Buhr (80.), 3:6 Papen (88.), 3:7 Bruns (90.).

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