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Fußball: Große Vorfreude trotz Geisterspielen

OMonline hat eine Umfrage zum Bundesliga-Neustart gemacht. Viele Fußballexperten aus der Region wollen am kommenden Wochenende vor dem Fernseher sitzen, um sich die Partien anzusehen.

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<strong>Leere Arena:</strong> Wenn die Profifußballer von Union Berlin und Bayern München am kommenden Sonntag im Stadion „An der Alten Försterei“ aufeinandertreffen, werden die Zuschauerränge verwaist sein. Picture Alliance/Andreas Gora/DPA

Leere Arena: Wenn die Profifußballer von Union Berlin und Bayern München am kommenden Sonntag im Stadion „An der Alten Försterei“ aufeinandertreffen, werden die Zuschauerränge verwaist sein. Picture Alliance/Andreas Gora/DPA

Endlich wieder Bundesliga-Fußball. Am kommenden Wochenende geht es in den beiden höchsten deutschen Spielklassen nach der Corona-Zwangspause wieder um Punkte. Der TV-Sender Sky wird die Geisterspiele des 26. und 27. Spieltags am Samstag und Sonntag live auf dem frei zugänglichen Kanal Sky Sport News HD zeigen. Die Entscheidung begrüßen die Fußballexperten aus dem Kreis Cloppenburg und können überwiegend auch damit leben, dass keine Zuschauer in die Stadien dürfen. Das zeigte sich bei einer Umfrage der Münsterländischen Tageszeitung.

Rainer WiemannRainer Wiemann

Rainer Wiemann (Trainer des Kreisligisten SV Höltinghausen): „Ich bin froh, dass es am Wochenende weitergeht. Man muss natürlich abwarten, ob es im Rahmen der Bundesliga-Partien zu neuen Infektionen kommen wird, aber grundsätzlich bin ich für den Neustart. Deswegen nehme ich es auch gerne in Kauf, dass ich meine Dortmunder im Derby gegen Schalke als Geisterspiel erleben muss. Ohne Corona hätte ich mir das Duell im Vereinsheim des TuS Emstekerfeld angeguckt, so fiebere ich zu Hause mit.

„Ich bin Fußballfan durch und durch, aber die Bundesligisten haben in der jetzigen Situation keinerlei Berechtigung zu spielen. Der Fußball ist nicht systemrelevant."Conrad Meyer, Beirat Finanzen beim FC Lastrup

Conrad Meyer (Beirat Finanzen beim FC Lastrup und Mitglied der Werder Brüder Lastrup): „Ich bin Fußballfan durch und durch, aber die Bundesligisten haben in der jetzigen Situation keinerlei Berechtigung zu spielen. Der Fußball ist nicht systemrelevant. Andere Menschen müssen bei einem Corona-Verdacht 14 Tage in Quarantäne, das gilt für die Fußballer aber nicht. Außerdem ist es, so wie es laufen soll, keine Gleichbehandlung mit anderen Sportarten. Sky kann doch die Fernsehgelder auszahlen. Bei uns jedenfalls kenne ich keinen, der sein Sky-Abo gekündigt hat. Wir verwalten bei den Werder Brüdern zwölf Dauerkarten. Auch wenn Bremen noch sechs Heimspiele hat, wir lassen das Geld bei Werder.“

Fußball ohne Publikum wirkt gespenstisch

Theo Thoben (ehemaliger Vorsitzender des SV Molbergen): „Beim Thema Geisterspiele bin ich zwiegespalten. Einerseits sollen die Vereine wirtschaftlich natürlich am Leben bleiben, andererseits ist Fußball ohne Publikum auch irgendwie gespenstisch. Wie es mit unserer Loge in Bremen weitergeht, weiß ich noch nicht. Von Werder haben wir noch nichts gehört. Sollte Bremen in der 1. Liga bleiben, können sie das Geld für die jetzt nicht zu sehenden Spiele für die neue Saison verrechnen. Über eine Loge in der 2. Liga hab ich noch nicht nachgedacht, weil Werder ja in der Bundesliga bleibt.“

Herbert „Maga“ Rolfes (Fußball-Obmann des Bezirkskligisten SV Altenoythe): „Es ist gut, dass er weitergeht und die Leute mal über andere Dinge als nur über Corona reden können. Ich werde mit am Samstag defintiv die Konferenz ansehen. Wir haben das Kaffekränzchen zum Geburtstag meiner Mutter extra auf 14 Uhr vorverlegt. Dass keine Zuschauer in den Stadien sind, wird aber sicher erst einmal gewöhnungsbedürftig sein.“

Sascha ThaleSascha Thale

Sascha Thale (Stürmer des Landesligisten SV Bevern): „Ich bin, ehrlich gesagt, geteilter Meinung was die Fortführung der Bundesliga-Saison angeht. Auf der einen Seite ist es schön, dass wieder gespielt wird, weil Fußball in der Gesellschaft einen hohen Stellenwert hat. Aber ich kann auch die Leute verstehen, die sagen, dass sie es ungerecht finden, dass dort zwei Mannschaften aufeinandertreffen, aber Kinder nicht zusammen spielen dürfen. Ich bin gespannt, wie sich die Geisterspiele auf die Leistungen der Profis auswirken. Ich kann mir vorstellen, dass kleinere Klubs, die mehr von den Emotionen leben als zum Beispiel Bayern München, etwas im Nachteil sind.“

Nasari: Zeit um Bundesliga-Konferenz zu schauen

Mohammad Nasari (Coach des Landesligisten BV Essen): „Für mich hat die Corona-Zwangspause auch etwas Gutes: Ich kann am Wochenende endlich mal mein Sky-Abo nutzen und mir die Bundesliga-Konferenz angucken. Sonst bin ich auf irgendwelchen Plätzen ja immer als Trainer unterwegs. Dass keine Zuschauer in die Stadien dürfen, ist für die Fans zwar sehr bitter, für die Vereine finanziell aber offenbar lebensnotwendig.“

Kristian WesterveldKristian Westerveld

Kristian Westerveld (Kapitän des Fußball-Landesligisten
BV Cloppenburg): „Meine Freundin Daniela Löwenberg, die aus Dortmund kommt und BVB-Fan ist, und ich werden uns das Derby gegen Schalke natürlich nicht entgehen lassen. Ob es richtig war, die Bundesliga wieder starten zu lassen, wird man aber erst in ein paar Wochen wissen. Es sieht für mich alles in allem danach aus, dass die Finanzen eine größere Rolle spielen, als die Gesundheit der Spieler. Keiner weiß zum Beispiel, welche Langzeitfolgen eine Coronaerkrankung nach sich zieht.“

Andreas Borchers (Jugend-Obmann BW Galgenmoor): „Ich habe gespaltene Gefühle, was den Neustart angeht. Man freut sich natürlich, dass wieder gespielt wird. Ich kann aber auch den Unmut von einigen verstehen, weil der Fußball einen Sonderweg gehen darf. Beim Thema Geisterspiele muss man sich fragen, was die Alternative ist. Ich finde es schon bedenklich, wie sehr die Vereine ganz offensichtlich auf Fernsehgelder angewiesen sind.“

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