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Frankos Fortuna „rockt“ die Regionalliga

Der in Cloppenburg aufgewachsene Uzelac ist in Köln Kapitän und führte die Tabelle mit seiner Mannschaft an. Vier Siege in vier Spielen lautet die eindrucksvolle Bilanz.

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Franko Uzelac ist heiser und etwas schwer zu verstehen, als ihn OM-Online gestern Nachmittag auf dem Handy erreicht. Der in Cloppenburg aufgewachsene Fußballprofi ist zwar kerngesund, seine Stimme jedoch schwer angeschlagen. Das ist den vielen Kommandos geschuldet, die er seinen Teamkollegen von Fortuna Köln tags zuvor lautstark zugerufen hat. Es hat sich gelohnt. Denn der 25 Jahre alte Kapitän führte die Mannschaft beim 3:2-Heimerfolg über den Wuppertaler SV zum vierten Sieg im vierten Spiel – und damit an die Tabellenspitze der Regionalliga West. Dass Uzelac am Samstag einen Elfmeter verschoss, ist nicht mehr als eine Randnotiz und wurmt ihn kaum. „Das war schon ein toller Saisonstart von uns. Vor allem die Art und Weise, mit der wir bislang auftreten – dominant, aggressiv und laufstark – ist beeindruckend“, sagt der Sohn des im Kreis Cloppenburg bekannten ehemaligen Spielers und jetzigen Trainers Predrag Uzelac.

Obwohl die Fortunen dank der Erfolge in Bergisch Gladbach (2:0), gegen Straelen (3:0, hier verwandelte Franko Uzelac einen Strafstoß), in Homberg (3:1) und nun also gegen Wuppertal einen Traumstart hinlegten, träumt (noch) keiner von der Rückkehr in die 3. Liga. „Wir bleiben erst mal bei unserem Ziel, besser als vergangene Saison zu sein“, so Uzelac. Die „Corona-Serie“ schloss der Klub als Zehnter ab.

Seine erste Spielzeit bei dem Kölner Traditionsverein bezeichnet der 1,90 Meter lange Innenverteidiger als „ziemlich turbulent“, weil die Fortuna nach dem Drittliga-Abstieg vor dem Nichts gestanden habe. „Es war kein Spieler mehr da, die Verantwortlichen haben innerhalb von zwei, drei Wochen ein komplett neues Team auf die Beine gestellt.“ Obwohl auch diverse Drittligisten ihre Fühler nach Uzelac ausgestreckt hatten, entschied er sich für die Regionalliga. „Die Fortuna wollte mich unbedingt haben und hat mir klar signalisiert, dass ich beim Neuanfang eine Führungsrolle einnehmen soll. Und genau das ist mein Anspruch“, sagt er.

"Ich habe mich hier von Anfang an wohlgefühlt"Franko Uzelac

Er sollte diesen Schritt nicht bereuen. Uzelac, der im Kölner Stadtteil Rodenkirchen wohnt, wurde vor beiden Serien zum Spielführer bestimmt und ist aus der Mannschaft nicht mehr wegzudenken. „Ich habe mich hier von Anfang an wohlgefühlt“, sagt der Defensivstratege, der 2019 vom SV Babelsberg (Regionalliga Nordost) gekommen war, den mittlerweile sein Vater Predrag trainiert.

In Franko Uzelacs Karriere lief es allerdings nicht immer so rosig wie derzeit bei der Fortuna. Vor allem zu seiner Zeit bei den Würzburger Kickers, die ihn als Zweitligist geholt hatten, hatte er jede Menge Pech. Im Sommer 2016 waren gerade einmal drei Wochen in der Vorbereitung absolviert, da brach sich Uzelac den Knöchel. Die Folge: vier Monate Pause, die Hinrunde war gelaufen. In der Rückserie kämpfte sich der Abwehrmann zwar zurück und kam noch zu einem Zweitliga-Einsatz, zu Beginn der neuen Saison folgte dann aber die nächste Hiobsbotschaft: Adduktorenabriss. Franko Uzelac musste wieder lange pausieren und wechselte ein Jahr später zu Babelsberg.

Ruhe am Ball: Franko Uzelac ist aus Fortunas Startelf nicht wegzudenken. Foto: Fortuna KölnRuhe am Ball: Franko Uzelac ist aus Fortunas Startelf nicht wegzudenken. Foto: Fortuna Köln

Mittlerweile hat er alle Leiden hinter sich gelassen und „rockt“ mit Fortuna Köln die Regionalliga West. Nur seine Stimme macht ihm Wochenende für Wochenende zu schaffen. Wenn Uzelac und seine Teamkollegen aber weiter von Sieg zu Sieg eilen, dürfte ihm das bisschen Heiserkeit herzlich egal sein.

  • Franko Uzelac begann mit dem Fußballspielen beim SV Emstek. In der Jugend kickte er im Anschluss noch bei Werder Bremen, dem VfL Osnabrück und VfB Oldenburg.
  • Der VfB war auch seine erste Station im Herrenbereich. Von 2016 bis 2018 trug der 1,90 Meter lange Innenverteidiger das Trikot der Würzburger Kickers, bevor er für eine Spielzeit zum SV Babelsberg wechselte. Seit 2019 ist er Kapitän beim Regionalligisten Fortuna Köln.
  • Der 25-Jährige absolvierte insgesamt mehr als 150 Regionalliga-Partien und für Würzburg ein Zweitliga-Spiel sowie sechs Drittliga-Begegnungen. Ohne seinen Knöchelbruch wäre er für den Verein aus Bayern sicher öfter zum Einsatz gekommen.
  • Franko ist der Sohn des hier in der Region bekannten früheren Fußballers und jetzigen Trainers Predrag Uzelac (unteren anderem SV Hansa Friesoythe, SV Wilhelmshaven und VfB Oldenburg). Aktuell ist er Coach des SV Babelsberg (Regionalliga Nordost).

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