Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Für Christoph Bollmann wird es am Sonntag noch mal emotional

Der Torwart von BW Lohne steht erneut vor einer Rückkehr nach Bersenbrück – es könnte ein Schlüsselspiel werden. Vor seiner Wechselentscheidung 2020 hatte der 30-Jährige schlaflose Nächte.

Artikel teilen:
Geht er rein? Lohnes Torwart Christoph Bollmann im Testspiel gegen Niclas Füllkrug von Werder Bremen. Foto: K-Foto/Kokenge

Geht er rein? Lohnes Torwart Christoph Bollmann im Testspiel gegen Niclas Füllkrug von Werder Bremen. Foto: K-Foto/Kokenge

Es war vor 13 Monaten: Die zahlreichen Ex-Bersenbrücker im Oberliga-Team von BW Lohne gehen ins Fußballduell beim TuS. Am Ende gewinnt Lohne mit 1:0 – große Zufriedenheit und auch Erleichterung. Besonders einer ist sehr froh darüber: Lohnes Torwart Christoph Bollmann, der zuvor 14 Jahre lang für den TuS Bersenbrück im Kasten gestanden hatte. An diesem 13. September 2020 wird er im Hasestadion zugleich vom TuS verabschiedet. Am Sonntag (15.00 Uhr) geht es für BWL und Bollmann wieder nach Bersenbrück, erneut zu einer brisanten Partie.

„Ich weiß noch, dass ich damals super nervös war“, schaut Christoph Bollmann zurück. Nervosität kennt der 30-Jährige sonst überhaupt nicht. Aber es war ein emotionaler Tag. Gegen seinen Ex-Teamkollegen Max Tolischus, heute Spielertrainer bei BW Lohne II, hätte er fast auch noch einen Elfmeter verursacht, doch der Pfiff blieb aus.

Christoph Bollmann, der als Projektmanager in einem Ibbenbürener Planungsbüro beschäftigt ist und in Osnabrück lebt, weiß auch, dass die Sonntagspartie sehr wichtig werden kann. Wenn Lohne in Bersenbrück nach der 1:2-Niederlage im Hinspiel nicht gewinnt, droht mit Blick auf die Meisterrunde im Direktvergleich eine ungünstige Bilanz – falls auch Bersenbrück sich qualifiziert. Bollmann: „Die Aufstiegsrunde ist noch weit weg. Wir müssen ohnehin versuchen, so viele Spiele wie möglich zu gewinnen. Und wir haben aus dem Hinspiel noch etwas gutzumachen.“

Bollmann, Kumpel Flottemesch und der Nadelstich

Der BWL-Keeper kennt noch viele TuS-Akteure sowie Trainer Farhat Dahech aus der gemeinsamen Zeit, deswegen ist für ihn auch sein zweiter Auftritt in der alten sportlichen Heimat („Ich habe mich da super wohl gefühlt“) etwas Besonderes: „Bislang haben wir noch in keinem der bisherigen drei Spiele gegen Bersenbrück überzeugt. Wir müssen jetzt mal zeigen, wo der Hammer hängt.“

Nach dem 1:0 in Bersenbrück ging das Niedersachsenpokalspiel in Lohne 0:1 verloren – und auch das Hinspiel in dieser Saison. Im Pokalduell traf TuS-Abwehrhüne Mark Flottemesch gegen Bollmann. Beide hatten immer gemeinsam in einem Team gespielt: bis zur D-Jugend bei ihrem Heimatklub SV Alfhausen, dann drei Jahre beim TSV Wallenhorst, anschließend beim TuS. „Das war damals schon ein Nadelstich, als er plötzlich vor unserem Tor auftauchte und den Ball reingeköpft hat“, erinnert sich Christoph Bollmann.

Auch vor ihrem vierten Duell am Sonntag stehen Bollmann und Flottemesch natürlich im Kontakt. Es wurde geflachst, dass Bersenbrück gegen alle Topteams Punkte hole und dann in der Meisterrunde glänzend dastehe. In der Tat hätte der TuS dort, Stand Freitagmittag, zehn Punkte, BWL nur vier. In der realen Staffel I kommt Lohne zurzeit auf 22, Bersenbrück auf 14 Zähler. Diese Wasserstandsmeldungen werden sich allerdings an jedem Wochenende ändern.

Christoph Bollmann richtet den Blick auf Sonntag und sagt: „Die Bersenbrücker Spielweise liegt uns nicht so. Wir müssen höllisch aufpassen.“ Auf jeden Fall will er seinen Kasten sauber halten. Wie seine Vorbilder Oliver Kahn (früher) und Manuel Neuer (jetzt) ärgert er sich fürchterlich über Gegentore. Die elf Gegentreffer in den bisherigen zehn Saisonspielen sieht er kritisch. „Wir kriegen zu viele Tore gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte“, stellt Bollmann fest: „Ich bin erst zufrieden, wenn ich weniger Gegentore als Spiele habe.“

Trotz Lohner Handicaps: Keine Ausreden

Der Torwart kam einst in der D-Jugend vom Feld in den Kasten. Seine fußballerischen Fähigkeiten hält er für sehr passabel, dagegen könne er im Training öfter mal bis ans Limit gehen. Vor der Entscheidung im Sommer 2020, von Bersenbrück nach Lohne zu wechseln, habe er „einige schlaflose Nächte“ gehabt. Letztlich habe der Anreiz, noch mal etwas Neues zu probieren, und das Wissen, dass schon viele Ex-Bersenbrücker in Lohne spielen, den Ausschlag gegeben.

Am Sonntag fehlen wieder neun oder zehn Spieler aus dem BWL-Kader sowie der beruflich verhinderte Trainer Henning Rießelmann. Aber es sei alles besprochen worden: die Aufstellung, die Taktik, eventuell erforderliche Änderungen im Plan. Das werde im Kollektiv angegangen. Christoph Bollmann: „Da wird es nachher auch keine Ausreden geben.“ Natürlich soll wieder die Null stehen. Ob er lieber ein 0:0 als ein 5:3 nehmen würde? „Nein“, sagt Bollmann, „auf jeden Fall ein 5:3 – da denke ich an die Mannschaft.“

Sie wollen nichts verpassen, worüber das Oldenburger Münsterland spricht? Dann abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter „Moin, OM!“. Er fasst für Sie das Wichtigste für den Tag auf einen Blick zusammen – immer montags bis freitags zum Start in den Tag.  Hier geht es zur Anmeldung

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Für Christoph Bollmann wird es am Sonntag noch mal emotional - OM online