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Fußball-Funktionäre erteilen Abbruch-Gedanken eine Abfuhr

In Hamburg wurde die Amateur-Spielzeit beendet, aber in Niedersachsen gilt weiter das Prinzip Hoffnung. Die Inzidenzen könnten für einen Flickenteppich sorgen.

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Ein einsames Tor auf weitem Grün: Die Fußballer wollen die Plätze wieder beleben. Foto: dpa/Weigel

Ein einsames Tor auf weitem Grün: Die Fußballer wollen die Plätze wieder beleben. Foto: dpa/Weigel

Niedersachsen setzt weiterhin auf das Prinzip Hoffnung – Hamburg hat hingegen bereits mit der Fußball-Saison 2020/21 abgeschlossen. Auf einem Außerordentlichen Verbandstag stimmten einen Tag nach der Bund-Länder-Konferenz 91,4 Prozent der Hamburger Vereine für eine sofortige Beendigung des Meisterschaftsspielbetriebes; nur der Pokal bleibt möglich.

In den Hamburger Spielklassen wird es keine Auf- und Absteiger geben. Eine volle Hinrunde sei im gesetzten Zeitrahmen „nicht mehr möglich“, hatte Verbandspräsident Dirk Fischer erklärt. Der Fokus liegt hier auf einer guten Vorplanung der kommenden Spielzeit 2021/22. Dafür haben die Hanseaten schon einen Stufenplan mit diversen Saison-Modellen erstellt.

Ganz anders die Lage im Niedersächsischen Fußballverband (NFV). Die beschlossenen Maßnahmen auf politischer Ebene lösten laut NFV-Präsident Günter Distelrath „Hoffnung und Zuversicht“ aus. Der Verband äußert sich optimistisch, durch die Erweiterung der Saison bis zum Beginn der Sommerferien (21. Juli) eine sportliche Wertung der Saison zu erreichen. Distelrath sagte, man werde weiterhin daran festhalten, sich an der jeweiligen politischen Verfügungslage zu orientieren.

In Wilhelmshaven dürfte gespielt werden, in Bevern nicht

Die einzelnen Regelungen (siehe Kasten rechts) lösten bei den Sportlern viele Fragen aus. Laut NFV wäre bei einem Inzidenzwert zwischen 50 und 100 Fußballspielen ab dem 22. März mit zuvor durchgeführten Selbsttests wieder möglich; ab dem 5. April auch ohne.

Bei Inzidenzen über 100, wie es seit Monaten in den Landkreisen Vechta und Cloppenburg der Fall ist, dürfte an einen Spielbetrieb nicht zu denken sein. Mit Blick auf die höheren Klassen droht aber wieder der berühmte „Flickenteppich“. Ein gutes Beispiel dafür ist die Landesliga: Frisia Wilhelmshaven (Inzidenzwert am Freitag: 34,2) dürfte spielen, der SV Bevern (106,6) nicht. Generell gilt: Über 100 geht im Fußball nichts.

Sigi Lammers, der Spielausschussvorsitzende im Kreis Vechta und Staffelleiter der Bezirksliga IV, sagte zur neuen Lage: „Wir können die Saison zu Ende bringen. Einen Abbruch wie in Hamburg hielte ich zum jetzigen Zeitpunkt für falsch.“ Der NFV habe durch die Saisonverlängerung hier neue Möglichkeiten geschaffen. Bei der Kreisliga Vechta sieht Lammers die geringsten Probleme; man könne auch Ende Mai noch anfangen, um eine einfache Runde abzuschließen. Bei der Oberliga, den Landesligen und Bezirksligen könnten unterschiedliche Inzidenzwerte in den Kreisen die Sache erschweren. In der Bezirksliga IV haben der SV Altenoythe und der FC Lastrup erst ein Spiel absolviert, der SV Holdorf sechs. Wenn es weitergehen würde, müsse man darauf im Spielplan achten.

Landesliga-Staffelleiter Stefan Brinker sagt zur Inzidenz-Problematik: „Da ist es natürlich schwer, zu einem geregelten Spielbetrieb zu kommen.“ Er ergänzte: „Wir wollen auf jeden Fall wieder Fußball spielen, aber nicht um jeden Preis.“ Und wenn man am Ende doch abbreche, müsste man laut Lammers zwischen Abbruch und Annullierung differenzieren. Konkret: Welche Voraussetzzungen müssten für eine Wertung gegeben sein?

Mit Blick auf den Kinder- und Jugendfußball zeigte sich VEC-Kreisjugendchef David Lücker zufrieden. Dass unter 14-Jährige bei einer Inzidenz unter 100 wieder trainieren dürfen, sei „nachvollziehbar und sinnvoll“. Er verwies auf die parallele Öffnung der Schulen – bei Sport im Freien sei das Risiko noch geringer. Problematisch sei beim Fußball ohnehin nur das Drumherum.


Die Rückkehr des Amateursports

  • Ab 8. März:
    Stabile oder sinkende Inzidenz von 100 oder weniger: Eine Region oder ein Land kann den Freiluftsport für Kinder bis 14 Jahren, also auch Fußball, erlauben (Gruppen bis zu höchstens 20 Kindern).
    Stabile oder sinkende Inzidenz von 50 oder weniger: Kontaktfreier Sport darf auch von Erwachsenen (ab Ü 15) in Gruppen bis maximal zehn Personen betrieben werden.
  • Ab 22. März:
    Stabile oder sinkende Inzidenz von 100 oder weniger: Freiluftsport, inklusive Kontaktsport und Fußball, für alle ohne Gruppenbeschränkung; es muss für alle Erwachsenen (ab Ü 15) ein tagesaktueller Schnell- oder Selbsttest vorliegen.
    Stabile oder sinkende Inzidenz von 50 oder weniger: Sport inklusive Fußball darf im Freien betrieben werden – ohne Gruppenbeschränkung oder Tests.
  • Ab 5. April:
    Stabile oder sinkende Inzidenz von 100 oder weniger: Sport im Freien (einschließlich Fußball) ohne Gruppenbeschränkung oder Test; kontaktfreier Sport in der Halle.
    Stabile oder sinkende Inzidenz von 50 oder weniger: Sport im Freien und in der Halle, inklusive Fußball und Kontaktsport, ohne Beschränkungen.

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