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Größten Triumph der SVH-Historie erreicht

Seinem Heimatverein ist der 50-Jährige nach wie vor ganz eng verbunden. Schon als Siebenjähriger hatte er in der E-Jugend begonnen ist bis 2018 als Coach aktiv gewesen.

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Ludwig Ferneding (Foto: Langosch)

Ludwig Ferneding (Foto: Langosch)

Das allgegenwärtige Coronavirus beschert Ludwig Ferneding derzeit Homeoffice. Der Pflanzenschutzexperte, der seit 22 Jahren für die GS Agri in Schneiderkrug tätig ist geht seinem Job derzeit von zu Hause aus nach. Dabei hat mehr zu tun denn je: „Ich kann mich aktuell vor Arbeit kaum retten“, meint der 50-Jährige.

Auf seinen Job kann er sich seit knapp zwei Jahren ohnehin mehr denn je konzentrieren, denn da hat er seine Aktivitäten im Fußball weitestgehend eingestellt. Die Karriere – als Spieler wie auch als Trainer – war lang. Als Siebenjähriger begann Ferneding in der E-Jugend des SV Höltinghausen. Die Treue zu seinem Heimatverein ist ihm bis heute enorm wichtig. Nicht minder bedeutsam ist ihm die Bereitschaft, ehrenamtlich mit anzupacken. „Das habe ich immer so gehalten, wenn irgendwo Hilfe nötig war, war ich da. Das ist für mich selbstverständlich.“

So war es nicht verwunderlich, dass er schon als Jugendspieler als Trainer einstieg. 1985 übernahm er eine E-Jugendmannschaft des SVH. Nachdem Ferneding seine Spielerlauf 1999 beendet hatte – nach sämtlichen Stationen in der SVH-Jugend kickte er von 1988 an für elf Spielzeiten in der ersten, beziehungsweise zweiten Mannschaften seines Heimatvereines – fungierte er anschließend „nur“ noch als Trainer, zunächst als Coach der Höltinghauser Reserve in der 2. Kreisklasse.

Zum Frauenfußball kam er über seine damalige Freundin und heutige Ehefrau Tanja. „Sie spielte bei den Damen, wir hatten donnerstags vorher mit der zweiten Mannschaft Training. Wegen Tanja habe ich dann auch die Einheiten der Frauen verfolgt. Manfred Lawicka war seinerzeit noch allein, und es hat sich dann fast zwangsläufig ergeben, dass ich mit einstieg. Und ich bin dabei geblieben“, erinnert sich Ferneding.

Lawicka und Ferneding wurden zu den Vätern einer langen Erfolgsgeschichte. „Im Grunde gab es für uns nur eine Richtung – bergauf“, meint Ferneding. „Wir haben aber auch Glück gehabt. Einerseits hatten wir eine tolle Konstellation, dass wir nicht nur eine Mannschaft mit vielen talenterten Spielerinnen hatten, sondern dass die Mädels auch eine Clique waren. Die hat viel gemeinsam in ihrer Freizeit unternommen. Das passte einfach. Außerdem haben wir davon profitiert, dass andere Top-Frauenmannschaften wie etwa der SV Carum oder einige Jahre später der VfL Oythe auseinanderfielen.“ So verzeichnete der SVH Jahr für Jahr hochkarätige Zugänge.

Folgerichtig „regnete“ es Titel. Bis in die Regionalliga führte der Weg. Der Aufstieg in die dritthöchste deutsche Spielklasse 2007 für Ferneding das Highlight in seiner Trainerlaufbahn. „Als Meister der Niedersachsenliga West mussten wir gegen den Titelträger der Ost-Staffel, Sparta Göttingen, um den Sprung in die Regionalliga spielen und gewannen in Barsinghausen mit 3:1. „Das war – ganz nebenbei – auch der größte Triumph in der Höltinghausener Vereinsgeschichte“, meint Ferneding, der in der Mannschaft unter dem Spitznamen „Lutze“ (mit langem „u“) firmierte.

Nach einem Jahr in der Regionalliga zogen der Fußballfrauen des SV Höltinghausen zum BV Cloppenburg um. Der SVH war nicht im Stande, die Bedingungen für höherklassigen Fußball zu schaffen. Ferneding machte den Wechsel mit, zog sich aber zusehens zurück. „Der Aufwand war für mich weder zeitlich noch organisatorisch mehr zu leisten, außerdem wollte ich nicht mehr die Verantwortung tragen. Ich hatte kein Problem damit, einen halben Schritt zurück zu gehen.“ Mit dem Bundesligaaufstieg des BVC 2013 endete Fernedings Engagement in Cloppenburg. Als Co-Trainer erlebte er die Meisterschaft in der 2. Bundesliga Nord, nachdem der BVC drei Jahre zuvor den Sprung ins Unterhaus geschafft hatte.

Danach coachte Ludwig Ferneding zunächst die Bezirksligamänner des SV Höltinghausen, bevor er als „Co“ bei den Frauen des SV Hemmelte, beziehungsweise der SG Hemmelte/Lastrup, noch für drei Jahre mit einigen ehemaligen SVH-Spielerin zusammenarbeitete.

Inzwischen verfolgt der B-Lizenzinhaber den Fußball „nur“ noch als interessierter Fan, allerdings kann er mit dem Profigeschäft der 1. und 2. Bundesliga wenig anfangen. „Ich gucke samstags gerne im Fernsehen Fußball, aber von 14 Uhr an auf den dritten Programmen vor allem die 3. Liga. Dann am liebsten die Spiele von Hansa Rostock. Wir machen gerne an Mecklenburg-Vorpommerns Ostseeküste Urlaub und da kommt man an Hansa einfach nicht vorbei.“

Vater Fußballer, Mutter Fußballerin – da müsste der Ferneding‘sche Nachwuchs doch prädestiniert sein, in die Fußstapfen der Eltern zu treten. Ist er aber nicht, keiner seiner drei Söhne eifert Ludwig Ferneding nach: „Tanja war unheimlich schnell, ich war nicht der schlechteste Techniker, da hätte es etwas werden können, wenn sie unser Talent geerbt hatten. Aber sie haben wohl in erster Linie meine Schnelligkeit mitbekommen“, meint Ferneding lachend. Aber sie sind sportlich aktiv: Niklas spielt Handball in der B-Jugend des TV Cloppenburg, Thies ist Basketballer in der U16 von Rasta Vechta. Nur der Jüngste, der sechsjährige Jenke, hat sich bislang noch keine Lieblingssportart erkoren.

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