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Etwas mehr Mut für das gleiche Ziel

Der VfL Oythe peilt in seiner 17. Saison in der Fußball-Landesliga die Aufstiegsrunde an, ein Gefühl der Ungewissheit ist aber auch dabei.

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VfL Oythe: Hinten von links Justus Stärk, Jan Ostendorf, Jaka Kuhar, Lie Sillah, Lukas Büssing, Marcel Hesselmann, Markus Kohls, 					Stephan Stukenborg und Janek Jakobs; Mitte von links&nbsp;Obmann Andreas Mitzlaff, Betreuer Werner Mucker, Scout Malte Wessel, Torwarttrainer Kalle&nbsp; &nbsp; &nbsp; Egbers, Physiotherapeutin Anke Ahlrichs, Co-Trainer Daniel Roth und Trainer Raphael Dornieden; vorne von links&nbsp;Lennart Feldhus, Johannes Finkenstädt, Lorenz Holzenkamp, Tizian Kollhoff, Lukas Katarius, Felix 						Schneppe, Nico Emich und Süleyman Odabasi. Foto: Schikora    <br>

VfL Oythe: Hinten von links Justus Stärk, Jan Ostendorf, Jaka Kuhar, Lie Sillah, Lukas Büssing, Marcel Hesselmann, Markus Kohls, Stephan Stukenborg und Janek Jakobs; Mitte von links Obmann Andreas Mitzlaff, Betreuer Werner Mucker, Scout Malte Wessel, Torwarttrainer Kalle      Egbers, Physiotherapeutin Anke Ahlrichs, Co-Trainer Daniel Roth und Trainer Raphael Dornieden; vorne von links Lennart Feldhus, Johannes Finkenstädt, Lorenz Holzenkamp, Tizian Kollhoff, Lukas Katarius, Felix Schneppe, Nico Emich und Süleyman Odabasi. Foto: Schikora   

Eins ist schon mal klar: Reichlich Landesliga-Erfahrung bringen sie mit, die Fußballer des VfL Oythe. Das Team von der Hasenweide geht bereits in seine 17. Saison im Weser-Ems-Oberhaus. Oythe als Dauerbrenner in der 6. Liga. „Es hilft natürlich, dass viele die Klasse und die Gegner gut kennen“, sagt Oythes Trainer Raphael Dornieden, schickt aber sofort hinterher: „Eine Garantie für eine gute Saison ist das nicht.“

Trotz aller Erfahrung: Ein Gefühl der Ungewissheit ist auch in Oythe nicht von der Hand zu weisen. „Man fragt sich ja vor jeder Saison: Wo steht man? Für diese Saison gilt das noch mehr“, erklärt Dornieden. Der 35-Jährige, seit 2019 im Amt, spielt damit auf die lange Corona-Zwangspause an; das letzte Liga-Spiel gab's am 4. Oktober 2020. Der VfL-Coach gibt zu, dass man intern intensiv über die Formulierung eines Saisonziels nachgedacht habe. Am Ende des Prozesses steht ein Ziel, das absolut identisch ist mit dem aus dem Sommer 2020. Heißt: Top 4 in der Süd-Staffel, also Erreichen der Aufstiegsrunde.

„Das Ziel ist jetzt mutiger als vor einem Jahr“, betont Dornieden, aber man habe diesen Anreiz setzen wollen – auch als Zeichen für eine Rückkehr zur Normalität. Holthausen/Biene und der SC Melle sind für Dornieden zwei „absolute Favoriten“, dahinter könnte es ein Hauen und Stechen um die zwei anderen Plätze für die Aufstiegsrunde im Frühjahr geben. Dornieden: „Dieser Herausforderung stellen wir uns.“

Vorsichtige Herangehensweise in der Vorbereitung

Die eingangs bereits erwähnte Landesliga-Erfahrung habe bei der Festlegung des Ziels auch eine Rolle gespielt, ebenso der Blick auf die jüngere VfL-Historie in der Liga (8. Platz als schlechtestes Ergebnis). „Wenn wir Platz neun oder zehn als Ziel ausgeben würden, wäre das ein bisschen unglaubwürdig“, sagt Dornieden. Er ergänzt: „Mit Blick auf die gesamte Staffel glaube ich schon, dass wir in die Top 8 gehören.“ Und er stellt noch mal klar: „Es gibt keine Aufstiegsambitionen.“


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In der Vorbereitung, die nicht störungsfrei lief, entschied sich Dornieden für eine „vorsichtige Herangehensweise“. Keine sechs Einheiten pro Woche, sondern ein normaler Rhythmus mit drei Einheiten (Dienstag-Mittwoch-Freitag) plus Spiel oder Training am Wochenende. Dazu Dornieden: „Keiner kann sagen, was nach acht Monaten der richtige Weg ist. Alles hat Vor- und Nachteile. Wir haben versucht, Rücksicht zu nehmen und die Belastung nach der langen Pause zu steuern.“

Fünf Testspiele absolvierten die Oyther, alle auswärts. Dem 4:2 in Lutten folgten ein 1:1 in Freren, ein 3:1 in Lastrup, ein 3:1 bei Amasyaspor Lohne sowie ein 5:3 in Bevern. Der Heim-Test gegen Friesoythe fiel aus, Oythes Personaldecke war zu dünn. Gutes Stichwort: Das 21/22-Aufgebot ist nicht gerade üppig. 17 Feldspieler stehen im festen Landesliga-Kader, hinzu kommen in Johannes Finkenstädt und Lorenz Holzenkamp zwei Talente aus der Reserve. Dennoch: Diverse Liga-Rivalen haben mehr zu bieten.

