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"Ganz entspannt" nach Flushing Meadows

Grand-Slam-Abenteuer, Teil drei: Tennisspielerin Julia Middendorf (18) aus Dinklage startet ab Montag bei den "US Open Junior Championships" in New York.

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Und jetzt voll durchziehen: Julia Middendorf in Wimbledon. Foto: Jürgen Hasenkopf

Und jetzt voll durchziehen: Julia Middendorf in Wimbledon. Foto: Jürgen Hasenkopf

Die Koffer sind gepackt, das Flugticket liegt bereit, die Form stimmt. Kurzum: Das ultimative Grand-Slam-Highlight im „Big Apple“ kann kommen. Julia Middendorf bricht am Freitagnachmittag zu ihrem bislang größten Tennis-Abenteuer auf. Für die 18 Jahre alte Dinklagerin geht es um 15.55 Uhr mit Flug LH 412 vom Franz-Josef-Strauß-Flughafen in München zum Newark Liberty International Airport in New York. Geplante Ankunft: 18.50 Uhr Ortszeit – nach knapp neun Stunden Flugzeit.

„Ich freue mich riesig auf New York“, sagt Julia Middendorf, die ab Montag bei den „US Open Junior Championships“ startet – im Einzel sowie im Doppel an der Seite von Mara Guth (Usingen). Für die Topspielerin des Zweitligisten TV Visbek ist es nach den French Open in Paris im Juni sowie Wimbledon im Juli der dritte Auftritt bei einem Junior Grand Slam – und zugleich der letzte. Denn: 2022 ist die Dinklagerin, die aktuell auf Platz 31 der U-18-Weltrangliste liegt, zu alt für die „Juniors Tour“ des Tennis-Weltverbandes ITF. Logisch, dass sie nun das XXL-Event im „Billie Jean King National Tennis Center“ in Flushing Meadows genießen will.

„In Paris war ich total angespannt und auch nervös, es war ja das erste Grand Slam“, erinnert sich Julia Middendorf an das bittere Erstrunden-Aus. Und vor Wimbledon, wo sie in Runde zwei verletzt aufgeben musste, lief die Eingewöhnungsphase auf Rasen alles andere als reibungslos. Nun, vor den US Open, fühlt sich alles viel besser an. „Ich bin ganz entspannt“, sagt Julia Middendorf. Dass in New York auf Hartplatz gespielt wird, ist für sie kein Problem: „Ich mag den Belag.“ Ihr letzter Auftritt auf einem Freiluft-Hartplatz ist allerdings knapp zwei Jahre her – es war im Oktober 2019 beim ITF-Junior-Turnier in Osaka/Japan.

Zwei, die sich prächtig verstehen: Julia Middendorf (links) und Mara Guth, hier im Juni bei den French Open in Paris. Foto: Jürgen HasenkopfZwei, die sich prächtig verstehen: Julia Middendorf (links) und Mara Guth, hier im Juni bei den French Open in Paris. Foto: Jürgen Hasenkopf

Seit Montagnachmittag hält sich Julia Middendorf im bayrischen Oberhaching auf. Am dortigen Stützpunkt des Deutschen Tennis Bundes (DTB), der über einen ähnlichen Hartplatz-Belag wie in New York verfügt, trainierte sie zusammen mit Mara Guth und U-18-Bundestrainerin Jasmin Wöhr. Das Trio fliegt am Freitag auch zusammen nach Amerika, am Sonntag können sie dann erstmals auf der US-Open-Anlage im Stadtteil Queens trainieren. Barbara Rittner, Head of Women's Tennis beim DTB, ist unterdessen nicht vor Ort – sie bleibt als TV-Expertin für Eurosport in München.

„Wir haben gehört, dass es in New York nicht so eine Turnier-Bubble geben soll wie in Paris und in Wimbledon. Das wäre toll. Ich hoffe, dass wir abseits der Spiele nicht nur auf dem Hotelzimmer hocken müssen“, sagt Julia Middendorf. Für den sportlichen Wettstreit in einem 48er-Hauptfeld (in Paris und Wimbledon waren es 64er-Felder) fühlt sich die ehrgeizige Dinklagerin gerüstet: „Die Form stimmt. Ich hab' zuletzt ganz gut gespielt.“ Treffend formuliert, vielleicht sogar ein wenig untertrieben. Der jüngste Titelgewinn beim ITF-Damen-Turnier „Erwitte Open“, der ihr in der WTA-Weltrangliste eine Verbesserung von Platz 827 auf Rang 750 bescherte, war ebenso überzeugend wie ihre vier Einzel in der 2. Bundesliga Nord gegen Julyette Steur (Versmold/6:1, 6:1), Melanie Klaffner (Münster/6:1, 6:1), Andrea Gamiz (SSC Berlin/ 6:3, 6:1) und Tamara Korpatsch (Club an der Alster/6:4, 7:6).

Und die Ambitionen im Doppel? Julia Middendorf und Mara Guth, die als 16. der U-18-Weltrangliste ein Freilos in der ersten Einzel-Runde hat, reisen als amtierende Europameisterinnen im U-18-Doppel an. Der Gold-Coup bei der EM in Klosters in der Schweiz ist knapp sechs Wochen her. „Ja, wir haben da gut gespielt und hoffen, dass wir das auch in New York zeigen“, sagt Julia Middendorf: „Aber durch die Matchtiebreaks ist das ein schmaler Grat. In Klosters hätte es auch nach dem zweiten Spiel vorbei sein können.“ War's aber nicht, dreimal behielt das DTB-Duo im Matchtiebreak die Oberhand. Diese Nervenstärke soll nun auch in New York helfen.

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