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Falken freuen sich schon auf ihr Geschenk

Die Steinfelder planen für ein weiteres Jahr in der Fußball-Landesliga. Die größten Veränderungen gibt es zwischen den Pfosten.

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Wenn er vorne den Ball hat, wird's oft gefährlich: Der schnelle Falke Paul Kosenkow, der in Steinfeld bleibt. Foto: Wenzel

Wenn er vorne den Ball hat, wird's oft gefährlich: Der schnelle Falke Paul Kosenkow, der in Steinfeld bleibt. Foto: Wenzel

Wir leben in einer Zeit der Klagen und des Verzichts. Musikern, Theaterschauspielern und anderen Kulturschaffenden wurde durch die gegenwärtige Situation die Existenzgrundlage entzogen. Partys, Festivals und Hochzeitsfeiern wurden abgesagt. Das Coronavirus ist eher Nehmer denn Geber. Aber ganz selten verteilt es auch Präsente.

Ein solches erhalten aller Voraussicht nach die Fußballer von Falke Steinfeld. „Man muss ja schon ehrlich sein“, sagt Fußballobmann Stefan Ehrenborg in Anspielung auf eine weitere Saison in der Landesliga: „Das ist natürlich für uns ein kleines Geschenk.“ Überreicht werden soll der Fahrschein für eine weitere Runde im Karussell der Weser-Ems-Beletage am 27. Juni in Form des Saisonabbruchs mit Aufsteigern und ohne Absteiger.

Man ist kein Schwarzmaler, wenn man festhält: Als Vorletzter mit sechs Punkten Rückstand aufs rettende Ufer, den meisten absolvierten Spielen und dem schlechtesten Torverhältnis der Liga (-25) wäre es mit dem Klassenerhalt verdammt schwierig geworden. Und dennoch geht es wohl ins nächste Landesliga-Jahr. Die Planungen sind bereits weit vorangeschritten – sie hätten aber auch für die Bezirksliga gegolten.

Zwei Zimmermänner als Coaches

Dass Artur Zimmermann (35) weiterhin der Trainer der Falken bleibt, ist bereits länger bekannt. Sein bisheriger „Co“ Oleg Rodin wird sein Amt dagegen aus beruflichen Gründen niederlegen. „Mein Kumpel muss leider aufhören. Wir hatten schöne Jahre zusammen“, sagt Artur Zimmermann und denkt dabei natürlich auch an die Aufstiegssaison 2018/19. Ersatz fand er in den eigenen Reihen, gar in der eigenen Familie: Sein Bruder Andreas (30) wird künftig die Doppelfunktion des spielenden Co-Trainers bekleiden.

Der Co hört auf: Oleg Rodin (links), hier an der Seite von Artur Zimmermann. Foto: WenzelDer "Co" hört auf: Oleg Rodin (links), hier an der Seite von Artur Zimmermann. Foto: Wenzel

Ein Umbruch steht unterdessen auf der Torwart-Position bevor. Constantin Nieberding muss – ebenfalls aus beruflichen Gründen – kürzertreten und wechselt daher in die Reserve (Kreisliga). Und der zweite Keeper Mustafa Gören, der im vergangenen Sommer von der A-Jugend des JFV Rehden gekommen war, wird den Klub nach einem Jahr wieder verlassen. Das Tor wird stattdessen Lukas Otto hüten. Der Keeper wohnt in Vechta und spielte dort in der Saison 2018/19 für SFN; danach verschlug es ihn zur SG Diepholz. Jetzt geht es für ihn von der Bezirks- in die Landesliga.

Ansonsten hält sich der Aderlass in Grenzen. Sturmtank Christian Bußmann geht zurück in die Heimat zu Borussia Emsdetten, aber sonst bleiben alle. Heißt: Steinfeld kann weiter auf Leistungsträger wie Jan Schockemöhle, Maxim Repinetchii und Paul Kosenkow zählen.

Hinzu kommt eine neue junge Garde, mit der Falke den Kader gezielt auf 22 bis 23 Spieler aufstockt. Vom SV Bevern kommt der ehemalige Lohner A-Jugendliche Oliver Schlundt als Mann für die Offensive. Zudem kehrt Mittelfeldspieler Louis Lahrmann aus der Lohner „A“ zu seinem Stammverein zurück.

Der Ball im Steinfelder Netz: Das gabs 201920 zu oft. Foto: WenzelDer Ball im Steinfelder Netz: Das gab's 2019/20 zu oft. Foto: Wenzel

Aus dem eigenen Nachwuchs rücken Defensiv-Allrounder Julian Pille sowie Angreifer Michael Michaelis hoch – „zwei junge Talente“, wie Ehrenborg sagt. Auch der starke A-Jugendliche Kevin Schmietendorf soll schon jetzt langsam an die Erste herangeführt werden. Und dann könnten aus dem Kreisliga-Team noch zwei Spieler in Zimmermanns Kader wechseln.

„Die Jungs haben Bock.“Falke-Trainer Artur Zimmermann

Ganz abgeschlossen sind die Planungen noch nicht. Ehrenborg will weiter den Markt beobachten – mit speziellem Fokus auf Verstärkungen für den Abwehrbereich. Auch Artur Zimmermann hätte nichts gegen einen erfahrenen Neuzugang, denn auch er weiß: „Wir sind sehr jung.“ Unterdessen ist Falke nach Pfingsten wieder mit dem Training gestartet. „Die Jungs haben Bock“, hat der Coach schnell bemerkt. Ein Fußballtennis-Turnier und andere kleine Wettkämpfe sorgten für eine schöne sportliche Abwechslung.

Die letzte Saison gilt nun als abgehakt. „Ich hoffe, dass wir unsere Lehren daraus ziehen“, meint Zimmermann und schiebt hinterher: „Wir denken positiv.“ Dennoch weiß jeder in Steinfeld, dass das Unterfangen Klassenerhalt mit größerer Staffelstärke noch schwieriger werden dürfte. Aber einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul.

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