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Fußballturniere ohne Fans machen für Klubs keinen Sinn

Vier Vereine aus dem Kreis Cloppenburg halten die Ausrichtung von Sportwochen im Juli eher für unrealistisch. Das ergab eine Umfrage von OM online.

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Jubel I: Mit einem 5:1-Finalerfolg gegen Molbergen sicherten sich die Fußballer des TuS Emstekerfeld im Juli 2019 den Sieg bei der Molberger Sportwoche. Foto: Wulfers

Jubel I: Mit einem 5:1-Finalerfolg gegen Molbergen sicherten sich die Fußballer des TuS Emstekerfeld im Juli 2019 den Sieg bei der Molberger Sportwoche. Foto: Wulfers

Die Inzidenzzahlen sinken, das Tempo bei den Impfungen nimmt zu: Vage Hoffnungen folglich für die Sportlerinnen und Sportler im Juli oder August den Spielbetrieb (endlich) wieder aufnehmen zu können. Der Rahmenspielplan des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV) gab bislang die genauen Anfangstermine für Pokal- und Punktrunden vor. In Corona-Zeiten entfällt die Planungssicherheit, doch ist Stefan Brinker, Vorsitzender des Bezirksspielausschusses, verhalten optimistisch. „Um ein konkretes Datum zu nennen, dafür sind die Zeiten zu unsicher. Die grobe Richtung sieht vor, dass wir Mitte August den Spielbetrieb starten können. Dann hätten wir auch keinerlei Probleme, die Saison durchzukriegen.“

Neben den schweißtreibenden Trainingseinheiten bieten die Sportwochen eine willkommene Abwechslung im Vorbereitungsprogramm der Fußballer. Sind die Turniere im Juli überhaupt durchführbar und wie ist der Stand der Organisation? Ein Überblick:

Höltinghausen: Das mit stolzen 15 000 Euro Preisgeld ausgestattete Turnier um den SVH-Supercup war bei den bisherigen zwei Auflagen ein Zuschauermagnet. Bereits im Vorjahr hatten die Organisatoren anlässlich der Höltinghauser 100-Jahr-Feier beabsichtigt, das Event noch attraktiver zu gestalten. Ein Spiel des Drittligisten SV Meppen gegen eine OM-Auswahl war geplant. Ob es im Juli dazu noch kommt, ist für die Organisatoren Ulli Borchers und Albert Böckmann mit einem dicken Fragezeichen versehen. Borchers: „Wenn wir das Turnier in diesem Jahr noch auf die Beine stellen, müssen wir die Gewissheit haben, dass es keine Zuschauerbegrenzung gibt. Mit nur 100 oder 200 Zuschauern wäre ein solches Turnier bei den Preisgeldern nicht finanzierbar.“

Jubel II: Mit einem 4:0-Endspielsieg gegen Garrel sicherten sich Beverns Fußballer 2019 den Sieg bei der Altenoyther Sportwoche. Foto: WulfersJubel II: Mit einem 4:0-Endspielsieg gegen Garrel sicherten sich Beverns Fußballer 2019 den Sieg bei der Altenoyther Sportwoche. Foto: Wulfers

Altenoythe: SVA-Fußballobmann Herbert „Maga“ Rolfes: „Wir würden nur zu gerne unser Turnier um den Tholen-Cup wieder ausrichten. Allerdings bringt uns so ein Turnier nur etwas, wenn wieder Zuschauer zugelassen werden. Ohne Zuschauer wäre es nicht attraktiv. Bei der gegenwärtigen Unsicherheit ist natürlich klar, dass wir jetzt noch keine Mannschaften einladen können. Alle wollen ja wieder Fußball spielen, also wäre es für uns kein Problem, das Turnier auch kurzfristig zu organisieren. Die Teams für zwei Dreiergruppen kriegen wir immer zusammen.“

Molbergen: Für SVM-Klubchef Martin Schrand ist eine Austragung des Turniers um den Stevens-Cup nach derzeitigem Stand nahezu ausgeschlossen. „Solange es nicht die sogenannte Herdenimmunität gibt, werden keine öffentlichen Veranstaltungen erlaubt sein. Diese Art von Turnieren ist nicht mit den Punktspielen zu vergleichen. Dass in einer Woche an jedem Tag Zuschauer auf dem Platz sind, ist nicht gewollt. Die Vereine wollen mit den Turnieren natürlich Einnahmen erzielen. Ohne Verzehr macht es aus meiner Sicht keinen Sinn. Wir haben in diesem Jahr unser 
100-jähriges Jubiläum und mussten nahezu alle Veranstaltungen absagen.“

Strücklingen: Gemessen am Zuschauerinteresse zählte die Strücklinger Sportwoche in den vergangenen Jahren zu den angesagtesten Turnieren. Teams aus dem Nordkreis sowie Mannschaften aus dem benachbarten Ostfriesland: Für Stimmung bei den Nachbarschaftsduellen war gesorgt. SVS-Fußballobmann Bernd Jakobi hält eine Neuauflage im Juli für reichlich unwahrscheinlich. „Wenn die Zuschauer nur auf einem Stuhl sitzen dürfen mit zehn Metern Abstand, dann macht es keinen Sinn. Wer weiß allerdings schon was in zwei Monaten ist. Wir haben bereits im Vorfeld mit einigen Mannschaften gesprochen, die gerne dabei wären. Sollte es mit Zuschauern und Verzehr erlaubt werden, kriegen wir es auch kurzfristig gestemmt.“

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