Dornieden weiß um diese Baustelle („Ja, der Kader ist klein“), zieht jedoch das Positive aus der Situation: „Jeder wird gebraucht. Keiner kann sich verstecken, jeder kriegt seine Einsatzzeiten.“ Er habe zuletzt das Gefühl gehabt, „dass die Mannschaft noch enger zusammengerückt ist“. Auslöser war die Entscheidung von Spielmacher Dustin Beer, aus beruflichen Gründen eine Pause einlegen zu wollen. „Eine Woche vor dem Pokal kann man so etwas natürlich nicht gebrauchen“, sagt Dornieden. Er macht aus seiner „großen Enttäuschung“ keinen Hehl, spricht von einem „schweren Schlag“ und einem „denkbar ungünstigen Zeitpunkt“. Und weiter: „Dustin ist ein Spieler, der den Unterschied machen kann. Er wäre ein Fixpunkt gewesen.“

Tempo über die Außenbahn: Oythes Janek Jacobs (rechts), hier im Bezirkspokal-Spiel bei SW Osterfeine. Foto: SchikoraTempo über die Außenbahn: Oythes Janek Jacobs (rechts), hier im Bezirkspokal-Spiel bei SW Osterfeine. Foto: Schikora

Die Lücke im Mittelfeld wurde mit der Verpflichtung des Dänen Nicolas Van Geenberghe aus der Akademie Schüttorf geschlossen. Der 21-Jährige, in Belgien geboren, in Dänemark aufgewachsen, gehörte bereits seit dem Trainingslager in Lastrup der VfL-Crew an, nach dem Beer-Aus machte Oythe Nägel mit Köpfen. „Er kann im Zentrum spielen, aber eher Sechser oder Achter als Zehner“, sagt Dornieden, der einräumt: „Einen klassischen Zehner haben wir nicht.“ Für die kreative Position im offensiven Mittelfeld wäre Mahmoud Saddik ein Kandidat, aber vor allem Nico Emich habe in der Vorbereitung „viele Pluspunkte gesammelt“, wie Dornieden anmerkt. Fakt ist: Emich, Landesliga-Torschützenkönig 2018, hatte seine beste VfL-Zeit im Dunstkreis von Stoßstürmer Philip Schönewolf.

Solche Stoßstürmer, „richtige Mittelstürmer“, wie Dornieden sagt, hat Oythe jetzt auch, drei sogar: Lie Sillah, Jaka Kuhar und Lennart Feldhus, Neuzugang aus Wildeshausen. Dornieden freut sich über „großen Konkurrenzkampf“ und „gute Optionen“. Die 16 Tore in der Vorbereitung teilten sich Feldhus, Markus Kohls (je 3), Sillah, Marcel Hesselmann (je 2), Janek Jacobs, Justus Stärk, Van Geenberghe, Kuhar, Emich und Sebastian von Merveldt. Eine breite Streuung, die Dornieden gefallen hat. Beim 3:0-Sieg im Pokal bei SW Osterfeine trafen dann Emich und Kuhar (2).

Gestandene Spieler hat Dornieden einige im Kader – wie Abwehrchef Hesselmann, Allrounder von Merveldt, der vor einem Jahr aus Lohne gekommene Felix Schneppe und natürlich Kapitän Stephan Stukenborg, der wie Kohls in sein zwölftes VfL-Jahr geht. Alles Spieler, die der Coach in die Pflicht nimmt, wenn es darum geht, auf dem Spielfeld oder im Training Zielstrebigkeit, Einsatzbereitschaft und Ernsthaftigkeit einzufordern. Der kleine Kader soll auf keinen Fall zu Nachlässigkeiten führen.

Taktisch setzt der VfL Oythe auf das bewährte 4-2-3-1-System. In der Vorbereitung wurde auch mal mit Dreierkette gespielt. „Aus der Not heraus“, wie Dornieden anmerkt, „aber die Jungs haben es gut gemacht“. Kein Wunder: Reichlich Erfahrung haben sie ja.


Kader des VfL Oythe

  • Abgänge: Andreas Gergert (SV Peheim), Felix Gätjen (1. FC Varenesch), Arne Torliene (SV Altenoythe), Yannick Persson (SV Büren), Dustin Beer (Pause).
  • Zugänge: Nicolas Van Geenberghe (Akademie Schüttorf), Tizian Kolhoff (Oythe II), Lennart Feldhus (VfL Wildeshausen).
  • Tor: Lukas Katarius (21), Tizian Kolhoff (22).
  • Abwehr: Süleyman Odabasi (27), Lukas Büssing (21), Marcel Hesselmann (27), Markus Lübberding (23), Jan Ostendorf (21).
  • Mittelfeld: Stephan Stukenborg (30), Sebastian von Merveldt (28), Felix Schneppe (26), Nicolas Van Geenberghe (21), Mahmoud Saddik (27), Janek Jacobs (27), Markus Kohls (29), Justus Stärk (22).
  • Angriff: Jaka Kuhar (22), Nico Emich (27), Lennart Feldhus (27), Lie Sillah (22).
  • Trainer:  Raphael Dornieden (35), seit 2019; vorher Oythe II.
  • Saisonziel: Aufstiegsrunde.
  • Meistertipp: SC Melle, Holthausen/Biene, Fr. Wilhelmshaven.

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