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Falkes Pressing-Biss stürzt Oythe ins Chaos

Steinfeld setzt das erste Ausrufezeichen der neuen Landesliga-Saison: Kosenkow, Baya Baya und Lahrmann treffen zum 3:0-Sieg im VEC-Derby.

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Viel los im Strafraum: Eine Szene vom Spiel Falke Steinfeld - VfL Oythe. Foto: Schikora

Viel los im Strafraum: Eine Szene vom Spiel Falke Steinfeld - VfL Oythe. Foto: Schikora

Die Vorbereitung auf die neue Saison lief alles andere als glatt, im Bezirkspokal gab es das Aus in Runde eins, doch am Sonntagnachmittag gegen 16.50 Uhr war das alles kein Thema mehr. Schnee von gestern. Die Gegenwart ließ die Fußballer von Falke Steinfeld strahlen – und im Mittelkreis tanzen und grölen. Sie hatten soeben mit einem verdienten 3:0 (1:0)-Erfolg im Derby gegen den VfL Oythe das erste Ausrufezeichen in der neuen Landesliga-Serie gesetzt und damit den ersten kleinen Schritt in Richtung Klassenerhalt gemacht. Ein Schritt, der durchaus einer Überraschung gleichkam.

„Es ist alles aufgegangen, was wir uns vorgenommen hatten“, erklärte Steinfelds Trainer Artur Zimmermann nach der kleinen Jubelzeremonie mit seinen Spielern. Der „starke Auftritt“ sei ein Ergebnis einer „sehr guten Trainingswoche“ gewesen, so der Falke-Coach: „Es waren fast alle da, das macht sich dann natürlich bemerkbar.“ Im Vergleich zum Pokal-Aus beim Bezirksligisten SFN Vechta (0:2) waren Torjäger Paul Kosenkow (nach Urlaub) und der zuletzt angeschlagene Antreiber Andreas Zimmermann wieder an Bord – und in der Startelf. „Andy ist noch längst nicht bei 100 Prozent. Und eigentlich sollte er auch gar nicht spielen. Aber er ist mit seiner Präsenz einfach zu wichtig für uns“, sagte Artur Zimmermann über das Comeback seines Bruders.

Während sich die Steinfelder über den ersten Dreier der Saison freuten, herrschte im Lager des VfL Oythe großer Frust. So souverän das Weiterkommen im Pokal in Osterfeine war, so gravierend war nun der Leistungseinbruch beim ersten Liga-Ernstfall in Steinfeld. Coach Raphael Dornieden sprach von einer „kompletten Enttäuschung von allen“ und ergänzte: „Wenn man so spielt wie heute, gewinnt man in der Landesliga kein Spiel, dann holt man auch keinen Punkt.“

Oythe bekommt Offensivkräfte nicht ins Spiel

Es war ihm ein Rätsel, warum sein Team alles vermissen ließ. „Keine Laufbereitschaft, kein Zweikampfverhalten, kein vernünftiger Spielaufbau – das war viel zu wenig“, haderte Dornieden. Er sah stattdessen viele Rückpässe zum Torwart, viele lange Bälle ins Nichts sowie viele Fehlpässe in die Füße der Steinfelder. „Wir haben unsere Offensivspieler ja überhaupt nicht ins Spiel bekommen“, stellte Dornieden treffend fest. Markus Kohls und Janek Jacobs hatten auf den Außenbahnen bis auf zwei, drei Ausnahmen keinerlei Einfluss auf das Spiel, im Zentrum hingen Nico Emich und Jaka Kuhar in der Luft.

Ein Fakt, den sich die Falken auf ihr Konto schreiben lassen konnten. Denn: Mit ihrem bissigen Pressing gingen sie Oythe gehörig auf die Nerven und stürzten das VfL-Passspiel mehrfach ins Chaos. „Wir wollten Oythe so früh wie möglich attackieren und ihr Spiel stören. Das ist uns perfekt gelungen“, freute sich Zimmermann.

Nach einer Gedenkminute für Steinfelds ehemaligen Klubchef Dieter van Helt sowie den langjährigen Handball-Motor Horst Jänsch, die Ende Mai bzw. Ende Juli verstorben waren, entwickelte sich zunächst ein flottes Derby mit jeweils zwei Großchancen für Falkes George Arthur Baya Baya (11./19.) sowie Oythes Jacobs (9./18.). Nach dem kurzweiligen Beginn stieg die Fehlpassquote, es gab viel Stückwerk.

Ein Steinfelder Pressing-Moment führte dann zum 1:0 aus dem Nichts. Falke-Angreifer Louis Lahrmann erlief einen laschen, viel zu kurzen Rückpass von Markus Lübberding und legte quer zu Kosenkow, der nur noch ins leere Tor einschieben musste (35.). Sein 104. Liga-Treffer für Falke dürfte für den Kapitän, der ebenso wie sein VfL- Amtskollege Stephan Stukenborg mit einer Regenbogen-Binde am Arm auflief, eine der leichtesten Übungen gewesen sein.

Wer nach dem Seitenwechsel einen wütenden Oyther Sturmlauf erwartete, wurde eines Besseren belehrt. Es kam nichts – bis auf einen 14-m-Schuss von Mahmoud Saddik (73.). Die Gäste, die mehrfach ins Abseits liefen, kamen nie aus ihrer Lethargie heraus. Und kurz nach der Umstellung auf eine Dreier-Kette kassierte Oythe das 0:2. Baya Baya traf eiskalt zur Vorentscheidung (74.) – er zielte etwas genauer als Kosenkow, der nach knapp einer Stunde die Latte getroffen hatte (58.). Kosenkow, der ewig junge 36-Jährige, verbuchte dann später noch einen Assist – seinen Querpass verwertete Lahrmann zum 3:0 (81.). Es war das i-Tüpfelchen auf eine starke Falke-Vorstellung.

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