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Fress schlägt „Big Edi“ in Runde vier K.o.

Der Profiboxer Roman Fress aus Garrel ist neuer Deutscher Meister im Cruisergewicht. In Magdeburg gelang dem 26-Jährigen ein K.o.-Sieg gegen Erdogan Kadrija (34) aus Lindern.

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Titelträger: Roman Fress (links) gewann in einem Cloppenburger Duell gegen Erdogan Kadrija. Foto: SES/P. Gerke

Titelträger: Roman Fress (links) gewann in einem Cloppenburger Duell gegen Erdogan Kadrija. Foto: SES/P. Gerke

Als sich Roman Fress in der Nacht zu Sonntag die Aufzeichnung seines Kampfes gegen Erdogan „Big Edi“ Kadrija aus Lindern ansah, war er bei der entscheidenden Szene von sich selbst etwas überrascht. „Der Aufwärtshaken war wie aus dem Box-Lehrbuch. Ich habe ihn perfekt ausgeführt, währenddessen habe ich das gar nicht so wahrgenommen“, sagt Fress. Dank jenes K.o.-Treffers in Runde vier sicherte sich der 26 Jahre alte Profiboxer aus Garrel am späten Samstagabend die Deutsche Meisterschaft im Cruisergewicht. Es war sein zwölfter Sieg im zwölften Duell. „Ich bin sehr glücklich, das war mein bislang wichtigster Erfolg“, so Roman Fress.

Über seine Kontrahenten und Kumpel aus dem Kreis Cloppenburg hatte Fress nach dem Kampf im Maritim-Hotel in Magdeburg ausschließlich Positives zu berichten. „Edi hat stark geboxt. Sehr kontrolliert und nicht so druckvoll, wie wir erwartet hatten.“ Nicht unerwartet war für Roman Fress jedoch Kadrijas faires Verhalten nach dem Kampf. „Er ist ein echter Sportsmann und Profi, das wusste ich“, so Fress.

„Big Edi“ war am Tag nach dem Kampf wegen der entscheidenden Situation noch immer ein wenig enttäuscht. „Ich habe mich sehr gut gefühlt und trotz der kurzen Vorbereitungszeit absolut mitgehalten. Dann habe ich einmal nicht aufgepasst, das ärgert mich natürlich“, sagt der 34 Jahre alte gebürtige Kosovo-Albaner, der in seinem
19. Profikampf die dritte Niederlage hinnehmen musste.

Stolzer Gewinner, fairer Verlierer: Während sich Roman Kress vorne über den DM-Gürtel freut, applaudiert Erdogan Kadrija im Hintergrund. Foto: ESEP. GerkeStolzer Gewinner, fairer Verlierer: Während sich Roman Kress vorne über den DM-Gürtel freut, applaudiert Erdogan Kadrija im Hintergrund. Foto: ESE/P. Gerke

Zu Beginn des Duells um die Deutsche Meisterschaft, das ohne Zuschauer ausgetragen, aber live im Mitteldeutschen Fernsehen (MDR) übertragen wurde, war der gegenseitige Respekt voreinander deutlich zu spüren gewesen. Fress und Kadrija starteten verhalten und konnten zunächst nur wenige klare Treffer landen. In den folgenden zwei Runden wurde Roman Fress zwar aktiver, doch Erdogan Kadrija hielt glänzend dagegen, obwohl er erst vor gut einer Woche von dem Kampf erfahren hatte.

Nach überwiegend ausgeglichenen ersten drei Durchgängen, folgte Runde vier. Schon nach wenigen Sekunden landete der nun engagiertere Fress einen Volltreffer, den „Big Edi“, der nun etwas verhaltener agierte, aber noch gut wegsteckte. Eine Minute und zwei Sekunden vor dem Ende der Runde dann die Entscheidung: Roman Fress brachte Kadrija mit einem brillanten rechten Aufwärtshaken zu Boden. „Ich muss zugeben: Der Schlag hat gesessen“, sagt Kadrija, „es war richtig, dass der Ringrichter den Kampf abgebrochen hat.“

Am Sonntag waren beide Boxer wieder bei ihren Familien

Am Tag danach waren die beiden besten Cloppenburger Boxer bereits wieder bei ihren Familien in Garrel beziehungsweise Lindern, als sie die Sportredaktion telefonisch erreichte – und zeigten sich zufrieden. Roman Fress freute sich über seinen bislang wichtigsten Sieg und Erdogan Kadrija über seine bemerkenswerte Leistung.

Nach ruhigen Weihnachtstagen und einem entspannten Rutsch ins Jahr 2021 werden die Profiboxer Fress und Kadrija Anfang Januar wieder das Training aufnehmen. Mit dem Ziel, weiter bundesweit für Schlagzeilen im Cruisergewicht zu sorgen.

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