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Fragezeichen können Vorfreude nicht trüben

Am Freitagmorgen bricht Rasta Vechta nach München auf – dort steigt am Sonntag das erste Spiel beim Finalturnier der Basketball-Bundesliga.

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Der Rasta-Tross für München: Hinten von links Jarelle Reischel, Michael Kessens, Philipp Herkenhoff, Jaroslaw Zyskowski, Luc van Slooten und Ishmail Wainright; vorne von links Trainer Pedro Calles, Co-Trainer Derrick Allen, Co-Trainer Miguel Zapata, Trevis Simpson, Max DiLeo, Josh Young, Matic Rebec, Betreuer Sebastian Südkamp, Athletikcoach Frederik Kramp und Physiotherapeutin Theresa Heuritsch. Foto: Bente

Der Rasta-Tross für München: Hinten von links Jarelle Reischel, Michael Kessens, Philipp Herkenhoff, Jaroslaw Zyskowski, Luc van Slooten und Ishmail Wainright; vorne von links Trainer Pedro Calles, Co-Trainer Derrick Allen, Co-Trainer Miguel Zapata, Trevis Simpson, Max DiLeo, Josh Young, Matic Rebec, Betreuer Sebastian Südkamp, Athletikcoach Frederik Kramp und Physiotherapeutin Theresa Heuritsch. Foto: Bente

Schluss mit der Zwangspause, Schluss mit dem Warten: Nach 13 Wochen ohne ein Spiel kehren die Basketballer von Rasta Vechta auf das Bundesliga-Parkett zurück. Nicht daheim im Rasta-Dome, sondern gut 700 Kilometer weiter südlich im Audi-Dome in München. Dort steigt ab Samstag das Meisterturnier der BBL – und Rasta gehört zur „Allianz der Willigen“, zu jenen zehn Teams, die die seit Mitte März wegen der Corona-Krise unterbrochene Saison mit dem ungewöhnlichen Event fortsetzen und abschließen wollen.

„Ich freue mich, wieder auf dem Feld stehen zu dürfen“, sagt Rastas Philipp Herkenhoff kurz vor dem ersten Gruppenspiel am Sonntag (7. Juni, 19.00 Uhr/live bei MagentaSport) gegen die MHP Riesen Ludwigsburg. „Wir sind froh, dass in der Vorbereitung alles gut funktioniert hat, dass alle gesund sind“, berichtet Rastas Geschäftsführer Stefan Niemeyer mit Blick auf die sechs Corona-Testreihen, die allesamt negative Ergebnisse brachten: „Und jetzt sind wir gespannt, was in München sportlich abläuft.“ Aus einer gewissen Vorfreude auf das Turnier macht der Klubchef keinen Hehl. Klar ist aber auch: In erster Linie geht's in München darum, weiteren finanziellen Schaden von der Liga und den Klubs abzuwenden.

"Wir sind nicht bei 100 Prozent, aber das kann keine Mannschaft von sich behaupten"Philipp Herkenhoff von Rasta Vechta

Die Spieler sehen das freilich ein wenig anders, sie haben vor allem den Wettkampf im Blick. „Letztendlich geht's darum, wer Deutscher Meister wird“, meint Herkenhoff. Der Jung-Nationalspieler ist guter Dinge. „Alle haben die gleichen Chancen“, sagt er. Und: „Wenn wir einen guten Rhythmus bekommen, kann da alles bei rum kommen.“

