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Falke und die geschenkte Chance

Steinfelds Fußballer wollen im zweiten Anlauf ihre  Landesliga-Tauglichkeit unter Beweis stellen. Am Ziel hat sich im Vergleich zum letzten Jahr nichts geändert: Der Klassenerhalt soll's sein.

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Falke Steinfeld: Hinten von links:	Betreuer Wolfgang Becker, Oliver Schlundt, Hendrik Brundiers, Jan Schockemöhle, Lukas Themann, Lukas Timphaus, Marcel Philippi, 						Kevin Schmietendorf und Torwarttrainer Jan Timphaus;&nbsp;Mitte von links:	Betreuer Klaus Rusche, Claas Langhorst, Julian Pille, Michael Michaelis, Kai von der Assen, Denis Häberle, Joshua Heyer und Trainer 						Artur Zimmermann; vorne&nbsp;von links:	Louis Lahrmann, Paul Kosenkow, Sebastian Deike, Steffen Schönhöft, Halil Ablak, Lukas Otto, Mazlum Sünün und Co-Trainer Andreas 						Zimmermann. Foto: Schikora<br>

Falke Steinfeld: Hinten von links: Betreuer Wolfgang Becker, Oliver Schlundt, Hendrik Brundiers, Jan Schockemöhle, Lukas Themann, Lukas Timphaus, Marcel Philippi, Kevin Schmietendorf und Torwarttrainer Jan Timphaus; Mitte von links: Betreuer Klaus Rusche, Claas Langhorst, Julian Pille, Michael Michaelis, Kai von der Assen, Denis Häberle, Joshua Heyer und Trainer Artur Zimmermann; vorne von links: Louis Lahrmann, Paul Kosenkow, Sebastian Deike, Steffen Schönhöft, Halil Ablak, Lukas Otto, Mazlum Sünün und Co-Trainer Andreas Zimmermann. Foto: Schikora

Bescherung im Juni? Ja, das gibt es. Falke Steinfeld kann das bestätigen. „Dieses zweite Jahr ist uns geschenkt worden, das wissen wir. Und dieses Geschenk nehmen wir gerne an“, sagt Artur Zimmermann, Trainer der Steinfelder. Sein Landesliga-Team profitierte davon, dass auf dem NFV-Verbandstag im Juni der corona-bedingte Saisonabbruch ohne Absteiger beschlossen wurde. „Wir bekommen jetzt eine neue Chance. Wir versuchen unser Bestes, damit wir besser abschneiden“, erklärt Zimmermann.

Luft nach oben gibt's reichlich. Die Rückkehr in die Landesliga war 19/20 alles andere als optimal verlaufen. Steinfeld verlor elf seiner 18 Spiele, in der Abbruchtabelle liegen die Südkreisler auf dem vorletzten Platz. Ob Falke bei einem normalen Verlauf der Rückserie den Klassenerhalt geschafft hätte? Die Optimisten im schwarz-weißen Lager hätten natürlich „Ja“ gesagt, die Realisten wohl eher den Kopf geschüttelt. Sei's drum, es geht wieder von vorne los. „Ich hoffe, dass uns das erste Jahr in der Landesliga weitergebracht hat“, meint Zimmermann, der in seine vierte Saison als Falke-Coach geht: „Wir sind auf jeden Fall gut vorbereitet und guter Dinge.“

Am Ziel hat sich im Vergleich zum letzten Jahr nichts geändert: Der Klassenerhalt soll's sein. Ein schweres Unterfangen. In einer 21er-Staffel (mit Cloppenburg) müsste Falke sieben Teams hinter sich lassen, in einer 20er-Staffel (ohne den BVC) wären es sechs. „Egal, wie's kommt: Es wird verdammt schwer“, gibt sich Zimmermann keinen Illusionen hin. Dass sein Team angesichts der Vorsaison zu den Abstiegskandidaten gehört, nimmt der 36 Jahre alte Coach gelassen zur Kenntnis. Wobei: Es spornt die Falken eher an, es allen zu zeigen.

Steinfeld braucht eine Steigerung in der Defensive

Für Verbesserungen in der Tabelle braucht Steinfeld vor allem eine Steigerung in der Defensive. „Wir müssen hinten besser stehen“, so Zimmermann: „Wir haben in der letzten Saison zu viele Gegentore kassiert.“ 51 waren es, im Schnitt 2,8 pro Partie, so wird's schwer mit dem Gewinnen. Zimmermann wünscht sich zudem eine höhere Effektivität. Er sagt: „Wir haben einige gute Spiele gemacht, aber aus diesen Spielen zu wenig Punkte geholt.“

Das Dilemma, das sich zu oft wiederholte: Vorne ließ Falke einiges liegen, hinten führten individuelle Fehler gleich zu Gegentoren. Zimmermann sagt daher: „In der Landesliga wird alles sofort bestraft. Diese Erfahrung nehmen wir mit. Wir wissen jetzt, was uns erwartet.“ Und er ergänzt noch: „In den Zweikämpfen müssen wir aggressiver werden. Wir müssen, wenn's hart auf hart kommt, eine gewisse Robustheit entwickeln.“ Leichter gesagt als getan, das weiß auch der Coach. Aber er hofft, dass der bisweilen schmerzhafte Lernprozess in der Vorsaison nun einen besseren Ertrag zur Folge hat.

Klar ist derweil, dass Artur Zimmermann alles mit einem neuen Co-Trainer analysiert. Sein Bruder Andreas (30), im zentralen Falke-Mittelfeld ohnehin eine nicht wegzudenkende Triebfeder, übernimmt noch mehr Verantwortung. Oleg Rodin, jahrelang der enge Vertraute von Artur Zimmermann, steht aus beruflichen Gründen nicht mehr als Co-Trainer zur Verfügung.

