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Fußballerin Vivien Endemann jubelt über ihr erstes Bundesliga-Tor

Mit Video: Die Nachwuchsstürmerin aus Dinklage hat beim 1:1 in Frankfurt für den SV Meppen getroffen. Die 19-Jährige genoss das "mega Gefühl". Im Sommer läuft ihr Vertrag im Emsland aus.

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Die Kolleginnen gratulieren: Vivien Endemann (rechts) wird im Stadion am Brentanobad gefeiert. Foto: Keßler

Die Kolleginnen gratulieren: Vivien Endemann (rechts) wird im Stadion am Brentanobad gefeiert. Foto: Keßler

Erst als sie am späten Freitagabend im Bus Richtung Emsland saß, verstand Vivien Endemann so richtig, was sie kurz zuvor erlebt hatte. Diverse Nachrichten waren da schon auf ihrem Handy eingetrudelt, darunter auch einige Videos. Sie alle zeigten eine Szene: die 33. Minute im Abendspiel der Frauenfußball-Bundesliga zwischen Eintracht Frankfurt und dem Außenseiter SV Meppen. Nach einem Eckstoß und einer Kopfballverlängerung reagiert Vivien Endemann am schnellsten und schießt aus vier Metern zur Meppener 1:0-Führung ein. Ihr erstes Saisontor. Ihr erstes Tor in der 1. Bundesliga. „Das war ein mega Gefühl“, beschreibt es die Dinklagerin.

Es war zwar nicht der Siegtreffer, die Eintracht kam durch Lara Prasnika (83.) noch spät zum 1:1-Endstand. Aber die 19-Jährige trug mit ihrem Premierentor immerhin maßgeblich zum wichtigen Punktgewinn im Abstiegskampf bei. Und der ist für Vivien Endemann und den SV Meppen seit dem Aufstieg ins Oberhaus im vergangenen Sommer Alltag. Im Moment schlägt sich Meppen als Underdog recht passabel und liegt mit sieben Punkten aus 15 Spielen auf dem rettenden drittletzten Rang.

Daran hat auch die Angreiferin aus Dinklage einen großen Anteil. Als eine von sieben Spielerinnen kam sie in dieser Saison in allen 15 Partien zum Einsatz. Zwar nie über die volle Distanz, aber im Schnitt kommt sie auf eine Einsatzzeit von 46 Minuten, auf zwei Vorlagen – und neuerdings auf ein Tor. Sie war damit fast an der Hälfte der Meppener Treffer (8) beteiligt.

Der Freitagabend in Frankfurt wird der Dinklagerin definitiv noch lange in Erinnerung bleiben. „Ich hab's erst gar nicht so realisiert, muss ich sagen“, erzählt sie. Umso schöner, dass es das Videomaterial gibt. Dort ist zu sehen, wie die Gymnasiastin kurz vor der herausstürmenden Frankfurter Torhüterin an den Ball kommt und ihn aus der Luft in die Maschen schießt. Es folgt ein kleiner Jubelsprung, dann kommen auch schon die Mitspielerinnen hergelaufen. Und Vivien Endemann strahlt über das ganze Gesicht.

Das tut sie auch ein paar Tage später noch. „Das gibt auf jeden Fall mal wieder ein gutes Gefühl“, sagt sie, „man kommt jetzt in der Bundesliga ja nicht mehr so häufig vor das Tor.“ Das Unentschieden, bei dem Vivien Endemann nach ihrer Auswechslung (78.) in den Schlussminuten auf der Bank mitzitterte, sei sicherlich für einige überraschend gewesen. „Aber es war vielleicht ein kleines Signal, dass wir in der Liga angekommen sind“, so die Dinklagerin. Sie hätte nichts dagegen, wenn am Mittwoch (14.00 Uhr) in Potsdam ein großes Signal folgen würde. Träumen ist ja erlaubt.

Mit ihrer eigenen Entwicklung ist Vivien Endemann zufrieden. „Man will natürlich immer noch mehr“, sagt sie lachend, aber die Einsatzzeiten stimmen. Siebenmal Startelf, achtmal eingewechselt, meistens Linksaußen oder vorne in der Spitze – wie am Freitag.

Im Vorwärtsgang: Vivien Endemann beim Spiel in Frankfurt. Foto: KeßlerIm Vorwärtsgang: Vivien Endemann beim Spiel in Frankfurt. Foto: Keßler

Vor einem Jahr verbuchte sie ihre ersten drei Länderspiele für die U 19. Danach fiel alles aus: EM-Quali, EM, weitere Lehrgänge. Auch dieses Jahr wurden die Turniere abgesagt. Die U 19 des DFB ist damit für die schnelle Stürmerin Geschichte. Dass Corona ein großes Turnier verhinderte, findet sie „sehr ärgerlich“. Aber der Blick geht nach vorn.

In Kürze macht Vivien Endemann im Emsland ihr Abitur, im Sommer läuft ihr Vertrag beim SV Meppen aus. Und dann? „Das steht alles in den Sternen“, antwortet sie. Momentan gilt: Die Gedanken sind frei. Fest steht, dass Vivien Endemann weiter in der 1. Liga spielen will, „das ist klar“. Und sie will Tore schießen. Frankfurt soll nur der Anfang gewesen sein.

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