Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Gute Laune bei Rasta Vechta: Playoffs sind plötzlich möglich

Der Basketball-Zweitligist hat nach vier Siegen in Serie eine kleine Chance auf das Viertelfinale. Am Samstagabend gastiert Schlusslicht Ehingen im Rasta-Dome.

Artikel teilen:
Blick Richtung Playoffs? Rastas Cheerleader „Marleys“ beim letzten Heimspiel gegen Tübingen. Zwei Heimspiele gibt's noch – oder doch noch mehr? Foto: Schikora

Blick Richtung Playoffs? Rastas Cheerleader „Marleys“ beim letzten Heimspiel gegen Tübingen. Zwei Heimspiele gibt's noch – oder doch noch mehr? Foto: Schikora

So schnell kann's gehen. Kaum ist der Klassenerhalt für die Basketballer von Rasta Vechta in trockenen Tüchern, liebäugelt der Tabellenzwölfte der 2. Bundesliga ProA mit den Playoffs. Ein Szenario, das vor Wochen utopisch war und überhaupt nicht zur Stimmungslage an der Pariser Straße passte. Die Lage hat sich inzwischen geändert – weil Rasta viermal in Serie gewann, weil das Team deutlich stabiler wirkt und weil diverse Rivalen im Mittelfeld des ProA-Klassements patzten.

Keine Frage: Die Restchance des lange strauchelnden Erstliga-Absteigers auf ein Ticket für das Viertelfinale ist gefühlt ein Fall für höhere Mathematik, aber es gibt sie halt – diese Konstellationen, die Rasta auf Platz acht und sogar Rang sieben spülen würden. „Wir müssen jetzt erst mal unsere Hausaufgaben machen, um dann am 11. April die Chance auf ein Endspiel um die Playoff-Qualifikation zu bekommen“, sagt Rastas Sportdirektor Gerrit Kersten-Thiele.

Mit den Hausaufgaben sind die Duelle mit den beiden Absteigern Ehingen/Urspring und Itzehoe Eagles gemeint. Ehingen gastiert am Samstag (2. April) um 19.30 Uhr im Rasta-Dome, eine Woche später geht's dann für Vechta nach Itzehoe. Am 11. April folgt das Nachholspiel gegen Jena, das gleichbedeutend mit dem Ende der Hauptrunde ist.

Mindestens vier Teams muss Rasta noch überholen

„Uns ist klar, dass viele Dinge greifen müssen, die nicht in unseren Händen liegen“, erklärt Kersten-Thiele. Aber man wolle den Druck auf die Rivalen hochhalten. Noch mal der Sportdirektor: „Alle liegen dicht beieinander, der kleine Traum lebt wieder.“ Mit 28 Punkten hat Rasta die Rolle des Außenseiters inne. Die Kirchheim Knights (28), bei denen Rasta am Mittwochabend seinen Aufwärtstrend per 81:79-Sieg fortgesetzt hat, sowie ein 32-Punkte-Quartett mit Karlsruhe, Hagen, Nürnberg und Bremerhaven sind besser postiert. Mindestens vier dieser Teams müsste Rasta noch überholen.

Bei Punktgleichheit kommt der direkte Vergleich ins Spiel. Gegen Karlsruhe und Bremerhaven sieht's für Rasta gut aus, für die drei anderen Kontrahenten gilt das nicht. Sind am Ende drei, vier oder gar fünf Teams punktgleich (mit 34), wird's deutlich komplizierter – Stichwort höhere Mathematik. Kersten-Thiele lässt den Taschenrechner noch in der Schublade und sagt: „Wir konzentrieren uns erst mal auf Ehingen und gucken dann, was am Samstag und Sonntag noch so passiert.“

Sehr zufrieden ist er mit der Entwicklung in den letzten zwei, drei Wochen. „Ich freue mich total für das Team und die Trainer, dass wir in einer Situation sind, wieder über die Playoffs reden zu können. Alle haben hart dafür gearbeitet“, so Kersten-Thiele. Die Mannschaft habe es geschafft, Spiel für Spiel fokussiert zu sein – verbunden mit einem „gut sichtbaren Teamgeist“, wie der 41-Jährige betont. „Sie hat gezeigt, was in ihr steckt. Sie hat sich gefunden. Und der Trainer hat eine Rotation gefunden, die es uns erlaubt, den Druck auf den Gegner hochzuhalten.“

Auffällig: Auf den Big-Men-Positionen (Power Forward, Center) harmonieren Tajuan Agee und Robin Lodders sehr gut. Sie kamen als Duo während der jüngsten Siegesserie auf 32,0 Punkte und 12,3 Rebounds pro Partie.

Kapitän Josh Young hat die Fortschritte als Team auch wahrgenommen. „Wir haben mittlerweile verstanden, was für eine Mannschaft wir sein wollen und wie wir spielen wollen“, sagt der US-Guard: „Jetzt können wir uns in den 40 Minuten darauf fokussieren, dadurch bekommen wir mehr Konstanz in unser Spiel.“

Die Favoritenrolle für die Partie am Samstag ist klar, aber Young warnt: „Der größte Fehler, den wir machen können, ist, dass wir Ehingen unterschätzen. Wir müssen sicherstellen, dass wir uns an das halten, was wir bisher getan haben, und ihnen den Respekt entgegenbringen, den sie als Gegner verdienen.“

Ehingen/Urspring, das jüngste Team in der Liga und erst einmal siegreich (gegen Schwenningen), war in dieser Saison nicht ProA-tauglich. Es droht die schlechteste Bilanz seit Gründung der ProA 2007. Topscorer sind der Amerikaner Tyler Cheese (18,4 Punkte), der Kanadier Munis Tutu (16,5/mit 2,4 Steals der beste Balldieb der Liga) und Takiuala Fahrensohn (12,3).

Schöne Geste am Rande: Rasta Vechta hat Flüchtlinge aus dem Kriegsgebiet in der Ukraine und deren Gastfamilien, insgesamt 42 Personen, zum Spiel gegen Ehingen eingeladen. Man wolle den Menschen „ein wenig Freude bereiten“, hieß es in der Mitteilung des Klubs.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Gute Laune bei Rasta Vechta: Playoffs sind plötzlich möglich - OM online