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Fortsetzung oder Abbruch? Was sich die VEC-Fußballer wünschen

Welche Möglichkeiten bietet noch die laufende Serie 2020/21? OM online hat sich im Fußballkreis Vechta umgehört.

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Waren das schöne Zeiten: Trainer und Fußball-Team im engen Kontakt auf dem Spielfeld – hier Thomas Schmunkamp im Kreise seiner Schützlinge von Amasyaspor Lohne. Foto: Wenzel

Waren das schöne Zeiten: Trainer und Fußball-Team im engen Kontakt auf dem Spielfeld – hier Thomas Schmunkamp im Kreise seiner Schützlinge von Amasyaspor Lohne. Foto: Wenzel

Fünf Fußballtrainer und ein Obmann aus Oberliga, Landesliga und Bezirksliga artikulieren unterschiedliche Gedanken zur Finalisierung der Saison.

Als Coach des Oberligisten BW Lohne würde es Henning Rießelmann „grundsätzlich begrüßen, wenn es weitergehen würde. Aber wir nehmen es, wie es kommt“. Nacht acht von neun zu absolvierenden Hinspielen steht BWL mit 18 Punkten als Aufsteiger glänzend da. Rießelmann: „Da wäre ein Saisonabbruch natürlich schade. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, die Mannschaft ist auch in der Pause topfit.“ Zumindest sollte man nicht zu früh abbrechen, rät er. Bei einer Oberliga-Konferenz sei die Möglichkeit angesprochen worden, vielleicht ab April noch eine Rückrunde zu spielen, wonach die beiden Ersten ein Aufstiegsspiel bestreiten könnten. Man müsse aber abwarten, wie sich die Zahlen entwickeln. Käme es zu einem Abbruch, „greifen wir in der neuen Saison wieder an“, sagt Hennig Rießelmann bestimmt.

Raphael Dornieden, Trainer des Landesligisten VfL Oythe, sagt: „Ich halte es für utopisch, dass man es so zu Ende spielen kann wie ursprünglich geplant.“ Der bisherige Modus sieht vor, dass in beiden Staffeln eine Hin- und Rückrunde mit anschließender Meister-, Aufstiegs- und Abstiegsrunde gespielt wird. Dornieden meint: „Vorstellbar wäre für uns, dass die Staffeln ihre Hin- und Rückrunde zu Ende spielen. Aber selbst das würden 14 Spiele für uns bedeuten.“ Bei einer Fortsetzung der Saison sollten die Mannschaften allerdings deutlich mehr als zwei Wochen Zeit für die Vorbereitung bekommen. „Das wäre viel zu wenig, die Verletzungsgefahr zu groß“, erklärt er. Einen möglichen Abbruch der Saison würde Dornieden „mittragen“, wie er sagt: „Aber als komplette Stornierung. Eine Quotientenregel wäre bei der geringen Anzahl an Spielen affig.“

"Dann wird es Verletzungen hageln."Amasyaspor-Coach Thomas Schmunkamp über die mögliche Vorbereitungszeit von zwei Wochen

Stefan Ehrenborg, Fußball-Obmann bei Falke Steinfeld, teilt die Einschätzung von Oythes Coach Dornieden. „Grundsätzlich würden wir uns alle freuen, wenn man vorher vier Wochen trainieren könnte“, sagt er – aber: „Man muss auch die derzeitigen Umstände betrachten. Die Zeit wird knapper.“ An eine Annullierung der Saison glaubt er nicht. Grundsätzlich sieht er es noch im Rahmen des Möglichen, eine Hin- und Rückrunde zu spielen. Allerdings nur, wenn die Landesligisten wieder Anfang Mai gegen den Ball treten könnten – inklusive einer Verlängerung bis Ende Juni. „Wenn es die Infektionslage zulassen würde, hoffen wir auf Zuschauer. Jeder Verein braucht die Einnahmen“, sagt Stefan Ehrenborg.

Thomas Schmunkamp (Amasyaspor Lohne) hält eine Ausdehnung der Saison für unproblematisch. „Grundsätzlich sehe ich den Juni als tollen Fußball-Monat“, sagt er. „Man sollte überlegen, ob man den nicht sowieso mit reinnimmt.“ Dann sei man auch mit dem Jugendbereich auf einer Linie. Schmunkamp meint aber auch, dass man Mitte März auf den Platz dürfen müsste, um die Saison ab April zu Ende bringen zu können. Wenn es damit nichts wird, könne man annullieren. Für den Fall, dass der NFV wie angekündigt nur zwei Wochen Vorbereitungszeit geben würde, rechnet er mit dem Schlimmsten: „Dann wird es Verletzungen hageln.“

Für David Riesner von SFN Vechta ist der Fall klar: „Man sollte nicht auf Teufel komm' raus eine komplette Hinrunde durchdrücken, um eine Wertung zu bekommen.“ Dafür seien die Voraussetzungen bei den einzelnen Teams zu unterschiedlich. Der SFN-Coach würde die Mannschaften mit zurzeit sehr wenigen Spielen oder mit wenigen Punkten im klaren Nachteil sehen. Und falls es wieder losgehen würde, hält er zwei Wochen Vorbereitungszeit – wie vom NFV vorgeschlagen – für zu wenig: „Mindestens vier Woche müssten es sein.“ Wie Thomas Schmunkamp befürchtet er sonst Verletzungen nach der langen Pause. Der 34-Jährige ist im Prinzip dafür, ab August eine „vernünftige Saison mit Zuschauern durchzuziehen“ – wenn dies dann wieder möglich sei.

Steffen Boning, Trainer der 1. Damen des TuS Lutten in der Landesliga, hofft auf „frühzeitige Klarheit“. Er tendiert eher in Richtung Abbruch und meint: „Ich glaube, bei uns wäre keiner unheimlich böse, wenn das Ding annulliert wird.“ Man könne so ohne Zeitdruck Testspiele durchführen, wenn es wieder möglich ist. Er denkt dabei insbesondere an den Jugendbereich – A-Jugendspielern fehle beispielsweise ein Jahr. Und für den Übergang in den Herrenbereich sei ein größerer Zeitpuffer nötig. „Die Jugend wird da total vergessen“, so Boning. Er habe Verständnis für den NFV, aber die angedeutete Vorbereitungszeit von zwei Wochen vor dem Re-Start sei „hart an der Grenze“.

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