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Erste Topspins an der heimischen Dielenwand

Bernd Ferneding zählt seit nunmehr fast 40 Jahren zu den Leistungsträgern in den unterschiedlichsten Mannschaften des TC Nikolausdorf-Garrel.

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Björn Borg als Lehrmeister: Ein Buch des fünffachen Wimbledonsiegers diente Bernd Ferneding als Grundlage für die ersten Tennis-Trainingseinheiten. Foto: Wulfers

Björn Borg als Lehrmeister: Ein Buch des fünffachen Wimbledonsiegers diente Bernd Ferneding als Grundlage für die ersten Tennis-Trainingseinheiten. Foto: Wulfers

„Ich dachte, das Porträt macht ihr nur mit guten Sportlern“, sagt Bernd Ferneding zu Beginn des Gesprächs mit einem Schmunzeln. Zu den „Guten“ zählt er allemal, denn der 55-Jährige gehörte und gehört zu den besten Tennisspielern, nicht nur beim TC Nikolausdorf-Garrel, sondern auch auf Kreisebene.

Dabei begann die Vorliebe für Schläger und Ball bei Bernd Ferneding erst vergleichsweise spät im Alter von 14 Jahren. Bis dahin war Fußball angesagt, natürlich beim SV Nikolausdorf. Als allerdings der 1972 gegründete TC Nikolausdorf immer mehr Zulauf erfuhr, zog es auch den jungen Ferneding an den Ginsterweg. Um die Fähigkeit zu erreichen, den Filzball möglichst filigran und für den Gegner unerreichbar übers Netz zu befördern, dafür sorgten seinerzeit Tennislehrer.

Nicht so bei Bernd Ferneding: Der Stern von Boris Becker, der 1985 seinen ersten Wimbledon-Titel gewann, war zwar noch nicht aufgegangen, dafür sorgte ein anderer ganz Großer der Tennisszene für Furore. Björn Borg gewann von 1976 bis 1980 fünfmal in Folge das bedeutendste Tennisturnier der Welt.

Leistungsträger beim TC Nikolausdorf-Garrel: Bernd Ferneding. Foto: WulfersLeistungsträger beim TC Nikolausdorf-Garrel: Bernd Ferneding. Foto: Wulfers

„Ich hatte nie auch nur eine Trainerstunde“, schmunzelt Ferneding, der stattdessen einen höchst eigenwilligen Weg zum Umgang mit Ball und Schläger beschritt. Er legte sich ein Buch des legendären Schweden zu, malte eine Linie in Netzhöhe an die elterliche Dielenwand und drosch den Ball mit zunehmender Vehemenz tausendfach gegen die Mauer. Stark überrissene Topspinbälle gepaart mit einer beidhändigen Rückhand, eine derartige Spielweise war damals weit entfernt von Tennis-Lehrbüchern. Der Erfolg ließ indes nicht lange auf sich warten. Bereits als 16-Jähriger wurde Ferneding 1981 Nikolausdorfer Vereinsmeister bei den Männern und sicherte sich zudem den Jugend-Kreismeistertitel mit einem Finalerfolg gegen den Löninger Josef Framme.

Es folgten zahlreiche Erfolge bei Meisterschaften, als seinen größten Coup beschreibt der als amtlicher Fachassistent im öffentlichen Dienst Tätige jedoch ein Einzel im Kreispokalfinale 1987 gegen Blau-Weiß Galgenmoor. „Ich war 22 Jahre und habe gegen Dieter Zielske mit 5:7, 6:3 und 6:3 gewonnen. Zielske war zur damaligen Zeit unantastbar und bei fast allen Turnieren Abonnementsieger.“ Dass es zusammen mit Josef „Hoto“ Meyer, Holger Willenborg und Günter Tapken „nur“ zu einer 2:4-Niederlage reichte, war zu verschmerzen.

Gegen Sohn Lennard hat er heute das Nachsehen

2011 folgte dann ein Break in der Karriere des „Mini-Borgs“. Ein Sehnenriss in der Schulter machte eine Operation unumgänglich. Zwar funktionieren Topspin und beidhändige Rückhand noch immer, allein der Aufschlag macht bis heute Probleme. „Ich kann den Arm nicht mehr komplett durchstrecken“, sagt Fernding, der somit eine Niederlage zu verschmerzen hat. Gegen seinen 21-jährigen Sohn Lennard hat er inzwischen das Nachsehen. „Seit einigen Monaten ist er besser als ich, das muss ich schon zugeben.“

So ist familieninterner Ehrgeiz im Hause Ferneding zweifelsohne vorhanden, mehr zumindest als verklärte Blicke in die Vergangenheit. „Urkunden sammeln war nie mein Ding. Sie landeten alle im Altpapier.“

Bis auf das Buch von Björn Borg natürlich, denn das war die Initialzündung auf dem Weg zum richtig „Guten“.

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