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Große Pläne im Schatten des Wahrzeichens

Der Tennisverein Lohne möchte mit seiner 1. Herren noch höher hinaus – am liebsten in die Regionalliga Nord-Ost.

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Volle Konzentration beim Rückhand-Slice: Christian Braun vom TV Lohne. Der Delmenhorster gewann in der Landesliga alle Spiele an Nummer eins und war somit ein Aufstiegsgarant. Foto: Schikora

Volle Konzentration beim Rückhand-Slice: Christian Braun vom TV Lohne. Der Delmenhorster gewann in der Landesliga alle Spiele an Nummer eins und war somit ein Aufstiegsgarant. Foto: Schikora

Er ist 17,35 m hoch und steht auf einem kleinen Hügel, er wurde 1908 errichtet und 1996 renoviert. Er steht unter Denkmalschutz und gilt als Wahrzeichen der Erhebung Lohnes zur Stadt. Die Rede ist vom Aussichtsturm im Stadtwald unweit des Heinz-Dettmer-Stadions von BW Lohne. Im Schatten dieses Wahrzeichens soll in den nächsten Jahren ein weiteres Aushängeschild im Heimatsport entstehen. Konkret: Der Tennisverein Lohne hat große Pläne. „Wir wollen höherklassigen Tennissport anbieten. Mit der 1. Herren möchten wir mittelfristig noch ein, zwei Klassen höher spielen“, erklärt Matthias Soika in seiner Funktion als Ressortleiter Sport beim TV Lohne.

2014 hatte der Klub sein ehrgeiziges Projekt „Etablierung einer Herrenmannschaft in einer höheren Liga“ gestartet, damals als Bezirksklassist. Mit dem doppelten Aufsieg in die Oberliga – im Winter die dritthöchste Klasse, im Sommer die 5. Liga – hat der TV Lohne sein erstes Etappenziel erreicht. Die Oberliga ist die höchste Spielklasse im Tennisverband Niedersachsen-Bremen (TNB). Auf dem Erreichten wollen sich die Lohner aber nicht ausruhen. Nach insgesamt zehn Aufstiegen binnen sechs Jahren – zwischen der Bezirksklasse und der Oberliga liegen sowohl im Winter als auch im Sommer noch die Bezirksliga, Verbandsklasse, Verbandsliga und Landesliga – ist der Erfolgshunger noch nicht gestillt. Als Vorbild dient der TV Visbek, dessen 1. Damen inzwischen in der Regionalliga Nord-Ost spielt. Um dieses Liga-Niveau zu erreichen, müsste Lohne noch zweimal aufsteigen. In die Quere kommen sich die zwei führenden VEC-Vereine nicht – Visbek fokussiert sich im Leistungsbereich ganz auf die Damen, Lohne auf die Herren.

Die neue Sommersaison, die Anfang Mai starten sollte, wegen der Corona-Krise aber frühestens Mitte Juni beginnt, steht aus Sicht der Lohner aber noch unter dem Motto „Nur der Klassenerhalt zählt“. Soika sagt dazu: „Kurzfristig müssen wir erst mal gucken, dass wir die Oberliga halten.“ Das Schicksal von Sparta Nordhorn dient den Lohnern als Warnung. Die Grafschafter hatten ein Jahr zuvor den Sprung in die Oberliga geschafft und waren trotz einiger Verstärkungen sofort wieder abgestiegen.

Diesen Rückschritt wollen die Lohner unbedingt verhindern. Kein leichtes Unterfangen, in der 8er-Staffel steigen immerhin drei Teams ab. Lohnes Plan: weitere Verstärkungen. Dass sich der TV Lohne für ein neues Abenteuer Hilfe von außen holt, ist nicht neu. Das passierte auch beim beachtlichen Durchmarsch durch die Ligen, als die Lohner immer wieder neue Puzzleteile aus der Region hinzufügten – wie etwa Marco Schlicker aus Lutten, Serign Samba aus Ganderkesee, Lennard Lonnemann und Arkadiy Kharenko aus Vechta, Arnd und Julian Weyhausen aus Wardenburg sowie zuletzt Christian Braun aus Delmenhorst. Neu ist nun, dass es Verstärkungen aus dem Ausland gibt. Lohne hat in Diego Fernandez Flores (Chile), Dusty Boyer (USA), Richard Pavluv, Lars Aregger (beide Tschechien), Pietro Pirolt und Keanu Elias Immler (beide Österreich) gleich sechs ausländische Spieler verpflichtet und mit einer Lizenz für den TNB-Spielbetrieb ausgestattet. Zunächst sind allerdings nur die beiden Tschechen eingeplant.

In der Oberliga bestehen die Teams aus sechs Spielern und die Matches aus neun Partien (sechs Einzel, drei Doppel). Soika betont aber auch: „Wir wollen keine Söldner-Truppe sein. Die eigenen Kräfte sind auch wichtig für das Team.“ In Arkadiy Kharenko und Kai von der Assen aus Steinfeld gehören zwei Lokalmatadore zum Stammkader des Neu-Oberligisten. Dass es das Projekt nicht zum Nulltarif gibt, ist auch klar. Die Leistungssportgruppe unter der Regie von Coach Patrick Jersch (seit 2019 in Lohne) ist ausgegliedert, „um die Mitglieder nicht zu belasten", wie Soika sagt. Aus dem ehemaligen Förderverein entwickelte sich 2019 die Lohner Sportmarketing GmbH mit Gesellschaftern aus dem gesamten Kreisgebiet. Als Geschäftsführer fungiert der frühere Lohner Klubchef Roland Krapp, der inzwischen die Tennisregion Oldenburger Münsterland als Vorsitzender führt.

Der TV Lohne, mit 540 Mitgliedern der größte Verein in der OM-Region und zudem Landesstützpunkt, sieht sich für die Zukunft gut aufgestellt. Insgesamt sechs Herren-Teams gehen an den Start, die kontinuierliche Jugend- und Jüngstenarbeit trägt Früchte. „Es sind einige Jungs mit guter Perspektive dabei“, so Soika. Und: Die Anlage mit acht Außenplätzen und drei Courts in der Halle soll nicht nur renoviert, sondern auch um jeweils einen Platz erweitert werden – damit es im Schatten des Wahrzeichens weiter bergauf geht.

Tennis: Oberliga Herren Teams im Sommer 2020

  • DTV Hannover
  • Spvg. Haste
  • TSC Göttingen
  • TV Lohne
  • DT Hameln
  • SC SW Cuxhaven
  • TV Jahn Wolfsburg
  • Oldenburger TV II

Spielerliste vom TV Lohne

1. D. Fernandez Flores (CHI) 2. Dusty Boyer (USA) 3. Richard Pavluv (CZE) 4. Lars Aregger (CZE) 5. Christian Braun 6. Arnd Weyhausen 7. Pietro Pirolt (AUT) 8. Arkadiy Kharenko 9. Keanu Elias Immler (AUT) 10. Kai von der Assen 11. Julian Weyhausen

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