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"Football's coming home" gilt in Vechta noch nicht

Der NFV-Kreischef Martin Fischer findet die Fortsetzungspläne richtig. Er sucht jetzt das Gespräch mit der Politik. Sein Anliegen: Ein kleines Inzidenzzahl-Pendeln soll nicht gleich zum Stopp führen.

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Kicken auf der Wiese: Davon träumen viele Kinder. Foto: dpa

Kicken auf der Wiese: Davon träumen viele Kinder. Foto: dpa

Findet der Hamburger Fußballverband (HFV) schon in Kürze den ersten Nachahmer? Nachdem der Verband in der vergangenen Woche nach einem klaren Vereinsvotum per Saisonabbruch ohne Auf- und Absteiger die Notbremse gezogen hat, steht auch beim Fußballverband Sachsen-Anhalt (FSA) eine Entscheidung an – am 15. März. Der Verband hat wenig Hoffnung, dass bis zum 30. Juni ein sportliches Ergebnis herbeigeführt werden kann.

Und auch das Stimmungsbild bei den Vereinen aus Sachsen-Anhalt ist klar: Die Mehrheit will einen Abbruch der Spielzeit 2020/21 ohne Absteiger und mit „freiwilligen“ Aufsteigern. Die Klubs geben nun bis Mitte März ihr schriftliches Statement ab, dann wird auf einer Videokonferenz entschieden.

Wie die Stimmungslage im Niedersächsischen Fußballverband (NFV) aussieht, darüber gibt es keine validen Angaben. Auf Verbandsebene war man sich jedenfalls einig. Im Nachgang an die Bund-Länder-Konferenz beschloss der NFV mit 95-prozentiger Zustimmung in seiner Verbandsvorstandssitzung, sich für eine Fortsetzung der Serie und einen sportlichen Abschluss einzusetzen. Mit der Erweiterung der Saison bis zum 21. Juli verschaffte man sich weitere Zeit. Bedenken gab es nur aus Osnabrück, wo eine Fusion von Stadt und Land ansteht, sowie aus dem Emsland, wo die Vereine in einer Befragung zur Hälfte für eine Fortsetzung und zur Hälfte dagegen votiert hatten.

Zuversichtlich: NFV-Kreischef Martin Fischer. Foto: SchikoraZuversichtlich: NFV-Kreischef Martin Fischer. Foto: Schikora

An der Sitzung nahm auch Martin Fischer als Vorsitzender des NFV-Kreises Vechta teil. Er zog positive Schlüsse aus den politischen Entscheidungen und sieht „sehr gute Chancen, die Saison zu Ende zu spielen“. Dies gelte insbesondere für den Kreisbereich – also alle Ligen bis zur Kreisliga; bei dieser müsse man noch das Verfahren in der Bezirksliga bedenken.

In der Satzung gebe es „strikte Vorgaben“, dass sich der NFV um die Organisation des Spielbetriebs zu kümmern habe. Und in Anbetracht der aktuellen Lage sei das auch sinnvoll. „Ein Abbruch wäre zu früh“, erklärt Martin Fischer. Stichtag für den Kreisfußball sei der 1. Mai. Wenn man da nicht starten könne, sei im Kreis keine Durchführung der Hinrunde inklusive Wertung möglich. Fischer: „Zehn Wochen haben wir dann noch – und die sollten wir nutzen.“

Die persönliche Meinung von Martin Fischer lautet: „Ich möchte, dass die Saison weitergeführt wird und dass Kinder und Jugendliche schnellstmöglich wieder starten können.“ Im Jugendbereich (bis 14 Jahre) darf unter einer Inzidenz von 100 seit Montag in festen Gruppen (bis 20 Personen) wieder Kontaktsport betrieben werden. Über 100 – und das ist seit Monaten nahezu VEC-Regelfall – ruht auch für den Nachwuchs der Ball.

Was die Inzidenzmarke 100 angeht, sucht Martin Fischer in diesen Tagen das Gespräch mit den politischen Entscheidungsträgern in Vechta und Hannover. Sein Anliegen: Ein kleines Pendeln zwischen zwei- und dreistelligem Wert soll nicht zu ständigen Stopps für die Fußballer führen.

Es soll ein Stimmungsbild eingeholt werden

Martin Fischer ist es wichtig, dass die Vereine über die Haltung des NFV-Kreises in der Frage „Abbruch oder Fortsetzung?“ entscheiden. „Wenn die sagen, dass sie abbrechen wollen, werde ich dafür einstehen. Da können sie sich auf mich verlassen“, sagt er. Neue Informationen gebe es derzeit nicht. Aber nach einer Vorstandssitzung Mitte März sollen die VEC-Klubs hinsichtlich der Pläne im Kreis mit ins Boot geholt und ein Stimmungsbild ermittelt werden.

Bei Martin Fischer dominiert derzeit die Hoffnung. „16 Fußballkreise in Niedersachsen sind unter 50, acht weitere unter 100“, sagte er am Montag zu den Inzidenzwerten. Anfang April könne es vielerorts losgehen. Klingt nach „football's coming home“ – nur noch nicht im Kreis Vechta.

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