Zweieinhalb Wochen lang hat sich Rasta, das bei der Saisonunterbrechung Mitte März auf Rang sechs lag, auf den Restart vorbereitet. Täglich wurde einmal trainiert. In der ersten Woche ging es um die richtige Balance zwischen Belastung und Erholung, in der zweiten Woche um die „Basics des Konzepts“, so Trainer Pedro Calles. Für mehr reichte die Zeit einfach nicht. Der Coach ist gespannt darauf, „wie wir mit den Bedingungen, die ja nicht normal sind, klar kommen“. Herkenhoff sieht Rasta „nicht bei 100 Prozent“, schickt jedoch sofort hinterher: „Das kann keine Mannschaft von sich behaupten.“ Auch Niemeyer spricht von „großen Fragezeichen“ und sagt: „Alle haben sich so gut wie möglich vorbereitet, aber es ist trotzdem schwer einzuschätzen.“ Und das Ziel? „Ich hoffe, dass wir ins Viertelfinale kommen.“

Rasta hat größten Aderlass und kleinsten Kader

Weitere Gegner in Gruppe B sind die Skyliners Frankfurt, Pokalsieger Alba Berlin und Ex-Serienmeister Brose Bamberg. In der Vor-Corona-Zeit verbuchte Rasta Vechta zwei Siege gegen Bamberg (80:66, 86:85), die Bilanz gegen Ludwigsburg war ausgeglichen (77:72, 78:85), in Berlin gab's eine klare Niederlage (78:101), gegen Frankfurt einen Sieg (73:65). Die Skyliners, vor der Zwangspause nur Tabellen-14., sind auf dem Papier der vermeintlich schwächste Gegner, aber die Gesichter der Teams haben sich stark verändert.

Rasta kann ein Lied davon singen. Fünf Spieler sind nicht mehr dabei – es ist der größte Aderlass aller zehn Teams, die in München dabei sind. Und Rasta, das am Freitag um 8.30 Uhr mit einer 16-köpfigen Delegation gen Süden aufbricht, hat mit nur zehn Spielern den kleinsten Kader aller Teilnehmer. „Wir müssen das Beste aus der Situation machen“, sagt Herkenhoff. Niemeyer vertraut indes der „starken Grundformation“ und sagt: „Wir haben auch zwei gute Leute dazubekommen.“ Der slowenische Europameister Matic Rebec und Polens „MVP“ Jaroslaw Zyskowski sollen jene Lücken schließen, die Steve Vasturia und Jordan Davis auf den Guard-Positionen hinterlassen haben. „Ich bin froh, dass sie da sind“, sagt Calles. Niemeyer bedauert ein wenig, dass Vasturia nicht mehr dabei ist: „Das ist sportlich schon ein herber Verlust.“ Eine Rückholaktion des Spielmachers, dessen Wechsel zum litauischen EuroLeague-Klub Zalgiris Kaunas inzwischen fix ist, war aber schlichtweg utopisch.

Also müssen es andere richten. Wie etwa Zyskowski, der sich auf eine „interessante Reise mit vielen Spielen in kurzer Zeit“ freut. Der 27-Jährige, der Zielona Gora zum Titel in Polen geführt hat, meint: „In dem Modus sind alle Spiele wichtiger, aber das erste ist besonders wichtig.“ Herkenhoff hat großen Respekt vor den Ludwigsburgern, die Platz zwei inne hatten: „Sie spielen sehr physisch, darauf müssen wir uns einstellen.“ Trevis Simpson, bislang Topscorer des Teams, setzt auf „Defense von Anfang bis Ende“ und betont: „Keiner hat einen richtigen Rhythmus. Es ist wichtig, dass wir Stopps bekommen und daraus einfache Körbe.“ Ein Credo, das nicht neu ist.


Rasta-Spiele in München:

  • Sonntag, 7. Juni: 
Vechta - Ludwigsburg (19.00 Uhr)
  • Donnerstag, 11. Juni: 
Frankfurt - Rasta Vechta (16.30 Uhr)
  • Samstag, 13. Juni: 
Rasta Vechta - Alba Berlin(20.30 Uhr)
  • Montag, 15. Juni: 
Bamberg - Rasta Vechta (16.30 Uhr)

Alle Spiele des BBL-Finalturniers 2020 gibt's live bei MagentaSport.


Bilder von Rastas Ankunft in München:

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