Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Frohe Weihnachten nach dem Derbyerfolg

Dank Preston Purifoy und Devin Searcy: Rasta Vechta besiegt die Artland Dragons mit 91:86 und verlässt die Abstiegsplätze der 2. Basketball-Bundesliga ProA. Hier der Nachbericht.

Artikel teilen:
Matchwinner unter sich: Devin Searcy (links) und Preston Purifoy (Mitte). Rechts Neuzugang Joel Aminu. Foto: Schikora

Matchwinner unter sich: Devin Searcy (links) und Preston Purifoy (Mitte). Rechts Neuzugang Joel Aminu. Foto: Schikora

Am Ende des spannenden, aber irgendwie doch trostlosen Derby-Abends im Rasta-Dome gab's einiges zu besprechen, das war nicht zu übersehen. Nach dem Nachbarschaftsduell der 2. Basketball-Bundesliga zwischen Rasta Vechta und den Artland Dragons bildeten sich diverse Smalltalk-Runden auf dem Parkett. Jannes Hundt, Rasta-Guard mit einer Dragons-Vergangenheit, redete lange mit Thorben Döding, dem Vechtaer im Team der Quakenbrücker. Ein paar Meter entfernt plauderten die Ex-Ulmer Kristofer Krause und Zach Ensminger über dies und das, während Rasta-Neuzugang Joel Aminu angeregt mit seinem früheren Hagener Teamkollegen Daniel Zdraveski sowie Marathon-Mann Adam Pechacek fachsimpelte. Logisch, dass es unterschiedliche Sichtweisen auf das Geisterspiel-Derby im ProA-Keller gab. Aber eins war in Stein gemeißelt: das Resultat. Und genau deshalb waren Hundt, Krause, Aminu und Co. auch bestens gelaunt, denn Rasta hatte sich mit 91:86 (39:46) durchgesetzt.

Erstmals seit Wochen verließ Rasta die Abstiegsplätze. Vechta und die Dragons tauschten die Ränge 14 und 15. Wie schon in der Vorwoche beim 90:80-Erfolg in Ehingen bekleckerte sich Rasta nicht gerade mit Ruhm, der fünfte Saisonsieg löste vor allem Erleichterung aus. „Jetzt haben wir frohe Weihnachten“, erklärte US-Center Devin Searcy, der mit seinen 22 Punkten und zwölf Rebounds einen großen Anteil an halbwegs entspannten Feiertagen hatte. Und Searcy ergänzte noch: „Der Sieg ist entscheidend – egal, wie es aussieht.“

Ähnlich äußerte sich Preston Purifoy, der mit 26 Punkten der überragende Rastaner war und mit seinem Dunking zum 30:35 für das Highlight des Abends sorgte. „Kein Zweifel, wir müssen uns verbessern. Wir mussten gewinnen, wir kannten den Druck. Gut, dass es geklappt hat.“ Purifoy lobte danach noch Searcy, der in seinem zweiten Match nach langer Verletzungspause immerhin knapp 22 Minuten auf dem Feld stand: „Devin ist so wichtig für uns.“ Searcy („Mit dem Knie ist alles okay“) gab das Lob gerne zurück: „Ich bin sehr froh, dass wir Preston in unserer Mannschaft haben.“

Chase Griffin glänzt an alter Wirkungsstätte

Im Lager der Verlierer musste man die individuelle Klasse der beiden Rasta-Topscorer neidlos anerkennen – und das tat man auch. „Wir haben es irgendwann nicht mehr geschafft, Searcy zu stoppen“, sagte Thorben Döding, der im ersten Pflichtspielderby der beiden NBBL/JBBL-Kooperationspartner seit Februar 2014 nur gut fünf Minuten mitmischen durfte. Und Purifoys Dreier zum 80:77 und 91:84 seien „zwei Dolchstöße“ für die Drachen gewesen, so Döding. Er haderte zudem damit, dass sein Team in der ersten Halbzeit, als Rasta gehörig wankte, eine größere Führung versäumte. Und das Niveau der Partie? Der 22-Jährige, unweit des Domes aufgewachsen, fand es „ganz okay“. Es habe sich auf dem Feld „nicht wie Abstiegskampf angefühlt“.

Dass es bisweilen aber so aussah, dass das Spiel beileibe kein Leckerbissen war, wollte Chase Griffin auch nicht so stehen lassen. „Wir können mit der Art und Weise, wie wir gespielt haben, zufrieden sein“, sagte der Dragons-Routinier: „Es ist halt schwer, wenn zwei wichtige Big Men fehlen.“ Man habe auch ohne Jacob Knauf (Grippe) und Jonas Weitzel (Schulter) „guten Basketball“ gespielt, so Griffin, nur zum Sieg habe es wie zuletzt beim 94:99 in Tübingen nicht gereicht.

Griffin, inzwischen 38 Jahre alt und von 2014 bis 2016 für Rasta aktiv, war mit seinen 17 Punkten einer der Hauptdarsteller des Derbys. „Mr. ProA“ (12. Saison, 332 Spiele) traf bei seiner zweiten Rückkehr an die alte Wirkungsstätte vier Dreier. Am Ende lobte Griffin aber Purifoy („Er hat wichtige Würfe getroffen“) und hielt zudem fest: „Adam ist irgendwann müde geworden.“

Gemeint war Adam Pechacek. In Abwesenheit von Knauf und Weitzel spielte der tschechische Center 40 Minuten durch. Nach einer überragenden ersten Halbzeit mit 19 Punkten ließ der Alleinunterhalter peu à peu nach – und damit kippte die Partie. Ende des dritten Viertels ging Rasta durch einen Dreier von Hundt erstmals in Führung (60:58).

„Wir hatten in der zweiten Halbzeit mehr Energie“, brachte es Joel Aminu auf den Punkt: „Das dritte Viertel war defensiv richtig gut. In der ersten Halbzeit haben wir uns das Leben selber schwer gemacht.“ Rastas vierte Nachverpflichtung der Saison feierte mit acht Punkten, vier Rebounds, zwei Assists, einem Steal und einem Block ein gutes Debüt. „Vor allem bin ich zufrieden, weil wir gewonnen haben“, sagte der 24-Jährige.

Diese Erleichterung verspürte auch Klubchef Stefan Niemeyer. „Puuh, das war wichtig“, sagte er. Bei aller Freude über den Sieg haderte er mit der Geisterspiel-Atmosphäre und dem Zuschauerverbot durch den Landkreis – zumal Niedersachsens BBL-Vertreter Braunschweig (1236), Göttingen (1507) und Oldenburg (1217) am Freitag bzw. Samstag vor Zuschauern spielten. „Ich verstehe die Welt nicht mehr. Dass wir keinen reinlassen dürfen, hat mich gewundert. Dabei haben wir alle möglichen Maßnahmen angeboten“, sagte Niemeyer. Das nächste Heimspiel folgt am 28. Dezember gegen Itzehoe. Niemeyer hofft auf ein Ende der Leere – vielleicht mit unter 500 Zuschauern.

Der neue Newsletter für Friesoythe. Immer am Donnerstag das Wichtigste aus der Eisenstadt in ihrem Postfach. So verpassen Sie nichts mehr.  Jetzt hier kostenlos anmelden

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Frohe Weihnachten nach dem Derbyerfolg - OM online