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Gelungener Start – nur das Ergebnis stört

BW Lohne trennt sich zum Oberliga-Auftakt vom VfL Oldenburg 1:1. Trainer Henning Rießelmann gab sich „niedergeschlagen“.

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Textiltest: Lohnes Innenverteidiger Malte Beermann (links) im Duell mit Vafing Jabateh. Foto: Schikora

Textiltest: Lohnes Innenverteidiger Malte Beermann (links) im Duell mit Vafing Jabateh. Foto: Schikora

Nach 14 Jahren kehrte BW Lohne am Samstag in die Fünftklassigkeit zurück. Alles war angerichtet für ein kleines Oberliga-Fußballfest nach langer Corona-Pflichtspielpause, alles passte – nur mit dem 1:1 (1:0)-Unentschieden gegen den VfL Oldenburg konnte sich auf Seiten der Gastgeber niemand anfreunden. So gestand Trainer Henning Rießelmann bei der Pressekonferenz vor zahlreichen Fans im neu hergerichteten Stadionheim: „Ich bin schon niedergeschlagen. Es fühlt sich an wie eine Niederlage.“

BW Lohne dominierte über weite Strecken, versäumte aber nach der Führung durch einen platzierten 20-m-Rechtsschuss von Neuzugang Rilind Neziri (26.), das Ergebnis auszubauen. Als wesentlichsten Punkt, was man im nächsten Spiel am kommenden Sonntag beim TuS Bersenbrück besser machen müsse, sagte Henning Rießelmann: „Ein zweites Tor schießen. Oder ein Quäntchen mehr Glück haben.“

Die maximal erlaubten und auch gekommenen 500 Zuschauer – 30 Tickets waren nach Oldenburg gegangen – hatten eine über weite Strecken ansehnliche Partie gesehen. BW Lohne ergriff zumeist die Initiative, fand aber lange Zeit kaum Mittel gegen die jungen VfLer. Im zweiten Durchgang, mit der 1:0-Führung im Rücken, verpassten es die Lohner, den Sieg vorzeitig sicherzustellen. Auch Oldenburgs Trainer Lasse Otremba (29), aus der A-Jugend des JFV Nordwest hervorgegangen, sagte später in aller Sachlichkeit: „Lohne war die bessere Mannschaft. Ich bin hochzufrieden mit dem Punkt.“ Erst nach der Pause habe seine junge Mannschaft (Durchschnittsalter 20 Jahre) der Lohner Dominanz besser begegnen können.

Verabschiedung: Der langjährige BWL-Kapitän Christian Bröring (links) mit Fußballchef Manuel Arlinghaus und Torwart Philip Kreimer. Foto: SchikoraVerabschiedung: Der langjährige BWL-Kapitän Christian Bröring (links) mit Fußballchef Manuel Arlinghaus und Torwart Philip Kreimer. Foto: Schikora

Im ersten Durchgang hatte Lohnes Spielmacher Aaron Goldmann unmittelbar vor dem 1:0 bei einem Freistoß gegen den überraschten VfL-Keeper Thilo Pöpken nur die Latte getroffen (25.). Prickelnde Strafraumszenen waren in der temporeichen Partie ansonsten eher Mangelware. Nach Wiederbeginn änderte sich das, Lohne spielte mit mehr Zug zum Tor. Rilind Neziri (47.), Claude Videgla (48./ 62.), Christopher Schepp (51.) und Sandro Heskamp (54.) hatten das 2:0 vor Augen.

Umso größer das Entsetzten, als aus heiterem Himmel der Oldenburger Ausgleich fiel. Nach einer Rechtsflanke klärte Malte Beermann im Zweikampf kurz vor der Linie gegen den früheren Essener Vafing Jabateh mit einem gewagten Manöver, traf den Ball – und den Kopf des VfL-Angreifers. Schiedsrichter Julian Meckfessel (Bissendorf) zeigte sofort auf den Punkt. Lohner Proteste gegen die harte Entscheidung, vor allem von Beermann selbst, waren natürlich vergebens. VfL-Coach Lasse Otremba sagte später fair: „Ich weiß nicht, ob man den Elfmeter geben muss.“ Oldenburgs Kapitän Sven Lameyer war's egal, er verwandelte nach 67 Minuten sicher zum 1:1.

Beide Teams sind 2020 weiter ungeschlagen

Der Ausgleich führte zunächst zu einem kleinen Bruch im Lohner Spiel. Mit vier Wechseln versuchte Henning Rießelmann, das Offensivspiel neu zu beleben. Das geschah dann auch, zugleich erhöhten auch die Gäste das Risiko. Bei zwei guten Gelegenheiten klärten die Lohner Nico Gill (85.) und Malte Beermann (89.) in größter Bedrängnis. Auf der anderen Seite traf Aaron Goldmann mit einem 14-m-Schuss erneut nur das Aluminium des VfL-Tores (88.). Es wäre der passende Schlusspunkt für ein insgesamt gelungenes Punktspiel-Comeback gewesen. Sowohl BWL (drei Siege) als auch der VfL (zwei) hatten ihre Punktspiele 2020 vor der Corona-Zwangspause übrigens allesamt gewonnen.

Trainer Henning Rießelmann bilanzierte: „Wir haben hier eine Aufbruchstimmung, das macht Spaß bei BWL. Da wären wir natürlich auch alle gerne nach 14 Jahren mit einen Sieg in die Oberliga gestartet. So ist Fußball. Aber: Es war ein vernünftiges Debüt.“

Vor dem Spiel gab es noch einen besonderen Moment. Der langjährige Lohner Kapitän Christian Bröring (34) wurde nach 27 BWL-Jahren mit großem Applaus offiziell in den Fußball-Ruhestand verabschiedet. Stadionsprecher „Hotty“ Möhlmann sprach unter anderem von „27 Jahren durch dick und dünn“. Der Beifall von der Tribüne war Bröring gewiss.

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