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Fußballer warten auf klare Vorgaben

Die Lockerungen, die am Mittwoch verkündet wurden, helfen den hiesigen Kickern noch nicht viel weiter.

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Wann und wie geht es weiter? Die Amateurfußballer, hier Assemian Ahua von BW Ramsloh (links) und der Molberger Michael Stjopkin, blicken gespannt auf den kommenden Montag, wenn der NFV über die Saison 2019/2020 berät.Foto: Langosch

Wann und wie geht es weiter? Die Amateurfußballer, hier Assemian Ahua von BW Ramsloh (links) und der Molberger Michael Stjopkin, blicken gespannt auf den kommenden Montag, wenn der NFV über die Saison 2019/2020 berät.Foto: Langosch

Seit dem vergangenen Mittwoch sind einige Lockerungen, was den öffentlichen Sport angeht, in Kraft. Nach den drastischen Einschränkungen mit der Unterbrechung des Spielbetriebs könnten die hiesigen Amateurfußballer wieder ins Training einsteigen. Vorausgesetzt, sie halten sich an die Hygienevorschriften, die der Niedersächsische Fußballverband (NFV) veröffentlicht hat. Vieles aber hängt davon ab, wie es mit der Saison weitergeht und wann die Fußballer in den Punktspielbetrieb zurückkehren, stellte sich in einer kleinen Umfrage der MT heraus. Zudem ist der Deutsche Fußballbund (DFB) aktuell dabei, ein Arbeitspapier „Wiedereinstieg in den Vereinsfußball“ zu erstellen. Der NFV wird am kommenden Montag (11. Mai) über das weitere Vorgehen beraten.

Das NFV-Hygienekonzept:

  • 1. Eine Teilnahme am bereitgestellten Fußballangebot ist bei einschlägigen Krankheitssymptomen, wie Fieber und Husten, ausgeschlossen.
  • 2. Jeder Verein sollte einen Corona-Beauftragten zur Sicherstellung der Vorschriften benennen.
  • 3. Zur Nachverfolgung einer möglichen Infektionskette ist zu dokumentieren, welche Person(en) wann und wie lange auf der Sportanlage war.
  • 4. Der Mindestabstand von zwei Metern muss immer zu allen anderen Personen auf der Sportanlage eingehalten werden. Dies gilt auch für den dazugehörigen Parkplatz und den direkten Weg zur Sportanlage.
  • 5. Das Betreten und Verlassen des Fußballplatzes muss auf direktem Weg erfolgen. Nachfolgende Spieler dürfen den Platz erst betreten, wenn er komplett geräumt wurde.
  • 6. Die Nutzung der Duschen und Umkleidekabinen ist vorerst untersagt.
  • 7. Die Toiletten stehen zur Verfügung, aber müssen regelmäßig gereinigt werden. In größeren Räumen darf sich immer nur eine Person aufhalten.
  • 8. Auf dem Vereinsgelände ist der Verzehr von Speisen und Getränken verboten (ausgenommen sind selbst mitgebrachte Getränke während des Trainings).
  • 9. Die Nutzung der Clubgaststätten richtet sich nach den jeweils gültigen gesetzlichen Verordnungen.
  • 10. Dem Verein zugehörige Spielplätze bleiben geschlossen.
  • 11. Während jeglicher Platzpflege müssen selbst mitgebrachte Einweghandschuhe getragen werden.
  • 12. Alle Mülleimer auf der Anlage müssen regelmäßig geleert werden.

Was meinen Vertreter der Cloppenburger Vereine zur Lockerung?

Matthias Risse (Trainer beim Landesligisten SV Bevern): „Man kann nur dann etwas machen, wenn man ein Ziel hat. Dieses Ziel gibt es aber derzeit noch nicht. Wir warten jetzt die Entscheidung des NFV, die ja bis zum 11. Mai fallen soll, ab. Sollte es im September mit der neuen Saison beginnen, kann man sich auf die Vorbereitung konzentrieren. Das ist dann aber nicht mehr meine Aufgabe, weil es jetzt meine letzte Saison ist. Aber wir werden uns schon nochmal mit der Mannschaft treffen.“

„Wir leben hier beim BVC wie auf dem Mond. Ich habe seit etwa acht Wochen vom Verein nichts mehr gehört."Wolfgang Steinbach, Trainer vom BVC

Wolfgang Steinbach (Trainer beim Landesligisten BV Cloppenburg): „Wir leben hier beim BVC wie auf dem Mond. Ich habe seit etwa acht Wochen vom Verein nichts mehr gehört. Die Spieler haben alle ihre Trainingspläne und sind fit und gesund. Sobald wir grünes Licht bekommen, kann es losgehen.“

Oliver Hermes (Jugendobmann beim TuS Emstekerfeld): „Ich bin Trainer bei den D-Junioren. Mit den Abständen wird es bei den Jungs nicht funktionieren. Die fragen als Erstes, wann können wir spielen. Unser Vorsitzender, Tobias Spils, hat allen Vorstandsmitgliedern geschrieben. Seiner Meinung nach macht Training wenig Sinn, solange kein Termin für den Beginn der Meisterschaften feststeht.“

Michael Macke (Trainer beim Bezirksligisten SV Thüle): „Die Hygiene-vorschriften sind sicher notwendig, aber für uns Fußballer schwer umzusetzen. Bis zum 11. Mai will der NFV ja entscheiden, wie es weitergeht. Davon machen wir es abhängig, wann wir wieder trainieren werden. Derzeit ist kein Training beabsichtigt. Ich gehe davon aus, dass die neue Saison im August oder September beginnt und dann können wir hoffentlich in eine halbwegs normale Vorbereitung starten.“

Vorstand des NFV tagt am Montag

Der Vorstand des NFV wird sich am Montag mit der Fortführung, beziehungsweise Wertung der Saison 2019/2020 beschäftigen. Als Ergebnis soll ein Vorschlag stehen, über den ein außerordentlicher Verbandstag entscheiden wird. Für Letzteren steht nocht kein Termin fest, es steht aber der 22. Juni im Raum. Für die Sitzung am Montag stehen vier Szenarien zur Debatte. Die vom Verband bevorzugte Variante, die laufende Saison fortzusetzen (bis zum 30. Juni 2021), hatten 68 Prozent der Kreisverbände abgelehnt. Das heißt aber nicht, dass sie damit vom Tisch ist.

Die anderen drei Szenarien sehen einen Abbruch vor. Das erste wäre eine Annullierung. Die Saison 2019/2020 hätte es danach gar nicht gegeben, alle Ligen würden in identischer Besetzung irgendwann bei null neu anfangen. Die anderen beiden Möglichkeiten wären ein Saisonende mit Wertung. Entweder würden die Tabellen nach dem Modus „Stand wie gespielt“ gerechnet. Bei diesem Status Quo gäbe es zwar Auf-, aber keine Absteiger. Zudem gibt es die Variante mit Quotientenregelung. Dabei würden die erzielten Punkte durch die Anzahl der absolvierten Spiele geteilt und die Tabellen anhand des Quotienten erstellt. Größter Unterschied zur anderen Abbruchvariante: Hier gäbe es nicht nur Auf-, sondern auch Absteiger.

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