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Gemischte Gefühle vor dem Heimatbesuch

Die Dinklager Handball-Torfrau Madita Kohorst tritt zum Saisonstart in der Bundesliga mit der TuS Metzingen bei ihrem Ex-Klub VfL Oldenburg an.

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Seit zwei Jahren trägt Madita Kohorst das Trikot der TuS Metzingen. Zum Saisonstart geht es am Sonntag nach Oldenburg. Foto: Fritzsche

Seit zwei Jahren trägt Madita Kohorst das Trikot der TuS Metzingen. Zum Saisonstart geht es am Sonntag nach Oldenburg. Foto: Fritzsche

Ein Auftritt beim Ex-Klub, eine Reise in die Heimat und das auch noch zum Saisonauftakt: Unter normalen Umständen wäre dieser Sonntag ein absolutes Highlight gewesen für Madita Kohorst. Doch was ist schon normal in diesen Zeiten?

Wenn die Torfrau aus Dinklage am Samstag mit ihrem Verein TuS Metzingen in Richtung Oldenburg aufbricht, wo sie am Sonntag (16.30 Uhr/sportdeutschland.tv) in der kleinen EWE-Arena zum Saisonauftakt in der Handball-Bundesliga auf den VfL Oldenburg trifft, dann tut sie dies mit gemischten Gefühlen. „Es ist alles ein bisschen anders als sonst“, sagt sie: „Eigentlich habe ich mich sehr gefreut, wieder nach Oldenburg zu kommen. Denn hier ist es immer schön, weil die ganze Familie und viele Leute aus Dinklage in der Halle sind. Jetzt ist es natürlich ein bisschen blöd, dass keiner von denen kommen kann.“

Coronabedingt dürfen am Sonntag nur 500 Personen in die Halle. Und zugelassen sind nur Dauerkartenbesitzer, die sich vorher angemeldet haben. Von Madita Kohorsts Unterstützern aus der Heimat wird niemand auf der Tribüne sitzen.

Immerhin wird die 23-Jährige auf dem Feld noch die eine oder andere Bekannte aus ihrer Oldenburger Zeit treffen. Julia Renner zum Beispiel, ihre Torfrau-Kollegin, mit der sie immer noch in engem Kontakt steht. Erst am vergangenen Wochenende trafen sich die beiden. „Wir hatten noch mal ein Wochenende frei. Und da ich wusste, dass ich wahrscheinlich lange nicht mehr kommen kann, war ich noch mal zu Hause und wir haben uns in Oldenburg getroffen“, berichtet Madita Kohorst.

Sportlich reist die TuS Metzingen – Dritter der abgebrochenen Saison 2019/20 – als Favorit in den Norden. „Dieses Jahr ist es extrem schwierig, Vorhersagen zu machen“, findet Madita Kohorst: „Aber natürlich fahren wir als Favorit nach Oldenburg. Die haben, glaube ich, nur 13 Spielerinnen im Kader, von denen zwei verletzt sind. Wir haben einen viel breiteren Kader und ja auch andere Ziele.“

Auch in Metzingen litt die Vorbereitung unter Corona

Die „TuSsies“ aus der Nähe von Stuttgart visieren wieder einen Platz im Europapokal an, wollen um die Ränge eins bis fünf mitspielen. Doch Corona sorgt auch in Metzingen für Ungewissheit. So kehrte die Dänin Simone Petersen in ihre Heimat zurück. Und die Verpflichtung der dänischen Kreisläuferin Kaja Kamp Nielsen platzte.

Auch die Vorbereitung litt unter der Pandemie. „Normalerweise haben wir zu diesem Zeitpunkt vier Turniere gespielt und gegen ungarische oder französische Erstligisten getestet“, sagt Madita Kohorst: „Jetzt haben wir gar kein Turnier gespielt und vor allem Testspiele gegen deutsche Zweitligisten gemacht.“ Mut machte den „Pink Ladies“ allerdings die knappe 28:30 (13:9)-Niederlage gegen die SG Bietigheim. Die SG ist für Madita Kohorst zusammen mit Borussia Dortmund Top-Favorit auf den Titel – „vom Kader her und auch von den Ambitionen“.

Die Dinklagerin erwartet eine spannende Saison mit viel Druck. „Es gibt vier Absteiger. Und bei einem Abbruch steigen die Mannschaften ab, die dann gerade unten stehen“, sagt sie. Ihr erstes Heimspiel bestreitet die TuS erst am 14. Oktober – Madita Kohorsts 24. Geburtstag. Hätte sie einen Wunsch frei, würde sie sich wohl wünschen, dass dann mehr als die derzeit in Metzingen erlaubten 300 Zuschauer in die Halle dürften. „Ich glaube, das wird ganz komisch“, sagt sie mit Blick auf die Spiele in weitgehend leeren Hallen: „Man hört ja alles, also auch, was der gegnerische Trainer sagt. Und der Gegner hört, was man selber sagt. Das wird eine ganz schöne Umstellung.“

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