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Fußball: Corona stellt das Miteinander auf eine Probe

Bei den kurzfristigen Spielverlegungen in der Kreisliga Vechta gab es keinerlei Komplikationen. In der Landesliga  Staffel 2 und der 1. Kreisklasse Vechta lief es dagegen etwas anders.

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Corona und Fußball – das passt nach wie vor nicht richtig zusammen. Der Liga-Alltag ist geprägt von der Pandemie. Foto: Lünsmann

Corona und Fußball – das passt nach wie vor nicht richtig zusammen. Der Liga-Alltag ist geprägt von der Pandemie. Foto: Lünsmann

Die Absage-Serie erinnerte an verregnete Tage im Herbst. An jene Zeit, in der eine Fußball-Saison regelmäßig ins Stocken gerät, weil die Wetter- und Platzverhältnisse einfach nur schlecht sind. Dass am Wochenende der zweite Rückrunden-Spieltag der Kreisliga Vechta arg ausgedünnt wurde, hatte allerdings nichts mit Regen und Matsch zu. Vier der acht angesetzten Spiele fielen aus, weil mit Falke Steinfeld II, SW Osterfeine II, 1. FC Varenesch und SFN Vechta II gleich vier Mannschaften mehrere Corona-Ausbrüche zu verzeichnen hatten und mit ihren Verlegungswünschen auf offene Ohren bei ihren jeweiligen Gegnern stießen.

Georg Möhlmann, im Spielausschuss des Fußball-Kreisverbandes Vechta zuständig für die Verlegungen, lobte am Sonntag das „faire Miteinander“ der Vereine und ergänzte mit Blick auf die Gegner SV Holdorf II, RW Visbek, TuS Neuenkirchen und BW Lohne III: „Alle haben sofort zugestimmt, denn alle wissen, dass es in diesen Zeiten jeden treffen kann.“ Varenesch und Neuenkirchen hätten mit dem Ostermontag auch gleich einen Ersatztermin präsentiert.

Siegfried Lammers, Vorsitzender des Kreisspielausschusses und als Staffelleiter der Bezirksligen 4 und 5 auch Mitglied im Bezirksspielausschuss, warb mit Blick auf die kommenden Wochen ebenfalls für ein „vernünftiges Miteinander in sehr schwierigen Corona-Zeiten“ und meinte noch: „Man sieht sich ja immer zweimal.“ Wenn sich aber die Klubs nicht auf eine kurzfristige Verlegung einigen könnten, seien den Verbänden „die Hände gebunden“, so Lammers: „Ich weiß, das ist nicht schön. Aber dann muss wohl oder übel gespielt werden.“

Landesligist VfR Voxtrup teilt via Facebook aus

Bereits unter der Woche hatte Oberligist BW Lohne seinen Meisterrunden-Auftakt bei FT Braunschweig verlegen müssen, da es sieben Corona-Fälle im BWL-Team gab. Braunschweig und die Staffelleitung stimmten dem Lohner Wunsch nach einer Spielverlegung zu. Gespielt wird nun am 14. April (Gründonnerstag, 20.00 Uhr).

Auf eine kurzfristige Verlegung hatte eine Etage tiefer auch der VfR Voxtrup gehofft – am Ende allerdings vergeblich. Der Landesliga-Staffelgefährte von GW Mühlen, TV Dinklage, Falke Steinfeld und VfL Oythe beklagte in den vergangenen Tagen einen „massiven Corona-Ausbruch“. Mindestens elf Spieler sind PCR-bestätigt an Corona erkrankt, teilte der Klub vor seinem Heimspiel am Sonntag gegen den SV Union Lohne mit. Nur noch sieben Spieler aus dem VfR-I-Kader, darunter zwei Torhüter, standen zur Verfügung, hieß es.

„Trotz intensiver Bemühungen über alle Instanzen“ sei das Nachholspiel aber nicht vom Bezirk abgesetzt worden, auch Union Lohne sei nicht zu einer Verlegung bereit gewesen. „Beschämend für fairen Sport“, schrieb der VfR Voxtrup bei Facebook und legte klare Worte nach: „Aus unserer Sicht ist dieses sowohl aus gesundheitlichen Gesichtspunkten als auch im Sinne eines fairen Wettbewerbs von allen Beteiligten unverantwortlich. Gesundheit und Fair Play sollten im Sport eigentlich an oberster Stelle stehen. Hier aber offensichtlich nicht! Daher können wir die Entscheidung vom Verband überhaupt nicht verstehen.“

Der VfR Voxtrup verlor die Partie mit 0:2, Lohne sackte somit drei wichtige Punkte für die gemeinsame Abstiegsrunde ein. Lohne verteidigte sein Veto für die Verlegung mit der Tatsache, dass bei einem Nachholspiel unter der Woche (angedacht war der kommende Donnerstag) „einige Spieler nicht zur Verfügung gestanden hätten“. Die Vorrunde in den Landesliga-Staffeln endet am Sonntag, am 27. März beginnen dann die Auf- und Abstiegsrunde – dieser Termindruck kam erschwerend hinzu.

Ein bisschen wie der VfR Voxtrup fühlte sich am Sonntag auch Fortuna Einen aus der 1. Kreisklasse. Einens Wunsch nach einer coronabedingten Verlegung des Spiels beim Aufstiegskandidaten BS Vörden wurde von den Südkreislern abgelehnt – das bestätigten Möhlmann sowie die beiden Vördener Rainer Sprehe (Trainer) und Andreas Beran (Fußballobmann). Die Mannschaft habe abgestimmt und sei mehrheitlich für die Austragung der Partie gewesen, so Sprehe, der diese Entscheidung mittrug und am Montag von einem „heiklen Thema“ sprach.

Fortuna Einen berichtete von sieben Corona-Fällen in der vergangenen Woche. Einige Spieler hätten sich am Freitag und Samstag freitesten können, ohne aber wirklich fit für ein Spiel zu sein. Nach Vördens Veto habe man mit einem Rumpfteam losfahren wollen, so Einens Obmann Jens Schillmöller. Aus diesem Rumpfteam habe es dann am Sonntagvormittag aber drei weitere Corona-Fälle gegeben. Auch der zweite Versuch einer Verlegung sei daraufhin gescheitert. Und so entschied sich Einen dazu, nicht anzutreten. Schillmöller zeigte sich „sehr enttäuscht“. Sprehe hatte Verständnis für die Reaktion („Für Einen tut's mir leid“) und kritisierte den NFV für „fehlende klare Regeln“.

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