Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

„Große Clique“ genießt den Flug unterm Radar

SFN Vechta II ist das Überraschungsteam in der Fußball-Kreisliga Vechta. Coach Thomas Heitkamp spricht über das Erfolgsrezept.

Artikel teilen:
Vechtas Anführer: SFN-II-Kapitän Ivernel Ashiagbor (vorne), hier im Spiel in Oythe. Foto: Schikora

Vechtas Anführer: SFN-II-Kapitän Ivernel Ashiagbor (vorne), hier im Spiel in Oythe. Foto: Schikora

Beim Blick auf die Tabelle muss Thomas Heitkamp kurz schmunzeln. „Sieht gut aus“, sagt der Trainer des Fußball-Kreisligisten SFN Vechta II. Und er ergänzt: „Dass es so extrem gut läuft, ist überraschend. Ein bisschen verwundert sind wir schon.“ Die Verwunderung haben sie am Bergkeller nicht exklusiv, die ganze Liga staunt über SFN II. Neun Begegnungen sind gespielt, und Vechta ist immer noch ungeschlagen. Mehr noch: Mit sechs Siegen und drei Remis liegt die Heitkamp-Crew auf dem zweiten Platz. Der jüngste 2:1-Erfolg am Sonntag gegen Titelanwärter RW Damme war das nächste Ausrufezeichen der forschen Kreisstädter.

Heitkamp und Co. genießen den Moment. Dass BW Langförden und Damme als heißeste Titelanwärter gehandelt werden und RW Visbek das Favoritentrio komplettiert, stört den SFN-Coach nicht im Geringsten. Unterm Radar zu fliegen, ist für den 38-Jährigen „kein Problem“. Er sagt: „Uns hat ja keiner so richtig auf dem Schirm. Das ist okay für uns. Wobei sich das ja allmählich ändert.“ Intern habe sich die Mannschaft vor der Saison das Ziel gesetzt, ins obere Drittel zu kommen. „Wir haben echt gute Fußballer dabei, viele haben das Potenzial für die Erste. Die Qualität war immer da, aber jetzt sind alle zwei, drei Jähre älter, also reifer, abgezockter. Das macht viel aus“, sagt Heitkamp.

Bereits in der Vorsaison 20/21, die coronabedingt Ende Oktober gestoppt wurde, deutete SFN Vechta II sein Potenzial an. Beim Abbruch lag das Team auf dem vierten Platz – im Windschatten von Langförden sowie punktgleich mit Visbek und Bakum. Letztere hat SFN II inzwischen überholt. Ob's ein Dauerzustand ist, wird sich zeigen. „Wir können befreit aufspielen. Wir genießen es, da oben ein bisschen mitzumischen, die dritte oder vierte Kraft zu sein“, sagt Heitkamp: „Aber wir wissen auch, dass irgendwann mal ein kleiner Durchhänger kommen wird.“

Heitkamp lobt die Vollgas-Mentalität 

Seit September 2019 ist der frühere SFN-I-Torwart im Amt. Als sein Vorgänger Hermann-Josef Geerken aus gesundheitlichen Gründen zurücktrat, wurde er vom Co-Trainer zum Chef befördert. Heitkamp übernahm SFN II als Tabellenletzter, und es begann mit einem 1:0-Coup beim damaligen Spitzenreiter Damme. Inzwischen hat sich einiges getan – und aus dem Kellerkind wurde ein Top-5-Anwärter, der auch beim Tabellenvierten TuS Lutten gewann (1:0) und ein Remis in Visbek holte (2:2).

Und das Erfolgsrezept? Neben dem bereits erwähnten Reifeprozess nennt Heitkamp die Teamchemie: „Im Grunde ist das eine große Clique mit 28 Leuten. Die Jungs kennen sich schon lange, zum Teil aus der Jugend. Sie verstehen sich super, machen viel zusammen.“ Das Team habe einfach Spaß daran, auf dem Platz Gas zu geben. „Wir wollen mit unserer Spielweise die Gegner nerven, ihnen die Lust am Spiel nehmen“, beschreibt Heitkamp die Vollgas-Mentalität seiner „Multi-Kulti-Truppe“. Ein gutes Dutzend seiner Spieler hat Wurzeln in Polen und Russland, in Vietnam und in der Türkei sowie in afrikanischen Ländern.

Bei der Frage nach einem Gerüst muss Heitkamp nicht lange überlegen. Die Achse beginnt bei Abwehrchef Ivernel Ashiagbor, dem Kapitän des Teams, gefolgt von den Sechsern Eren Esen und Artem Ivanov sowie Spielmacher Armel Ashiagbor. Und: Die 20 Tore von SFN II, das nun zwei Auswärtsspiele in Bakum (Mittwoch) und Langenberg (Sonntag) vor der Brust hat, verteilen sich auf zwölf Spieler. Heitkamp hofft, dass diese Unberechenbarkeit noch lange anhält.

Die zwei Remis bei Oythe III und gegen Schlusslicht Dinklage II passen nicht ganz ins strahlende SFN-II-Bild – irgendwie aber doch. „In der Vergangenheit hätten wir solche Spiele, in denen es nicht so läuft, verloren. Jetzt holen wir zumindest einen Punkt oder gewinnen die knappen Spiele irgendwie“, berichtet Heitkamp. Auch deshalb genießt SFN II den Blick auf die Tabelle.

Sie wollen nichts verpassen, worüber das Oldenburger Münsterland spricht? Dann abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter „Moin, OM!“. Er fasst für Sie das Wichtigste für den Tag auf einen Blick zusammen – immer montags bis freitags zum Start in den Tag.  Hier geht es zur Anmeldung

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

„Große Clique“ genießt den Flug unterm Radar - OM online