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Ex-„Knipser“ kann's auch in der „Kiste“

Als Fußballobmann von BW Galgenmoor und A-Jugendtrainer der JSG Cloppenburg Süd ist er im Dauereinsatz. „Nur mittwochs habe ich frei“, sagt der 46-Jährige.

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Christian „Kiki“ Meyer ist unter anderem Trainer der der A-Jugend der JSG Cloppenburg Süd. 	Foto: her

Christian „Kiki“ Meyer ist unter anderem Trainer der der A-Jugend der JSG Cloppenburg Süd. Foto: her

Die Sporthalle in Molbergen am vergangenen Samstag: In der Gruppe A der Kreismeisterschaften kämpft bei den Altherrenfußballern auch die SG Galgenmoor/Stapelfeld um den Einzug in die Endrunde der 44. Auflage. Beim Blick ins Tor jener Mannschaft dürften sich einige Zuschauer verwundert die Augen gerieben haben. Das nämlich hütete Christian Meyer. Und „Kiki“ – so „taufte“ ihn sein Patenonkel Wolfgang Rose einst – überzeugte während seiner aktiven Zeit mit ganz anderen Qualitäten. Als Torjäger hatte der Linksfuß etlichen Abwehrspielern und Keepern schlaflose Nächte bereitet und Treffer am Fließband erzielt. „Mittlerweile sind meine Knie leider kaputt und ich muss ins Tor“, sagt Meyer.

Doch der 46-Jährige macht seinen Job auch auf dieser für ihn so ungewohnten Position exzellent. In acht Vorrundenpartien musste er nur dreimal hinter sich greifen, erzielte ein Tor sogar selbst und hat so maßgeblichen Anteil daran, dass ein Team mit Galgenmoorer Beteiligung erstmals seit vielen Jahren wieder bei einer Finalrunde dabei ist.

Auch wenn seine Zeit als Vollblutstürmer mittlerweile abgelaufen ist, spielt der Fußball nach wie vor eine große Rolle in seinem Leben. Tag für Tag ist er Woche für Woche auf verschiedenen Plätzen in der Region zu finden. „Nur mittwochs habe ich frei“, sagt „Kiki“ Meyer und lacht. Der Fliesenleger ist nicht nur Obmann bei BW Galgenmoor (1. Kreisklasse), wo er kein Training und kein Spiel verpasst, sondern gemeinsam mit Ulrich Prost auch Coach der A-Junioren der JSG Cloppenburg Süd in der Bezirksliga. „Beides macht mir sehr viel Spaß“, sagt er. Seine Aufgaben ergänzen sich perfekt. Denn: „Unser Ziel bei Blau-Weiß ist es, dass möglichst viele Talente aus den eigenen Reihen den Sprung zu den 1. Herren schaffen.“

Auch wenn „Kiki“ Meyer heutzutage nur noch an der Seitenlinie oder hinter der Bande zu finden ist, denkt er oft und gerne an seine erfolgreiche Karriere zurück. Dass er immer ganz genau wusste, wo sich das gegnerische Gehäuse befindet, kristallisierte sich schon früh raus. Und wie. Denn in der Saison 1983/84 netzte er für die E-Junioren von BW Galgenmoor sage und schreibe 105-mal ein – in nur 14 Begegnungen wohlgemerkt. Logisch, dass sich Meyer damals die Torjägerkrone sicherte. Vor der Runde hatte ihm sein Patenonkel eine Mark pro Tor versprochen, erinnert sich „Kiki“ Meyer. „Nach 50 Treffern ist er auf 50 Pfennig heruntergegangen“, sagt er und schmunzelt.

Auch in der Folge – ob in der Jugend, oder später bei den Senioren – war auf die Treffer des „Knipsers“ Verlass. 30 Tore pro Spielzeit dürften es für Emstekerfeld und Galgenmoor wohl stets gewesen sein. Meistens traf er mit links, manchmal mit dem Kopf und fast nie mit rechts. „Den rechten Fuß hatte ich eigentlich nur zum Stehen.“

An einige Partien erinnert sich der 46-Jährige noch besonders gut. Zum Beispiel an ein Duell seiner Galgenmoorer in der Kreisklasse, als er den BV Neuscharrel beim 11:0-Sieg mit acht Toren quasi im Alleingang „abschoss“. Auch ein Duell von Emstekerfelds Reserve ist ihm im Gedächtnis geblieben. Das hatte er eigentlich nur als Zuschauer verfolgen wollen, weil ein Kumpel von Meyer auf der TuS-Anlage zeitgleich seinen Geburtstag mit einem Frühschoppen feierte. „Im Spiel gegen Nikolausdorf ging es um den Klassenerhalt. Der TuS lag zur Pause 0:2 zurück, als mich Uli Borchers, damals Trainer der Ersten, fragte, wie viele Biere ich schon getrunken hätte und ob ich noch spielen könnte“, sagt „Kiki“ Meyer. Er konnte. Der „Fußball-Rentner“ ließ sich einwechseln, drehte die Partie mit drei Toren im Alleingang und kehrte mit einem weiteren Sieg wenig später zufrieden an den Tresen zurück.

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