Rodin ist nicht der einzige Abgang im Vergleich zur letzten Spielzeit. Auch Stammkeeper Constantin Nieberding wollte kürzertreten und steht nun im Kreisliga-Team zwischen den Pfosten. „Sportlich und menschlich ein Verlust für uns“, sagt Artur Zimmermann. Und im Angriff muss Falke künftig ohne die Wucht eines Christian Bußmann auskommen. Der Mittelstürmer, in der Bezirksliga-Meistersaison ein wichtiger Faktor, eine Etage höher aber oft verletzt, wechselte zum SV Borussia Emsdetten in die Westfalenliga.

Seine Tore braucht Steinfeld: Paul Kosenkow (rechts) im Testspiel gegen Holdorf. Foto: SchikoraSeine Tore braucht Steinfeld: Paul Kosenkow (rechts) im Testspiel gegen Holdorf. Foto: Schikora

Und die Nachfolger? Lukas Otto, 2018/19 bei SFN Vechta und zuletzt bei der SG Diepholz, wurde für die Torwart-Position geholt – der Neuzugang und Sebastian Deike kämpfen um den Nummer-1-Status. „Ein offenes Rennen“, so Artur Zimmermann: „Da hab' ich keine Sorgen.“ In der Offensive hängt Falke wohl mehr denn je von Paul Kosenkow ab. Der Sprinter auf Rechtsaußen, inzwischen 36 Jahre alt, hat seit seinem Wechsel nach Steinfeld (2015) stolze 95 Liga-Treffer erzielt, im Schnitt also 19 pro Saison. Eine Quote, die Falke auch jetzt gut zu Gesicht stehen würde. „Wir freuen uns, dass wir Paul haben. Er ist immer noch sehr schnell. Toi, toi, toi, dass das so bleibt“, sagt Zimmermann, schickt aber sofort hinterher: „Wir dürfen nicht nur über rechts gefährlich sein. Wir müssen unberechenbarer werden, wir brauchen mehr Gefahr über links und durch das Zentrum.“

Falkes Coach spielt mit dem Gedanken, auch mal vom bewährten 4-2-3-1 abzuweichen und mit zwei Spitzen zu spielen: „Wir wollen aggressiver anlaufen, mehr Druck aufbauen.“ Auf den letzten Metern der Vorbereitung holte Falke in Georges Baya Baya (18) noch einen talentierten Angreifer; der Sohn des Ex-Holdorfers Baya Baya kommt aus der A-Jugend des VfL Osnabrück.

Neu im Mittelfeld sind zudem Oliver Schlundt vom SV Bevern sowie Louis Lahrmann aus der Lohner A-Jugend, der eine 19 Jahre alt, der andere 18. Zwei engagierte Youngster, aggressiv und robust im Zweikampf. Der Trainer ist gespannt, wie sie sich in der Landesliga schlagen. Apropos A-Junioren: Aus dem eigenen Nachwuchs rückten Stürmer Michael Michaelis und Innenverteidiger Julian Pille hoch. Über Michaelis sagt der Coach: „Er geht dahin, wo es weh tut.“ Und über Pille: „Er hatte eine richtig starke Vorbereitung.“

Und die Achse der Falken? Jan Schockemöhle ist der Chef in der Defensive, er pusht, er treibt von hinten an. Dazu natürlich Andreas Zimmermann als Sechser, Maxim Repinetchii als zweiter Taktgeber im Zentrum sowie Kosenkow auf dem Flügel. Lukas Themann habe ebenfalls Führungsqualitäten, wie Artur Zimmermann anmerkt. Offen sei nur, inwieweit das Studium in Münster den Rhythmus des 22-Jährigen beeinflusst. Grundsätzlich hält Falkes Coach fest: „Alle müssen einen Tick mehr machen als im letzten Jahr.“ Vor allem gilt: Es müssen mehr Punkte her.


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Falke Steinfeld - Kader 2020/21

  • Abgänge: Constantin Nieberding (II. Herren), Mustafa Gören (TuS Dielingen), Christian Bußmann (Bor. Emsdetten).
  • Zugänge: Lukas Otto (SG Diepholz), Oliver Schlundt (Bevern), Louis Lahrmann (A-Jugend BW Lohne), Michael Michaelis, Julian Pille, Kevin Schmietendorf (alle eig. A- Jugend), Georges Baya Baya (A-Jugend VfL Osnabrück).
  •  Tor: Lukas Otto (28), Sebastian Deike (31).
  • Abwehr: Denis Häberle (21), Joshua Heyer (19), Jan Schockemöhle (24), Lukas Timphaus (29), Marcel Philippi (25), Julian Pille (18).
  • Mittelfeld: Hendrik Brundiers (24), Steffen Schönhöft (20), Lukas Themann (22), Maxim Repinetchii (31), Claas Langhorst (19), Andreas Zimmermann (30), Oliver Schlundt (19), Louis Lahrmann (18), Kevin Schmietendorf (17), Mazlum Sünün (25).
  • Angriff: Kai von der Assen (19), Michael Michaelis (18), Paul Kosenkow (36), Halil Ablak (25), Georges Baya Baya (18).
  • Trainer: Artur Zimmermann (36), seit 2017.
  • Saisonziel: Klassenerhalt.
  • Meistertipp: SV Bevern, Holthausen-Biene.
  • Der "Anstoß 20/21" der Oldenburgischen Volkszeitung mit den Vereinen aus dem Landkreis Vechta ist mit der Ausgabe am Samstag, 5. September erschienen - gedruckt oder als ePaper in der App und hier im Online-Kiosk.

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