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Fitnessstudio-Betreiber bangen um ihre Zukunft

„Das wäre unfair“, sagt Stefan Backhaus, der das Lastruper Studio mit Ehefrau Sandra betreibt. Da es noch an Coronahilfen vom Staat mangele, mussten Kredite von 100.000 Euro aufgenommen werden.

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Warten auf die Mitglieder: Die Inhaber Sandra und Stefan Backhaus hoffen, dass sie ihr Fitnessstudio schon bald wieder öffnen dürfen. Foto: © Backhaus

Warten auf die Mitglieder: Die Inhaber Sandra und Stefan Backhaus hoffen, dass sie ihr Fitnessstudio schon bald wieder öffnen dürfen. Foto: © Backhaus

Gute Vorsätze, gute Zahlen. Fitnessstudios profitieren seit eh und je davon, wenn sich Menschen zu Beginn eines neuen Jahres dazu entschließen, mehr Sport zu treiben. Winterspeck ab- und Muskeln aufzubauen. Im Januar geht es hoch her auf den Crosstrainern, Laufbändern und an den Geräten. Doch im Moment sind die Studios verwaist. Seit Wochen – und aufgrund des neuerlichen Corona-Lockdowns noch bis mindestens zum 14. Februar.

Auch bei INBalance Aktiv & Gesund in Lastrup haben die harten Vorschriften ein großes Loch in die Kasse gerissen. „Natürlich bangen wir um unsere Zukunft. Wir mussten schon zweimal zur Bank gehen, um einen Kredit aufzunehmen. Beim ersten Mal im März 2020 über 50.000 Euro und nun noch mal über dieselbe Summe“, sagt Sandra Backhaus, der das Studio gemeinsam mit ihrem Ehemann Stefan gehört.

Mitgliedsbeiträge in der Krise ausgesetzt

Im Gegensatz zu vielen anderen Betreibern – vor allem denen der Fitnessstudio-Ketten – haben sich die beiden dazu entschieden, während der Coronakrise keinerlei Mitgliedsbeiträge zu kassieren. „Ich würde es unfair finden, von den Kunden Geld abzubuchen, ihnen die abgebuchten Monate als Gutschein einfach hinten an ihre Mitgliedschaft zu hängen und gleichzeitig vom Staat Geld zu nehmen“, sagt er. Denn die versprochenen Hilfszahlungen für November und Dezember seien bislang nur zu einem kleinen Teil gezahlt worden.

„Im Gegensatz zu Restaurants, die ihr Essen wenigstens außer Haus liefern dürfen, haben wir keinerlei Einnahmen“, sagt Sandra Backhaus. Die sonst übliche Fluktuation bei den Mitgliederzahlen gebe es derzeit nicht. „Wie sonst auch, erhalten wir Monat für Monat zwar die eine oder andere Kündigung, neue Verträge schließen wir jedoch nicht ab. Wie auch, wir können uns im Moment nicht präsentieren und die Unsicherheit bei den Menschen ist groß“, sagt sie.

Derzeit werden keine neuen Verträge geschlossen

Bei allen Schwierigkeiten, die Corona ohenhin schon mit sich bringt, musste das Ehepaar Backhaus kürzlich einen unerwarteten Nackenschlag einstecken. „Im Studio ist uns die Heizungsanlage um die Ohren geflogen“, sagt Stefan Backhaus. Um zudem nicht auch noch auf ihren Milchreserven sitzenzubleiben – am 24. Januar endet die Haltbarkeit von 390 Litern–   spendeten sie die Tüten der Cloppenburger Tafel.

Dennoch versuchen Sandra und Stefan Backhaus positiv in die Zukunft zu blicken und hoffen, dass sie ihr geliebtes Gesundheitsstudio in Lastrup bald wieder öffnen dürfen. Wichtig ist ihnen, während der Corona-Zwangspause so gut es geht den Kontakt zu ihren rund 550 Mitgliedern aufrechtzuhalten. Sei es über das eine oder andere Online-Angebot, oder sogar übers Telefon. „Im Dezember haben wir alle angerufen, um ihnen schöne Weihnachten und einen guten Rutsch zu wünschen“, sagt Stefan Backhaus.

  • Sandra und Stefan Backhaus sind seit dem Jahr 2009 Inhaber des Lastruper Fitnessstudios INBalance Aktiv & Gesund. Das Duo wird von sieben Mitarbeitern unterstützt – von Fitnesstrainern über Servicekräfte bis hin zu einer Reinigungshilfe. 
  • Aktuell hat das Fitnessstudio rund 550 Mitglieder.

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